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Landsberg

27.08.2019

Flüchtlingsretter Reisch bittet seine Heimatstadt Landsberg um Hilfe

Kapitän Claus-Peter Reisch steht auf dem Deck des Rettungsschiff „Eleonore“. Die „Eleonore“ hat am Montag rund 100 Migranten vor der libyschen Küste aufgenommen. Die Menschen seien gerettet worden, während ihr Boot am Sinken gewesen sei, sagte Axel Steier, Sprecher der Dresdner Hilfsorganisation Mission Lifeline, die die «Eleonore» unterstützt. Italiens Innenminister Salvini hat dem deutschen Rettungsschiff das Anlegen in den Häfen des Landes verboten.
Bild: Johannes Filous/dpa

Claus-Peter Reisch ist wieder auf einer Rettungsmission im Mittelmeer und darf in keinen Hafen einfahren. Jetzt bittet er die Stadt Landsberg um Hilfe. Was er sich wünscht.

Der Landsberger Flüchtlingsretter Claus-Peter Reisch wendet sich mit einem Hilferuf an seine Heimatstadt Landsberg. Der 58-Jährige befindet sich derzeit auf einer Rettungsmission im Mittelmeer. Am Montag rettete er als Kapitän des Motorschiffs „Eleonore“ mit seiner Besatzung 101 Migranten aus dem Meer. Allerdings verweigern die italienischen Behörden dem Schiff der Dresdener Hilfsorganisation „Mission Lifeline“ die Einfahrt in einen Hafen. Jetzt hat Reisch eine Forderung an die Stadt Landsberg und an die Stadträte.

In seinem Brief schildert Reisch die Szenen, die sich am Montag abgespielt haben, und erklärt die Situation, in der sich das Rettungsschiff nun befindet. „Sowohl der italienische Innenminister Salvini als auch Malta verweigern die Anlandung der in buchstäblich letzter Sekunde geretteten Menschen.“ Das Schlauchboot habe bereits in zwei von fünf Kammern keine Luft mehr gehabt. Die Passagiere hätten die Bordwand mit bloßen Händen hochgehalten. „Vielleicht noch eine halbe Stunde, und das Leben von 101 Menschen wäre vorbei gewesen. Ich denke, nun ist es an der Zeit, dass sich auch Landsberg zur sicheren Hafenstadt erklärt“, so Reisch.

Nimmt die Stadt Landsberg einen der Flüchtlinge auf?

Viele Städte hätten dies bereits getan, auch seine Geburtsstadt München und der Amtssitz der Staatsregierung ist mit dabei. „So stünde es auch Landsberg gut zu Gesicht, das zu tun. Darüber hinaus bitte ich Sie, mindestens einen der Geretteten aus Gründen der Solidarität und Menschlichkeit in unserer Heimatstadt willkommen zu heißen und nach Kräften zu integrieren.“

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Landsberg könnte so als leuchtendes Beispiel vorangehen und damit auch zeigen, dass man aus der Vergangenheit etwas gelernt habe und in eine helle, nicht von Vorurteilen und Rassismus geprägte, Zukunft schaue. „Nicht zuletzt ist die Kreisstadt mit ihren Unternehmen in alle Welt vernetzt. Auch die zahllosen Touristen aus aller Welt sind uns stets willkommen. Blicken wir gemeinsam über den Tellerrand und erklären Sie Landsberg zur sicheren Hafenstadt und nehmen wir wenigstens die geringe Zahl von einem Menschen auf“, so Reischs Bitte in einer E-Mail, die auch die LT-Redaktion erreichte.

So reagiert der Landsberger Oberbürgermeister

„Wir hatten das Thema ’sichere Hafenstadt’ in der Vergangenheit schon einmal im Ältestenrat diskutiert“, erklärt Oberbürgermeister Mathias Neuner auf Nachfrage. Die Sache sei nicht so einfach, da Landsberg eine kreisangehörige Stadt und somit nicht für Asylangelegenheiten zuständig sei. Dies sei Aufgabe des Landratsamtes, der Bund delegiere diese Aufgabe nach unten. „Ich kenne keine kreisangehörige Stadt, die sichere Hafenstadt ist. Bei München ist das etwas ganz anderes“, sagt Neuner.

Seines Wissens nach übernimmt eine Kommune die Kosten für einen Asylbewerber, wenn sie sich zur sicheren Hafenstadt erklärt und einen Geflüchteten aufnimmt. „Das hat unter Umständen finanzielle Konsequenzen.“ So könne er eine solche Entscheidung auch nicht einfach als Oberbürgermeister treffen, wenngleich er die Bitte aus menschlichen Gründen verstehe. „Das ist keine Sache der laufenden Verwaltung.“ Mathias Neuner will das Thema aber in den nächsten Ältestenrat bringen. (mit smi)

Lesen Sie dazu auch: "Lifeline"-Kapitän Reisch will den Ehrenring der Stadt Landsberg nicht

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28.08.2019

Das Problem im Mittelmeer muss hier in Deutschland gelöst werden!

Unser Asyl- und Aufenthaltsrecht sieht keine direkte Einwanderung aus dem Mittelmeer in deutsche Städte vor. Wenn das jemand will muss er hier eine entsprechende Gesetzgebungsinitiative starten. Das unterbleibt, weil eben die unbegrenzte Einwanderung ohne Umsetzung einer Asylprüfung ökonomisch nicht leistbar und schon gar nicht mehrheitsfähig ist. Und am Ende können auch nicht nur überwiegend Männer nach Deutschland kommen.

Dazu noch mit der Besonderheit, dass auch abgelehnte Asylbewerber bei der meist erfolgreichen Abwendung der Abschiebung nach einer etwas längeren Wartezeit die ganz normalen Sozialleistungen erhalten.

Machen wir uns nichts vor, wer auf diesem Weg in einen deutsche Stadt kommen würde, wäre vor Abschiebung sicher egal wie sein Asylverfahren endet

Ja mit Regeln wie in den Niederlanden könnte man großzügiger sein:

https://www.spiegel.de/politik/ausland/niederlande-abgewiesene-asylbewerber-verlieren-versorgungsrecht-a-1064748.html

>> Wird der Asylantrag abgelehnt, fließt kein Geld mehr: Ein Gericht hat diese Regelung der niederländischen Regierung gebilligt. Schlafplatz und Nahrung erhält nur, wer bei der eigenen Abschiebung mithilft. <<

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28.08.2019

Flüchtlinge zu helfen ist selbst verständlich.doch wir sollten krimminelle Flüchtlige in Deutschland wieder zurück führen,und dafür Flüchtlinge aufnehmen die unsere Hilfe brauchen .. Wir sollten alle Flüchtlinge unser Gastrecht anbieten wenn sie verfolgt werden,wenn dann die Politische lage es zu lässt, dann sollten wir sie wieder in ihre Heimat zurück senden.Unsere Flüchtlinge sollten sich mal ein Beispiel von den Deutschland nehmen,nach dem zweiten Weltkrieg war Deutschland zerstörtund ,unsere Nachkrieggeneration hat dann Deutschland wieder aufgebaut.Die EU.und aber auch Deutschland sollten ihre Flüchtlingspolitik neu überdenken,und damit meine ich,die vielen Gelder zum Aufbau der Wirtschaft in diesen Flüchtligsländer zu investrieren. Auch sollten wir in Deutschland nicht unsere Schlachtrückstände nach Afrika verschiffen,denn das schadet wiederum, der Afrikanischen- Landwirtschaft,auch sollten wir das fischen in diesen Afrikanischen- Küsten verbieten,den die Fischbestände sind ihre Lebensgrundlage. Im Klartext wir sollten diesen Menschen vor Ort helfen,aber auch die Flüchtlige sollten dazu ihren Beitrag leisten wenn es um ihr Land geht. Ich gebe dem Friedrich Behrendt recht wenn er schreibt,sie sollten ihre eine eigene Fischereiflotte aufbauen. Jeder Flüchling der sein Land verlässt,verweigert seine Mithilfe für den Aufbau seines Landes.

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28.08.2019

Ich wünsch mir auch das eine oder andere …. und krieg s deswegen noch lange nicht...…..und wenn ich s fordere,
krieg ich s deswegen immer noch nicht.....

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28.08.2019

Dieser Reisch hat doch nur kraeftige,wohlernaehrte und gut gekleidete migranten die fuer die Überfahrt bezahlt haben auf seinem
eigenen Fährschiff. Die wirklich hilflosen armen lässt er alle in ihrem Elend zurück.

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28.08.2019

Wenn die AZ solche Bilder von der Eleonore veröffentlicht, braucht man sich über solche Reaktionen nicht zu wundern.

https://www.augsburger-allgemeine.de/img/bayern/crop55276501/0626565215-cv16_9-w1880/Reisch2.jpg

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28.08.2019

Was hat Sie denn veranlasst, absurde Behauptungen zu veröffentlichen oder sind in der Lage diesen Unsinn zu nachzuweisen?

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28.08.2019

Na ja Herr M. - ich darf dazu mal die Zeit zitieren...

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-12/gesundheit-aerztepraesident-fluechtlinge

>> Die in Deutschland ankommenden Flüchtlinge sind nach Angaben von Bundesärztepräsident Frank-Ulrich Montgomery "übernormal gesunde Menschen". ... In der Regel seien es junge dynamische Männer. <<

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28.08.2019

@Peter P.
Lieber Herr Peter P.
Wir reden hier von Seenotrettung und Flüchtlingsretter Herr Reisch, welcher zur Zeit wieder im Mittelmeer unterwegs ist um Flüchtlinge zu retten. Ihr verlinktes Zitat aus einem Artikel vor fast 4 Jahren liegt offensichtlich weit daneben, da es mit der heutigen Seenotrettung im Mittelmeer nichts zu tun hat, denn es handelt sich um Behandlungskosten von Flüchtlingen. Vielleicht haben Sie es nicht bemerkt oder wollen es nicht bemerken, dass alleine in den letzten Rettungsaktionen der Seenotrettung viele Flüchtlinge auf Grund ihrer schweren Erkrankung sofort an Land in Italien gebracht wurden.

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28.08.2019

>> Vielleicht haben Sie es nicht bemerkt oder wollen es nicht bemerken, dass alleine in den letzten Rettungsaktionen der Seenotrettung viele Flüchtlinge auf Grund ihrer schweren Erkrankung sofort an Land in Italien gebracht wurden. <<

Viele sofort an Land? Das kann ich aus den Presseberichten nicht nachvollziehen.

https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/fluechtlinge-von-deutschem-rettungsschiff-alan-kurdi-duerfen-in-malta-an-land-16139391.html

>> Nur zwei Frauen durften aus gesundheitlichen Gründen vorab in Malta an Land gehen. <<

https://www.spiegel.de/politik/ausland/open-arms-mehrere-fluechtlinge-duerfen-rettungsschiff-verlassen-a-1282211.html

>> Das Rettungsschiff "Open Arms" wartet mit mehr als 130 Flüchtlingen an Bord auf die Erlaubnis, in einen Hafen einzulaufen. Wegen gesundheitlicher Probleme durften nun einige Migranten in Italien an Land. <<

Man lässt halt meistens ein paar der wenigen Frauen vorab vom Schiff.

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28.08.2019

wenn die Wirtschaftsflüchtlinge nach Afrika zurückgebracht werden hört der Schleuser strom bald auf !!! die frage ist dann nur was machen solche Populisten wie der Herr Reisch ??? sie haben dann ja keine Aufgabe mehr wo sie laufend als gut Menschen in der Presse stehen !!!! warum geht er nicht nach Afrika und baut da eine Fischereiflotte auf das die Leute so arbeit bekommen und was zu essen haben ??? aber dann wird er ja nicht jeden tag in der Presse veröffentlicht ...

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27.08.2019

Herr Claus-Peter Reisch rettet Menschen vor dem Ertrinken und möchte diese Menschen in Sicherheit bringen. Da gibt es nichts zu meckern und zu maulen, sondern ist zu respektieren. Fakt ist, dass es noch keine politische Lösung gibt um die Geretteten wieder zurück nach Nordafrika zu bringen und dies dürfte mittlerweile auch im schönen Schwaben längst ausreichend bekannt sein.

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28.08.2019

Die könnte man direkt die 10km zurückbringen und nicht 350km Richtung Europa.

Seenotrettung zum nächstgelegenen Hafen.

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27.08.2019

Was soll heißen "in keinem Hafen anlanden" ?

Tatsache ist , daß sehr wohl Häfen angefahren werden können : an der Nordafrikanischen Küste , am Ausgangspunkt der Reise der illegalen Einwanderer .

Dieser Kapitän leistet insofern der illegslen Einwanderung Beihilfe (und diese ist szrafbewehrt) denn : die meisten Passagiere dürften nicht aus Syrien und dem Assad-Krieg dort kommen , sondern aus den Weiten Afrikas .

Es sind handelt sich nicht um Asylberechtigte , sondern um Wirtschaftsflüchtlinge . Für diese gibt es in Deutschland aber keine Aufenthaltsduldung !


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27.08.2019

Genau so ist es. In Afrika gibt es genug sichere Häfen. Bei insist das Boot auch voll

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28.08.2019

Woher wollen Sie wissen, aus welchen Gründen diese Menschen geflohen sind? Ob sie Anspruch auf Asyl haben, muss erst geprüft werden. Nur geht das leider nicht, wenn man sie nicht an Land lässt.
Und selbst wenn es "Wirtschaftsflüchtlinge" sind: Was spricht dagegen, ihnen zu helfen? Im 19. Jahrhundert haben Millionen Deutsch aus den gleichen Gründen ihr Land verlassen wie heute Afrikaner: Hunger, wirtschaftliche Not und perpektivlosigkeit. Und auch ihnen wurden anderswo geholfen. Und nach dem Krieg waren 14 Millionen Deutsche selbst Flüchtlinge und Vertriebene. Waren das Ihrer Meinung nach auch "illegale Einwanderer"?

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28.08.2019

>> Und nach dem Krieg waren 14 Millionen Deutsche selbst Flüchtlinge und Vertriebene. Waren das Ihrer Meinung nach auch "illegale Einwanderer"? <<

Nein das waren Deutsche die innerhalb von Deutschland zwangsweise als Kriegsverlierer umgezogen sind.

>> Im 19. Jahrhundert haben Millionen Deutsch aus den gleichen Gründen ihr Land verlassen wie heute Afrikaner: Hunger, wirtschaftliche Not und perpektivlosigkeit. Und auch ihnen wurden anderswo geholfen. <<

Na ja Frau F., das mit dem anderswo geholfen wäre mal näher zu diskutieren. Nein es gab da keine sehr guten Sozialleistungen wie in Deutschland - da musste man einfach arbeiten.

>> Ob sie Anspruch auf Asyl haben, muss erst geprüft werden. Nur geht das leider nicht, wenn man sie nicht an Land lässt. <<

Das kann man auch auf einem gecharterten Kreuzfahrschiff in internationalen Gewässern machen; dazu braucht es keine Verteilung auf Kommunen in Deutschland. Das kann man auch in zentralen Aufnahmestellen machen. Wenn der einzelne Flüchtling erst mal vor der Asylentscheidung in eine Kommune integriert wird, dann ist er faktisch endgültig eingewandert.


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27.08.2019

(edit/mod)

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