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Landkreis Landsberg

17.09.2019

Neue B17: Wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Lechraingemeinden

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Das Gewerbegebiet in Hurlach ist seit der Eröffnung der B17 neu deutlich gewachsen. Bürgermeister Wilhelm Böhm rechnet damit, dass sich die Zahl der Arbeitsplätze weiter erhöht.
Bild: Thorsten Jordan

Die Verkehrsbelastung hat in Hurlach, Igling und Kaufering mit dem Bau der neuen B17 abgenommen. So profitieren die drei Gemeinden davon.

Für die Finanzen von Hurlach ist die neue B17, die vor genau zehn Jahren freigegeben wurde, ein Segen. Viele Jahre gehörte die Gemeinde zu den finanzschwächsten im Landkreis. Das hat sich seit der Einweihung der Straße geändert, wie die Statistik zeigt, die Bürgermeister Wilhelm Böhm im Gespräch mit dem LT präsentierte. In den Jahren vor 2009 nahm die Gemeinde nie mehr als 150.000 Euro Gewerbesteuer ein. Vergangenes Jahr waren es 980.000 Euro.

„Wir haben die Eröffnung herbeigesehnt, weil klar war, dass sie ganz neue Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Vorher haben Firmen abgewunken, wenn es um die Frage der Ansiedlung bei uns ging. Deswegen war es auch nicht sinnvoll, ein größeres Gewerbegebiet auszuweisen“, so der Bürgermeister. Aktuell arbeiten dort 300 Beschäftigte. Böhm rechnet damit, dass sich die Zahl der Arbeitsplätze in den kommenden zehn Jahren auf 500 erhöht.

Bald knackt Hurlach die 2000-Einwohner-Marke

Mit Hurlach verbanden früher viele im Stau stehen auf der Strecke zwischen Augsburg und Landsberg. Zwar führte die nicht direkt durch Hurlach und Igling, aber bei Problemen fuhr der gesamte Ausweichverkehr durch die beiden Dörfer. „Ich schätze, dass wir noch ein Drittel des früheren Verkehrs (9000 Fahrzeuge) im Ort haben, so Böhm. Für zusätzliche Entlastung sorgte, dass die Gemeinde im Norden eine Umgehungsstraße baute, die den Verkehr von der B17 kommend in Richtung Langerringen und Obermeitingen aus dem Ort heraus hält.

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Auch von den Bauplätzen wurden früher laut Bürgermeister nur wenige verkauft. Deswegen bot Hurlach damals einige auf dem freien Markt an, was heute kein Thema mehr sei. Die Gemeinde wolle das Wachstum verträglich steuern, sagt er. Deswegen würden nur Bauplätze ausgewiesen, die dem Bedarf im Ort entsprächen, so Böhm. In zwei bis drei Jahren hat die Gemeinde voraussichtlich mehr als 2000 Einwohner. 2009 waren es etwas mehr als 1650. Dass Hurlach gefragt ist, lässt sich auch an den Bodenrichtwerten ablesen. Im Jahr 2016 wurden im Schnitt 220 Euro pro Quadratmeter fällig. Vergangenes Jahr waren es bereits 300 Euro. Das Wachstum habe aber auch eine Kehrseite, so Böhm. „Die Infrastruktur muss auch mitwachsen, beispielsweise bei den Betreuungsplätzen für die Kinder. Zudem sei das Arbeitspensum, das Bürgermeister und Verwaltung stemmen müssen, sehr stark gestiegen. Deswegen bin ich auch dafür, dass mein Nachfolger die Aufgabe haupt- und nicht mehr ehrenamtlich ausübt.“

Der Weg zum Arbeitsplatz ist deutlich kürzer geworden

Ähnliche Erfahrungen hat auch sein Amtskollege Günter Först, der Bürgermeister von Igling, gemacht. Die dortige Kindertagesstätte wurde 2014 eingeweiht und 2016 durch einen Container erweitert. Derzeit laufen die Planungen für einen Neubau einer Betreuungseinrichtung, die im kommenden Jahr gebaut werden soll. „Wir müssen die Kapazitäten schaffen, wollen wir die Familien im Ort halten“, so Först. Das gelte ebenso für das Thema Bauplätze. Aktuell hat Igling mit seinem Ortsteil Holzhausen 2680 Einwohner. Und die neue B17 hat die Welt in gewissem Sinne auch kleiner gemacht. „Die Iglinger sind heute ganz schnell an Arbeitsstellen, die 30 bis 50 Kilometer entfernt liegen“, so Först. Dazu beigetragen habe auch der Ausbau der B17 auf drei Spuren südlich von Landsberg.

Igling hatte zuerst mit mehr Verkehr zu kämpfen

Auch in Igling haben sich neue Firmen angesiedelt, vor allem Mittelständler. Alle Flächen im Gewerbegebiet sind veräußert, weswegen laut Först der Wunsch besteht, zu erweitern. Er erhofft sich davon mehr Steuerkraft, auch wenn ein anderer Punkt für ihn entscheidender ist. „Es geht uns nicht um den letzten Euro der Gewerbetreibenden. Uns interessieren vor allem die Arbeitsplätze und dass die Firmen bei uns auch Platz für ihre künftige Weiterentwicklung haben.“

Weniger euphorisch als Hurlachs Bürgermeister ist Günter Först, wenn die Sprache auf das Thema Verkehr kommt. Das sei zwar besser geworden, aber nicht wie erhofft. „Wir wurden lange als die Verhinderer der B17 abgestempelt, weil wir wollten, dass die Abfahrt Igling südlich der Eisenbahnlinie liegt, damit die Lkw nicht durch den Ort fahren in Richtung Landsberger Gewerbegebiet Frauenwald. Die Experten wollten uns einreden, dass die alle über den großen Kreisverkehr fahren. Das ist - wie befürchtet - nicht eingetreten.“,

So haben sich die Verkehrszahlen in Kaufering entwickelt

Erst 2013 sei es durch den Bau der Entlastungsstraße durch den Frauenwald besser geworden. Damit die dortige Straße in einem Zug gebaut werden konnte, trat Igling damals laut Först sogar 30 Meter Gemeindegrund an Landsberg ab. Eine eigene Ausfahrt von der B17 ins Gewerbegebiet hält der Bürgermeister weiter für wünschenswert. „Wenn ein Wille da ist, dann geht es auch.“

In Kaufering haben vor allem die Bewohner im Norden der Marktgemeinde stark profitiert. Dort waren laut einer Zählung aus dem Jahr 2017 weniger als 10.000 Fahrzeuge auf der Augsburger Straße unterwegs. Vor der Eröffnung waren es fast 24.000. Anders ist die Situation im Süden der Gemeinde. Laut Dritter Bürgermeisterin Gabriele Hunger hat sich ansonsten im Vergleich zu Igling und Hurlach nicht viel verändert in Kaufering. „Wir haben wenige Flächen, die wir für Gewerbe ausweisen könnten.“

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