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Landsberg: Agrardiesel: So sauer sind die Landwirte im Landkreis Landsberg

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Agrardiesel: So sauer sind die Landwirte im Landkreis Landsberg

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    Die Bauern protestiere in Berlin gegen die Einsparungen (im Bild). Auch im Landkreis Landsberg ist der Ärger groß.
    Die Bauern protestiere in Berlin gegen die Einsparungen (im Bild). Auch im Landkreis Landsberg ist der Ärger groß. Foto: Fabian Sommer, dpa

    Tausende Bäuerinnen und Bauern protestieren am Montag in Berlin gegen die geplante Streichung von Steuervergünstigungen für die Landwirtschaft. Während sie laut mit ihren Traktoren hupend durch das Berliner Regierungsviertel fahren, nimmt der Bayerische Bauernverband im Landkreis Landsberg noch eine Beobachterrolle ein und möchte abwarten, welche Auswirkungen die Proteste in der Hauptstadt haben. "Ansonsten werden wir aktiv", schildert Kreisobmann Johann Drexl im Zuge einer kurzfristig geplanten Pressekonferenz in der Landmaschinenschule Landsberg am Montagnachmittag. Und so steht dort, im Lehrsaal 1, der Bulldog noch reglos als Anschauungsobjekt da. Teilweise emotional bis hitzig ist der Austausch zwischen den geladenen Sprecherinnen und Sprechern. 

    Kreisobmann Johann Drexl: Gesellschaft müsse sich über die Folgen der Einsparungen im Klaren sein

    Sie sind zur Pressekonferenz erschienen (von links): Grünen-Politikerin Gabriele Triebel, Kreisobmann Johann Drexl und sein Stellvertreter Christoph Wörl, MdB Michael Kießling, Milchviehhalter Robert Widmann und Kreisbäuerin Marlies Dirr.
    Sie sind zur Pressekonferenz erschienen (von links): Grünen-Politikerin Gabriele Triebel, Kreisobmann Johann Drexl und sein Stellvertreter Christoph Wörl, MdB Michael Kießling, Milchviehhalter Robert Widmann und Kreisbäuerin Marlies Dirr. Foto: Vanessa Polednia

    Über 50 Schülerinnen und Schüler der Landmaschinenschule sowie Jungbauern und Landwirte hören sich vor Ort an, was Vertreter und Vertreterinnen des Bauernverbands und Politik zu den Plänen der Ampel-Koalition, die Zuschüsse zum Agrardiesel und die KfZ-Steuerbefreiung zu streichen, zu sagen haben. Für Kreisobmann Johann Drexl aus Kaufering ist mit dieser Ankündigung "das Fass übergelaufen". Laut Drexl müsse sich die Gesellschaft im Klaren sein, welche Auswirkungen diese Auflagen für die Naturlandschaft hätten. Die Bereitschaft, unter diesen Bedingungen eine Landwirtschaft zu betreiben, könnte noch stärker sinken. "Wir haben dann kein Strukturproblem mehr, sondern einen Strukturbruch", bescheinigt Drexl und rechnet vor, welche finanziellen Konsequenzen fehlende Steuerbefreiungen hätten. Ohne die Steuerbefreiung müssten die Bauern beim Bestellen ihrer Felder 25 Euro mehr pro Hektar ausgeben. Bei einer durchschnittlichen Betriebsgröße käme man so auf Mehrkosten von 2.500 Euro pro Monat. Bei einem Bio- und Milchviehbetrieb seien die Zusatzkosten wahrscheinlich noch höher, schildern die anwesenden Bauern.

    Gabriele Triebel (Grüne) als Vertreterin aus dem Bayerischen Landtag und CSU-Bundestagsabgeordneter Michael Kießling, die sich zum Teil einen hitzigen Schlagtausch über die Versäumnisse in der Bundespolitik liefern, sind auch vor Ort. Einig sind sie sich jedoch darüber, dass die Einsparungen in Höhe von einer Milliarde Euro nicht auf Kosten der Landwirtschaft geschehen sollten. "Jeder weiß, wie stark die Landwirtschaft bereits belastet ist. Gut, dass in Berlin demonstriert wird", sagt Kießling. Triebel betont, dass ihr Parteikollege und Landwirtschaftsminister Cem Özdemir sich bereits im Sommer gegen eine Subventionsstreichung in dieser Form ausgesprochen habe. Was die alternativen Einsparungen sein könnten, darüber sind Triebel und Kießling im Gespräch dagegen uneins. Triebel würde etwa lieber am Dienstwagen-Privileg ansetzen, Kießling wurde hingegen lieber am Bürgergeld sparen. 

    "Alle Gehälter werden erhöht und wir Bauern bekommen weniger"

    Neben den Politikern sitzt Andreas Ludwig in seiner Funktion als Vorsitzender der Jungbauernschaft Landsberg. Ludwig ist Betriebshelfer und war bereits auf einigen Höfen beschäftigt. Für seine Nebentätigkeit benötigt Ludwig "drei bis vier Schlepper, die ich dann für jeweils 600 Euro im Jahr versichern müsste, das macht finanziell einen Unterschied". Sein Fazit zur aktuellen Situation: Neben der zunehmenden Bürokratie und den finanziellen Herausforderungen finden Bauern unter diesen Bedingungen schon jetzt keine Nachfolger mehr oder raten ihren eigenen Kindern von einer Übernahme ab. 

    In der Landmaschinenschule Landsberg organisierte der Bayerische Bauernverband eine 
Pressekonferenz zu den geplanten Einsparungen in der Landwirtschaft.
    In der Landmaschinenschule Landsberg organisierte der Bayerische Bauernverband eine Pressekonferenz zu den geplanten Einsparungen in der Landwirtschaft. Foto: Bayerischer Bauernverband

    Mit einem Einkommensrückgang von mindestens fünf Prozent rechnet auch der stellvertretende Kreisobmann Christoph Wörl: "Alle Gehälter werden erhöht und wir bekommen weniger", fasst Wörl den Frust der Landwirte zusammen. 

    Viele Wortmeldungen gibt es nicht nur zu den neuen Sparplänen der Bundesregierung, sondern auch zur generellen Unzufriedenheit. Als große Schwierigkeit wird von einigen Wortmeldungen die fehlende Planbarkeit angesprochen. Sie tätigten Investitionen in Ställe und andere Infrastrukturen mit der Befürchtung, dass die Vorgaben der Politik sich wieder ändern könnten. 

    Am Mittwoch kommt das Kabinett wieder zusammen; im Januar soll der Haushalt beschlossen werden. "Es wird jetzt relativ schnell entschieden", betont Gabriele Triebel. Wie alle im Raum hofft sie, dass der Kelch an den Bäuerinnen und Bauern vorbeigeht. 

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