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Landsberg: Die Montagsdemos in Landsberg nerven Anwohner mit Dieselgeruch und Hupkonzerten

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Die Montagsdemos in Landsberg nerven Anwohner mit Dieselgeruch und Hupkonzerten

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    Viele Demonstrationsteilnehmer auf dem Landsberger Hauptplatz kamen motorisiert, auch in die Fußgängerzone.
    Viele Demonstrationsteilnehmer auf dem Landsberger Hauptplatz kamen motorisiert, auch in die Fußgängerzone. Foto: Christian Rudnik

    Hupkonzerte, Dieselgeruch und viele Traktoren in der historischen Altstadt in Landsberg – das scheint so gar nicht in die alten Gassen zu passen und ärgert viele, die dort wohnen. Denn die Demonstranten gehen nicht mehr wie früher zu Fuß, sondern viele kommen mit ihren Landmaschinen und SUVs. Viele Altstadtbewohner fühlen sich deshalb seit rund vier Wochen belästigt. Nicht mehr nur die Spaziergänger rund um den impfkritischen Arzt Rolf Kron aus Kaufering laufen inzwischen schon seit zwei Jahren montagabends durch die Stadt, angeschlossen haben sich auch viele Landwirte. Zwischen 40 und 50 Traktoren, Lkw und rund 30 Autos waren an manchen Tagen unterwegs. Die Folge sind lange Staus, ausgiebige Hubkonzerte, Krach und Dieselgeruch. An diesem Montag sind es nur zwei Traktoren und viele Autos. Auch die Route ist eine andere. Man protestiert in einer Zufahrtsstraße in die Altstadt. Nach Feierabend stehen viele also im Stau. 

    Der Widerstand gegen die Montagsdemos in Landsberg wächst

    Diese Form der motorisierten Kundgebung gehört am Montagabend ab 18 Uhr zum wöchentlichen Alltag in Landsberg. Zusammengefunden haben sich hier viele Demonstranten von Landwirten über Gewerbetreibende bis zur ursprünglichen Gruppe der Corona-Impfgegner rund um den Arzt Rolf Kron, der unter anderem wegen der Ausstellung falscher Impfzeugnisse vor Gericht stand und zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde. Seine Demos stehen unter dem Motto „Friede, Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung“. Dabei gibt es Plakate der unterschiedlichsten Art zu sehen. Von „Für Frieden und Freiheit“, „Für Remigration“ bis zu „Grüne an die Ostfront“, „Nein zur Zensur“, „Wir haben die Politclowns satt“ und „Bargeld muss bleiben“ reicht die Bandbreite auf den Transparenten. 

    Stau während der Montagsdemo auf dem Hauptplatz in Landsberg.
    Stau während der Montagsdemo auf dem Hauptplatz in Landsberg. Foto: Christian Rudnik

    Haben die Passanten bisher einfach nur die Straßen zu diesen Zeiten gemieden, möchten sie jetzt aktiv dagegen vorgehen. Ebenfalls am Montag zur Demozeit treffen sich deshalb rund 70 Landsbergerinnen und Landsberger in einem Lokal zu einem Bürgerforum, das sich mit einer Unterschriftenliste wehren will. "Es ist nicht hinnehmbar, dass man montags nicht mehr normal durch die Stadt fahren kann. Ein normaler Kirchgang am Montagabend ist nicht möglich, die Kinder haben Angst beim Einkaufen, die Geschäfte schließen früher und in den Kneipen ist nichts los", so die Initiatoren. 

    Bei einem Bürgerforum wollen sich Landsberger Bürgerinnen und Bürger gegen die Montagsdemos aussprechen.
    Bei einem Bürgerforum wollen sich Landsberger Bürgerinnen und Bürger gegen die Montagsdemos aussprechen. Foto: Christian Rudnik

    Verbieten könne man die Demos nicht, so Polizei und Landratsamt bisher. In Landsberg gebe es zwar ein Verbot für LKW über 3,5 Tonnen, aber Traktoren und Lieferverkehr seien davon ausgeschlossen, weil einige durch die Stadt fahren müssten. „Wenn eine Demonstration nicht ersichtlich verfassungsfeindlich ist, muss sie zugelassen werden“, sagt Landrat Thomas Eichinger (CSU). Doch wie die Gewerkschaft der Polizei, die generell ein Traktorverbot bei diesen Demonstrationen fordert, will nun das Landsberger Bürgerforum mit vielen Unterschriften und einer Beschwerde gegen die Demos protestieren. Die "motorisierten Montags-Krawall-Lärm-Demos" seien bis Juli, also an 20 Montagen, angemeldet, und das Bürgerforum halte diese "beabsichtigt provokanten Demos in den engen Straßen für gesundheits- und geschäftsschädigend und sehr belastend für alle Bewohner, Groß und Klein, ebenso für alle Tiere". Unterschriftenlisten liegen deshalb in zwei Gaststätten aus. Auch am Versammlungsabend unterschreiben viele. 

    „Die Traktoren müssen nicht sein, sie verbreiten Angst in der Stadt und dagegen müssen Oberbürgermeister und Landrat vorgehen“, ist man sich auf der Versammlung einig. Deshalb möchte man in 14 Tagen eine Unterschriftenliste beim Landrat abgeben. "Denn so geht es nicht weiter", sagt Initiatorin Alexandra Högner und bekommt dafür viel Applaus. 

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