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An der Grenze zu Serbien
28.07.2011

Pulverfass Kosovo

Nato und EU bleibt keine andere Wahl, als die verfeindeten Parteien weiter mit militärischen Kräften auseinanderzuhalten, sonst droht ein neuer Balkan-Krieg.

1999 ist ein Krieg um das Kosovo geführt worden. Er markierte das Ende der langen und blutigen Balkankriege, die zur Auflösung Jugoslawiens besiegelten und den Machtanspruch Serbiens durchkreuzten. Es waren die Luftangriffe der Nato, die den serbischen Vormarsch in der Provinz Kosovo stoppten – mithilfe der Bundeswehr,die dabei unterder rot-grünen Regierung Schröder ihren ersten Kampfeinsatz im Ausland absolvierte und damit beitrug zum Sturz des Belgrader Diktators Milosevic.

Die militärische Intervention des Westens ebnete der Unabhängigkeit des weit überwiegend von Albanern bewohnten Kosovo den Weg. Seit 2008 ist die ehemalige serbische Provinz unabhängig, ohne dass es seither gelungen wäre, diese unruhige Region wirklich zu befrieden. Der Kosovo-Konflikt, dessen Wurzeln bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen, ist ein Dauerkrisenherd auf europäischem Boden geblieben, weil die albanischstämmigen Kosovaren und die serbische Minderheit keine gemeinsame Basis finden. Der jüngste Gewaltausbruch an der Grenze zu Serbien zeigt, wie tief der uralte Hass sitzt und wie rasch die ethnischen Spannungen in neue militärische Konfrontationen umschlagen könnten. Hier wie dort sind Kräfte am Werk, denen an einer Eskalation gelegen ist. Hier wie dort agieren Kriminelle in der Maske von Politikern und heizen die nationalen Leidenschaften an.

Man sieht nicht, wie dieser Konflikt dauerhaft zu entschärfen wäre – trotz der gewaltigen finanziellen Aufbauhilfen, trotz aller diplomatischen Anstrengungen. Aber Nato und EU bleibt keine andere Wahl, als die verfeindeten Parteien weiter mit militärischen Kräften auseinanderzuhalten. Die Deutschen leisten dazu ihren wertvollen Beitrag. Ohne diesen Einsatz drohte ein neuer Krieg in Europa.

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