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Manfred Weber als EU-Spitzenkandidat? Eine gute Wahl

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Kommentar Von Detlef Drewes
08.11.2018

Manfred Weber als Spitzenmann der europäischen Konservativen: Warum seine Kandidatur zum EU-Kommissionspräsidenten funktionieren kann - aber auch schwierig ist.

Der CSU-Politiker als Frontmann der europäischen Christdemokraten bei der Europawahl - das kann funktionieren. Weber hat das mit einer überzeugenden Rede gezeigt. Aber der Weg bis zur Europawahl wird kein Zuckerschlecken. Das liegt keineswegs nur an Herausforderungen, die in den kommenden Monaten auf die EU zukommen. Auch die Christdemokraten selbst müssen sich erst noch finden.

Manfred Weber steht für die Erneuerung der Christdemokraten

Mit Angela Merkel geht eine der wichtigsten Persönlichkeiten dieser Parteienfamilie in wenigen Wochen von Bord. Dass Horst Seehofer ihr folgen wird, ist absehbar. Das Gesicht der europäischen Christdemokraten werden diese beiden Stabwechsel verändern. Weber steht bereits für diese Erneuerung.

Er mag für Kompromisse plädieren. Aber er meint damit deutliche Positionen - genau das, was den Christdemokraten in vielen Fragen fehlte, um sich scharf und deutlich von Nationalisten und Populisten abzugrenzen. Dass dieser Schritt nicht nur notwendig und erfolgversprechend sein, sondern auch schmerzhaft werden könnte, beginnen einige erst langsam zu ahnen.

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Scheinheiligkeit aus Ungarn stört christdemokratisches Europa-Bild

Wenn die C-Parteien keinen Schaden nehmen wollen, müssen sie sich von jenen Kräften befreien, für die Rechtsstaatlichkeit, Meinungsfreiheit, Menschenrechte und auch Solidarität mit anderen EU-Ländern Fremdworte sind. Gemeint sind vor allem Ungarns Konservative.

Der scheinheilige Auftritt des ungarischen Premierministers Viktor Orbán vor dem Parteikonvent in Helsinki, wo er sich mit Blick auf den Jahrestag des Mauerfalls als Garant für die Freiheit in Europa aufzuspielen versuchte, zeigt, was noch alles zu erledigen ist, ehe das christdemokratische Europa-Bild so erkennbar wird, dass es Wähler begeistert - treue und verlorene, junge und alte.

Union muss Manfred Weber den Rücken freihalten

Welche Rolle bei dieser Selbstläuterung und -klärung die deutschen C-Parteien spielen, ist noch offen. Klar dürfte aber sein: Wer Weber stärken will, muss ihm den Rücken frei halten und ihm auch wünschen, dass er nicht der Versuchung erliegt, Horst Seehofer an der Spitze der CSU zu beerben. Dabei geht es gar nicht darum, dass Weber auch diesen Job ausfüllen würde.

Aber wer als möglicher nächster Kommissionspräsident antritt, muss den Wählern glaubwürdig zeigen, dass er in erster Linie Europäer und erst in zweiter Linie Parteisoldat mit Führungsjob ist. Weber würde sich selbst beschädigen, wenn er seine Interessenlage da nicht klar macht.

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09.11.2018

Was hat denn dieser Mann großartiges in der "großen" Politik für sein Land geleistet, dass er jetzt einen Posten als Höchster in der EU für sich in Anspuch nehmen darf?

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