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Neonazi-Morde
21.11.2011

Rechtsextremismus in Deutschland: Die gefährliche Parallelgesellschaft im Kopf

christian imminger
Foto: wagner

Was ist bloß los in einem Land, in dem Nazis so lang mordend ihr Unwesen trieben, in der Rechtsextremismus als Randphänomen, grausame Taten als "Döner-Morde" verballhornt werden?

Was ist los in diesem Land? Am Wochenende fand in Berlin die erste größere Demonstration gegen Rechts seit dem Auffliegen der Zwickauer Nazi-Zelle statt. Teilnehmer: die üblichen. Anzahl: magere dreitausend.

Während die Politiker tun, was Politiker in solchen Situationen immer tun und vielleicht ja auch tun müssen, nämlich Betriebsamkeit und Betroffenheit signalisieren, scheint ansonsten eine gewisse Gleichgültigkeit vorzuherrschen. Empörung? Kaum vernehmbar. Der Aufstand der Anständigen, wie das früher einmal genannt wurde? Fehlanzeige.

Was also ist los in diesem Land? Was ist los in einem Land, in dem eine Nazi-Bande jahrelang mordend ihr Unwesen trieb und die Diskussion sich bislang auf geheimdienstliche und polizeiliche Fehler fokussiert, auf technische Aspekte also, die selbstredend aufgeklärt gehören, aber an einer Tatsache nichts ändern: dass in diesem Land etwas grundsätzlich schiefläuft.

Das fängt bereits bei der Sprache an, bei den Medien also, und auch diese Zeitung nimmt sich davon nicht aus. Von „Döner-Morden“ war da stets und im Übrigen inhaltlich falsch zu lesen, eigentlich eine unfassbare Verballhornung der Mordtaten. Noch dazu eine voll von Vorurteilen, wird damit doch auch suggeriert, dass es sich um „Milieu-Taten“ handelt. Denn klar: Türkische Verbrechensopfer, das klingt doch schon nach Drogen, Ehrenmord und PKK. Das klingt vor allem so ein bisschen nach selbst schuld, nach weit weg, wovon auch der Name der zuständigen Ermittlergruppe, nämlich Soko „Bosporus“, zeugt.

Noch dieses Jahr veröffentlichte der Spiegel einen Artikel, wonach es sich bei der Mordserie (der im Übrigen auch ein Grieche zum Opfer fiel) um eine Verschwörung gegen die Regierung in Ankara handele. Es handelte sich aber, wie wir jetzt wissen, um eine Verschwörung von Deutschen gegen dieses Land, das auch das Land von Enver Simsek, Abdurrahim Özdogru, Süleyman Tasköprü, Habil Kilic, Yunus Turgut, Ismail Yasar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubasik und Halil Yozgat war.

Die Gesellschaft hat es sich bequem gemacht

Dass weder Ermittler noch Medien in all den Jahren auf diesen Gedanken kamen, ist erschreckend. Vielleicht hat sich die in unzähligen Polizeimeldungen und Innenministerkonferenzen im Zusammenhang mit rechter Gewalt stets bemühte Geschichte von den „Einzeltätern“ zu sehr festgesetzt, hat es sich die Gesellschaft bequem gemacht mit diesem Gedanken: einzelne Wirrköpfe ja, aber brauner Terror? Nur: Diese „Wirrköpfe“ haben in den letzten zwanzig Jahren Schätzungen zufolge über 140 Menschen umgebracht, offiziell räumt die Bundesregierung 47 Opfer ein, bei denen ein rechtsextremistischer Tatzusammenhang eindeutig nachgewiesen werden konnte.

47 Tote also, 47 Menschen, die aufgrund einer von viel zu vielen „Einzeltätern“ geteilten Gesinnung ermordet, totgeschlagen wurden – und da soll man, gänzlich unabhängig von der Zwickauer Zelle, nicht bereits von Terror sprechen? Man frage dazu am besten mal bei Inländern, Ausländern, Obdachlosen, Andersdenkenden in den neuen Bundesländern nach.

Die Gefahr kam für die Westdeutschen aus anderer Richtung

In der westdeutschen Öffentlichkeit aber kam dieser Terror als solcher nicht vor, kam die Gefahr, weil man dann ja eventuell selbst betroffen ist, aus einer anderen Richtung. Dass die Bundesregierung seit diesem Jahr ausgerechnet jene (linken) Initiativen, die sich gegen diesen Terror stellen, mit der sogenannten Extremismusklausel unter Generalverdacht stellt, passt da ebenso ins Bild wie die Vorurteile, denen nicht nur im aktuellen Fall eine ganze Gesellschaft aufsaß.

Keine Frage: Die größte, gefährlichste, abgeschottetste Parallelgesellschaft ist die in unserem Kopf.

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