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12.12.2011

Verlotterte Männerwirtschaft

Bild: Fred Schöllhorn

Der Skandal aus dem Hause Wüstenrot wirft nicht nur auf das Unternehmen und die Versicherungsbranche ein schlechtes Licht.

Wie schon im Falle der im Ergo-Konzern aufgegangenen Hamburg-Mannheimer dürfen viele Versicherungskunden nicht nur Fragen nach der moralischen Seriosität der Betroffenen stellen, sondern auch, warum sie von ihren Versicherungsprämien neben hohen Gewinnen, Gehältern, Provisionen und Boni auch noch Fernreisen für Vertreter und Führungskräfte mitbezahlen sollen, ganz zu schweigen von Prostituierten.

Denn solche Extra-Anreize, von Betriebswirtschaftlern neumodisch „Incentives“ genannt, sind Teil der Kalkulation, die am Ende der Kunde zahlt. Es geht aber um mehr. Die Zeit, in der Geschäfte auf Luxusyachten oder im Bordell gemacht werden, geht zwar glücklicherweise zu Ende. Weniger, weil die Moral steigt, sondern der Wettbewerbs- und Kostendruck. Weil immer mehr „Controller“ in Konzernen aufpassen, dass kein Geld für korrupte Beziehungen verschwendet wird.

Das Hauptproblem ist aber, dass solche Skandale Auswüchse einer verlotterten, nicht mehr zeitgemäßen Männerwirtschaft sind. Sie beweisen unfreiwillig, dass eine Frauenquote für Führungsfunktionen vielen Unternehmen guttäte.

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