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Unterallgäu

11.01.2021

Arbeitnehmerbewegung: Erfahrungen mit Amazon waren sehr schlecht

Die KAB sieht Pläne für ein Amazon-Verteilzentrum kritisch.
Bild: Weizenegger

Plus Warum katholische Arbeitnehmer die Amazon-Pläne kritisch sehen und was sie für die Ansiedlung am Allgäu Airport bei Memmingerberg fordern.

Die Pläne des US-Versandriesen Amazon, ein Verteilzentrum auf einem Gelände beim Allgäu Airport zu bauen, sorgen seit geraumer Zeit für Diskussionen. Gegner des Projekts argumentieren, dass das Grundstück nicht an einen Konzern verkauft werden soll, der dem Einzelhandel schade. Das Areal ist im Besitz einer Gesellschaft, der unter anderem alle Allgäuer Kreise und kreisfreien Städte angehören. Befürworter führen ins Feld, dass auch eine Ablehnung des Vorhabens den Strukturwandel im Handel nicht aufhalten werde. Nun hat sich der Kreisverband der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) Memmingen-Unterallgäu in einem Brief an die Mitglieder des Memminger Stadtrats gewandt, die am heutigen Montag über das Amazon-Vorhaben beraten. Die KAB sieht das Projekt aus mehreren Gründen kritisch.

Darum kritisiert die Katholische Arbeitnehmerbewegung Amazon

In dem Brief heißt es zunächst, dass die KAB es grundsätzlich begrüßt, wenn neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Gleichzeitig weist der Sozialverband aber auf Folgendes hin: „Unsere Erfahrungen mit Amazon waren in der Vergangenheit sehr schlecht. Wir sehen sowohl in der Unternehmenspolitik als auch in der Unternehmenskultur eine potenzielle Gefährdung für die hart erkämpften Rechte der Arbeitnehmer in Deutschland.“

Zudem würde das Unternehmen ein höheres Verkehrsaufkommen und somit eine höhere Umweltbelastung verursachen. Auch sei das Retourenmanagement, also die Handhabung von Rücksendungen, von Amazon weder nachhaltig noch klimafreundlich. Ferner würde der Versandhändler vor Sonn- und Feiertagsarbeit nicht zurückzuschrecken. „Unsere Kultur, die ganz wesentlich vom Christentum geprägt worden ist, besteht nicht nur aus Konsum und Arbeit, sondern aus sozialen Kontakten in Familie und Gemeinschaft“, heißt es in dem Brief. Daher müsse der Sonntagsschutz gewährleistet werden.

KAB: Mindestanforderung von guten Arbeitsbedingungen müssen eingehalten werden

Laut KAB lehnt Amazon in Deutschland bisher jegliche Zusammenarbeit mit Gewerkschaften ab und akzeptiere keine Tarifverträge. In den Augen der KAB behandelt Amazon seine Mitarbeiter nicht „entsprechend ihrer Würde“, sondern setze sie zum Teil „massiv unter Druck und schikaniere sie bisweilen sogar“. Die KAB könne das Vorhaben daher nur unterstützen, sofern gewährleistet sei, „dass die Mindestanforderungen an unser allgemeines Verständnis von guten Arbeitsbedingungen eingehalten werden“.

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