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Ulm

29.09.2015

Tramlinie S2: Startschuss für Ulms neue Mega-Baustelle

So wird die Kienlesbergkrücke einmal aussehen. Die Straßenbahnlinie 2 wird die Stadt viele Millionen Euro kosten.
Bild: Animation: Stadt Ulm

Warum die Entstehung der Straßenbahnlinie 2 Ulm ins „Tal der Tränen“ stürzen wird. Auf die Stadt kommen überdies hohe Kosten zu.

Acht Jahre wurde geplant, gehofft und gerechnet. Jetzt wird gebuddelt. Mit dem Beginn der Kanalarbeiten rund um den Neubau der 9,3 Kilometer langen Straßenbahnlinie auf den Kuhberg und in die Wissenschaftsstadt mit insgesamt 17 neuen Haltestellen begibt sich Ulm aber erst mal „ins Tal der Tränen“, wie es Ulms Baubürgermeister Tim von Winning ausdrückte. Denn: Auf Autofahrer, Fahrradfahrer kommen „erhebliche Einschränkungen“ zu. Auch die Benutzer des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) müssen sich auf neue Fahrpläne einstellen.

Eng wird es ab Oktober insbesondere entlang der Römerstraße bis zum Schulzentrum und rund um die Kreuzung Neutorstraße/Karlstraße. Hier entsteht für elf Millionen Euro eine Stahlbrücke – einzig und allein für den ÖPNV und Fußgänger.

Die Konkreten Auswirkungen: ab kommender Woche bis zum Frühjahr ist die benachbarte Neutorbrücke nur einseitig – in Richtung Innenstadt – befahrbar. Die Umleitungsstrecke führt übers Blaubeurer Tor und die B10 zum Lehrer-Tal-Weg, was diesen ohnehin oft überlasteten Knotenpunkt weiter verstopfen dürfte.

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Die neue Straßenbahnlinie in Ulm hat 17 Haltestellen

Wer zum Schulzentrum fahren muss, braucht ebenso mehr Geduld: Bis Dezember ist die Römerstraße zwischen Saarlandstraße und Straße Unterer Kuhberg halbseitig in Richtung Schulzentrum gesperrt. Davon ist auch der Busverkehr betroffen.

Bis Passanten erkennen, was in Ulm auf einer zehn Kilometer langen Baustelle entsteht, werden noch Monate vergehen. Bevor es an den klassischen Gleisbau geht, müssen beispielsweise Abwasserkanäle verlegt werden. Und zahlreiche Bäume gefällt werden. Wobei die Stadtverwaltung in diesem Zusammenhang stets die Umweltverträglichkeit des Großprojekts betont, den ein „landschaftspflegerischer Begleitplan“ regelt.

 Ein grünes Band aus 94 neu gepflanzten Birnbäumen wird als Ersatz entstehen. Denn längs der Trasse zur Wissenschaftsstadt müssen 457 Bäume weg – wovon 19 versetzt werden – aber nur 352 werden neu gepflanzt.

Auf die Stadt Ulm kommen 86 Millionen Euro Kosten zu

Wie Ingo Wortmann, Geschäftsführer, der Verkehrstochter der Stadtwerke betonte, profitiere durch den Bau von drei neuen „Zwischenwendeanlagen“ die Leistungsfähigkeit des ganzes Netzes. Dadurch bekommen Straßenbahnen die Möglichkeit an drei Stellen zu wenden, was die Flexibilität enorm erhöhe. Dadurch sei beispielsweise in Zukunft denkbar, dass etwa bei Großveranstaltungen in der Friedrichsau die Massen per Straßenbahn abtransportiert werden.

Auch wenn das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz, das eine maßgebliche Rolle bei der Realisierung der Linie 2 spielt, bis über 2019 verlängert werden soll, ändert dies laut Baubürgermeister von Winning nichts am Zeitplan. Er gehe davon aus, dass das Bauvorhaben bis 31. Dezember 2018 fertiggestellt und komplett abgerechnet sein muss. Ansonsten könnten der Stadt Millionen an Fördergeldern verloren gehen.

178,3 Millionen Euro kostet der Bau der Strecke, hinzu kommen 14 Millionen Euro für den Betriebshof und 31 Millionen Euro für zwölf neue Straßenbahnwagen. Die Stadt zahlt davon 86 Millionen Euro.

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