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Neu-Ulm: Bekommt Neu-Ulm eine kleine Tiny House-Siedlung?

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Bekommt Neu-Ulm eine kleine Tiny House-Siedlung?

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    In Finningen soll eine kleine Siedlung mit Tiny Houses entstehen.
    In Finningen soll eine kleine Siedlung mit Tiny Houses entstehen. Foto: Uli Deck, dpa (Symbolbild)

    Für die einen sind sie die Zukunft des Wohnens, für andere das Symbol für den platzenden Traum vom Eigenheim. Wie auch immer man zu ihnen steht, Tiny Houses liegen im Trend. Ein Grundstücksbesitzer möchte nun an der Breitenhofstraße in Finningen seine rund 1700 Quadratmeter an fünf Tiny House-Besitzer verpachten und stellte einen Bauvorantrag an die Stadt, der in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses diskutiert wurde. Dabei wurde schnell klar, dass es weniger darum geht, ob man das darf, sondern vor allem darum, ob solche Projekte überhaupt sinnvoll sind.

    Bauanträge für Tiny Houses seien nicht selten, aber ein Antrag über die Errichtung von einer kleinen Siedlung der maximal 30 Quadratmeter großen Häuschen, sei dann doch ungewöhnlich. Und so schien Stadtbaudirektor Markus Krämer selbst nicht genau zu wissen, was er davon halten soll. Man würde in der Stadt Tiny-House-Projekte nicht forcieren, weil zweifelhaft sei, ob der knappe Baugrund damit gut genutzt sei. "Aber unabhängig von der Frage, ob das eine gute Idee ist oder nicht, die Stadtverwaltung hält das Projekt prinzipiell für zulässig", sagte Krämer, als er den Antrag vorstellte. Gerade weil die geplante Mini-Siedlungnicht direkt in der Stadt, sondern in Finningen entstehen soll, sei zumindest an diesem ersten Bauvorantrag nichts auszusetzen. 

    Bauvorantrag zu Tiny House-Siedlung lässt viele Fragen offen

    Weil es sich aber eben nur um einen Bauvorantrag handelte, blieben einige Fragen offen, die den Stadträtinnen und Stadträten Bauchschmerzen bereiten. "Es ist nicht klar, ob es um feste Wohnanlagen oder eine Art Camping geht, denn laut Antrag will der Eigentümer mobile Tiny Houses. Das klingt für mich nicht nach einer dauerhaften Nutzung", sagte Waltraud Oßwald (CSU), die sich nach ihren Worten deutlich mehr von der Vorlage erhofft hatte. Man brauche vor allem mehr Wohnraum für Familien, also könne eine Zusage nur erfolgen, wenn es sich um feste Wohneinheiten handelte. 

    Laut Sarah Resl, Leiterin der Baurechtsbehörde, geht man in der Stadt schon alleine deshalb von einer dauerhaften Nutzung aus, weil der Antrag von vornherein nicht genehmigungsfähig wäre, würde es sich um eine mobile Nutzung handeln. Allerdings bedeutet 'dauerhaft' in diesem Zusammenhang lediglich eine Zeitspanne von mehr als drei Monaten, wie Resl auf Nachfrage von Rosl Schäufele (SPD) klarstellte. Erschlossen werde das Grundstück jedenfalls wie jedes normale Haus, samt Strom- und Wasseranschluss, auch wenn die genau Nutzung noch unklar ist. 

    Auch Tiny Houses müssen sich in Wohngebiete einfügen

    Unklar ist auch, wie die Tiny Houses genau aussehen sollen. Im Bauvorantrag seien die Häuser in standardisierter Form dargestellt und die gesetzliche Auflage, dass sich die Gebäude in das Wohngebiet einfügen müssen, gelte auch hier, erklärte Resl. "Aber es darf blau, rot, gelb oder grün sein, theoretisch, obwohl ich niemanden auf dumme Gedanken bringen will", fügte Bürgermeisterin Katrin Albsteiger (CSU) hinzu.

    Schließlich wurde die Beschlussvorlage um die Auflage einer dauerhaften Nutzung ergänzt und so einstimmig verabschiedet. Ob die Tiny House-Siedlung in Finningen wie geplant errichtet werden kann und ob solche Projekte damit in Zukunft in Neu-Ulm häufiger umgesetzt werden können, dürfte sich erst entscheiden, wenn über konkreten Bauanträge diskutiert und abgestimmt wird.

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