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Roggenburg
25.11.2022

Schon als Kind ein Fan: Er kennt die Glocken im Landkreis und darüber hinaus

Pater Stefan Kling, Prior des Klosters Roggenburg, ist gefragter Glockensachverständiger.
Foto: Dagmar Hub

Pater Stefan, Prior des Prämonstratenserklosters, ist als Sachverständiger der besonderen Art unterwegs. Die Kirche mit seinem liebsten Geläut liegt im Landkreis-Norden.

Das Foto von der ältesten Glocke des Landkreises findet Pater Stefan Kling im Deutschen Glockenatlas sofort, in Band zwei, der Bayerisch-Schwaben umfasst. Diese Glocke hängt in der Kirche St. Margaretha in Reutti. Pater Stefan, Prior des Roggenburger Prämonstratenserklosters, ist ausgebildeter Glockensachverständiger des Bistums Augsburg – und das seit 1999; es dürfte kaum jemand die Glocken der Region – und weit darüber hinaus – sowie die Geschichte der Entwicklung von Glocken besser kennen als er. 

Der Prior war schon als Kind ein Glockenfan

Schon als Kind sei er ein leidenschaftlicher Glockenfan gewesen, erzählt der aus Roth bei Pfaffenhofen stammende Prior. So sehr konnte er sich für Glocken begeistern, dass sein Bruder den Kopf schüttelte. Heute macht die Arbeit als Glockensachverständiger etwa 10 bis 15 Prozent seiner Tätigkeit aus – und auf Türme steigt er sowieso gerne. Freilich ist Pater Stefan nur für die Glocken in katholischen Kirchen zuständig, aber wenn ihn ein evangelischer Pfarrer im Landkreis um Rat zu seinen Glocken fragt, steigt er auch schon einmal einem protestantischen Gotteshaus aufs Dach, und selbst die Glocken in der württembergischen Umgebung kennt er bestens. 

Ein in der NUZ erschienenes Foto der Glocke des Schwörhauses konnte er zum Beispiel sofort zuordnen. Gegossen hat sie Hans Braun im Ulm im Jahr 1619, also zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges. "Aus dem feier bin ich geflossen hans braun in ulm hat mich gegossen anno domini 1619“, lautet die Inschrift auf der Schulter. Das Ulmer Schwörhaus wurde im Dezember 1944 von Bomben zerstört, die im Oktober 1942 abgenommene Glocke wurde offenbar nicht eingeschmolzen, sondern kam vom Hamburger Glockenfriedhof zurück. 

Einmal erstarrte der Glockenexperte vor Ehrfurcht

Die Arbeit als Sachverständiger ist umfangreich und vielfältig: Pater Stefan Kling wird gerufen, wenn beispielsweise statische Fragen in einem Kirchturm auftreten und Probe geläutet werden muss, er wird gerufen, wenn ein Geläute neu ergänzt wird oder wenn irgendwo ein ganz besonderes Exemplar auftaucht. So wie bei einem Anruf aus dem Murnauer Moos. Pater Stefans Augen glänzen, wenn er davon erzählt. Beim Anblick der Glocke erstarrte er vor Ehrfurcht: Aus Eisenblech gebogen, genietet und in Bronze getaucht stand da etwas von ihm, was er in die Zeit der Mission durch iroschottische Mönche – also vom 6. bis 8. Jahrhundert – einordnen konnte und damit als eine der ältesten Glocken in Europa. Man vermutet, dass diese eine Handglocke eines solchen Missionsmönches gewesen sei. Möglicherweise, so Pater Stefan, habe der sie auch apotropäisch genutzt – also magisch zur Abwehr von Schaden. Meistens aber geht es bei der Fallbetreuung zunächst darum, zu recherchieren, was an Akten vorhanden ist, um danach ein Projekt zu begleiten. Zudem vergrößert Pater Stefan Kling die Archivsammlung von Dokumenten über Glocken. "Und sehr spannend ist es, ein neues Geläute zu entwerfen", sagt der diplomierte Kirchenmusiker, der auch Orgelsachverständiger ist. 

Die älteste Glocke in Roggenburg stammt aus dem 14. Jahrhundert

Und im eigenen Landkreis? Gibt es da Glocken, die er besonders gerne mag? "St. Michael in Unterelchingen, das ja nicht zum Elchinger Kloster, sondern zu Kloster Salem gehörte, hat ein besonders schönes Geläut", sagt er. "Und die Glocken von Reutti!" St. Margaretha, erbaut im 13. Jahrhundert, hat drei uralte Stücke, deren ältestes im 13. Jahrhundert, also zur Bauzeit, gegossen wurde. Die älteste Glocke des Roggenburger Klosters selbst stammt aus dem 14. Jahrhundert. Ein ganz besonderes Erlebnis bescherte ihm die Ulmer Schwörglocke – einmal durfte er sie läuten. Und dann ist da noch das hochsensible Politikum der Leihglocken, das ihn beschäftigt: Etwa 1300 Glocken wurden während des Zweiten Weltkrieges aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten in den Westen des Reiches geschafft, um eingeschmolzen zu werden. Sie überstanden den Krieg, die britische Militärregierung verbot die Rückgabe hinter den eisernen Vorhang. Eine von ihnen ist die große Glocke im Nördlinger Daniel: Sie stammt aus der zerstörten Marienkirche in Stargard im heutigen Polen. 

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