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Wegen Kindesmissbrauchs vorbestraft

01.01.2012

Diözese Augsburg verhindert Aushilfseinsatz eines Geistlichen

Durch richtiges Verhalten mit einem sensiblen Thema will die Kirche wieder Vertrauen zu den Gläubigen herstellen.
Bild: dpa

Weil er wegen Kindesmissbrauchs vorbestraft ist, hat die Diözese Augsburg den Aushilfseinsatz eines Geistlichen in einer Pfarrei in der Region verhindert.

Quasi in letzter Minute konnte die Diözese Augsburg verhindern, dass ein wegen Kindesmissbrauchs vorbestrafter Geistlicher in einer Pfarrei in der Region – wenn auch nur als Aushilfe zum Jahreswechsel – eingesetzt wird. Das Bistum wurde auf den Fall aufmerksam, nachdem die NR einen Hinweis bekommen hatte und eine entsprechende Anfrage bei der Diözese stellte.

Vor etlichen Jahren hatte ein Vorfall dazu geführt, dass ein Ortsgeistlicher aus der Region seine Pfarrei verlassen musste. Ihm war vorgeworfen worden, Kinder sexuell missbraucht zu haben. Fünf Fälle wurden dem Seelsorger nachgewiesen. Er wurde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Jetzt war vorgesehen, dass der Geistliche vertretungsweise zum Jahreswechsel in einer benachbarten Gemeinde seiner damaligen Wirkungsstätte eingesetzt werden sollte. Gewusst von der geplanten Aushilfe hat die Diözese Augsburg laut Aussage von Pressesprecher Markus Kremser nichts. Dort hat man es erst über einen Hinweis unserer Zeitung erfahren. „Das werden wir unterbinden“, sagte Kremser.

Pfarrer ist für solche Vertretungen nicht vorgesehen

Denn der betroffene Pfarrer sei für solche Vertretungen nicht vorgesehen. Der Geistliche, der sich nach den Vorfällen auch einer Therapie unterzogen habe, habe einen zugewiesenen Bereich in der Altenseelsorge. Wie es dazu kam, dass er nun wieder Gottesdienste in einer Pfarrei halten sollte, kann Kremser nur vermuten. „Ich nehme an, dass dies der Pfarrer vor Ort mit ihm vereinbart hat. Bei uns in der Diözese gibt es ja keine zentrale Vermittlung von Aushilfsstellen.“ Deshalb könne auch nicht ausgeschlossen werden, dass so etwas immer einmal wieder vorkomme.

Allerdings bemühe sich die Kirche dafür zu sorgen, dass derart vorbelastete Geistliche als Seelsorger nicht mehr in Kontakt mit Kindern kommen. Wie Kremser erklärt, würden solche Menschen neben der Altenseelsorge zum Beispiel auch als Hausgeistliche in einem Kloster oder in verschiedenen Verwaltungsbereichen eingesetzt. Aber selbst dann sei es nicht zu verhindern, so Kremser, dass jemand mit dieser Vorbelastung wieder Kontakt zu Kindern habe. „Derjenige muss dazu ja nur auf die Straße gehen.“

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