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Schrobenhausen

21.06.2020

Schrobenhausener Krankenhaus will mit Uniklinik Augsburg kooperieren

Das Kreiskrankenhaus Schrobenhausen würde gerne mit dem Klinikum Augsburg (Foto) kooperieren. Als sogenannter Maximalversorger kann die Uniklinik medizinische Eingriffe vornehmen, die ein Regel- und Grundversorgungskrankenhaus wie das in Schrobenhausen nicht anbieten kann. 
Bild: Ulrich Wagner

Plus Von einer Zusammenarbeit zwischen Schrobenhausen und dem Augsburger Klinikum könnten beide Einrichtungen profitieren. Welchen Nutzen Patienten davon hätten.

Das Kreiskrankenhaus in Schrobenhausen hat seine Fühler in Richtung Augsburg ausgestreckt. Mit dem dortigen Klinikum soll eine Zusammenarbeit angestrebt werden. Noch ist nichts in trockenen Tüchern, noch müssen die Details einer möglichen Kooperation erst besprochen und durchdacht werden. Doch der Wille ist da – und zwar auf beiden Seiten. Insbesondere für das Schrobenhausener Krankenhaus – und auch für deren Patienten – wäre der Deal von großem Nutzen.

„Es liegt eine Absichtserklärung vor, bis Ende 2021 soll es ein Ergebnis geben“, sagte Landrat Peter von der Grün. Bis dahin wollen beide Einrichtungen prüfen, wie sich die derzeitigen Überlegungen über eine gemeinsame Partnerschaft umsetzen ließen. Während das Kreiskrankenhaus eine Regel- und Grundversorgung bietet, gehört das Klinikum Augsburg zu einem sogenannten Maximalversorger. Welchen Nutzen die Einrichtungen aus einer Zusammenarbeit ziehen könnten, erklärt Shahram Tabrizi, Leitender Oberarzt für Innere Medizin und Geriatrie am Kreiskrankenhaus, im Gespräch mit der Neuburger Rundschau so:

Kreiskrankenhaus kann Augsburger Klinikum mit Patienten entlasten

Ein Patient wird ins Schrobenhausener Krankenhaus eingewiesen. Dort wird festgestellt, dass er beispielsweise eine Herz-Operation benötigt, die am Kreiskrankenhaus nicht vorgenommen werden kann. Mit der Uniklinik als Kooperationspartner würde der Patient deshalb nach Augsburg überwiesen werden. „Bislang ist es so, dass wir mitunter wie ein Bittsteller bei unterschiedlichen Kliniken anrufen müssen, um einen Platz zu bekommen“, erklärt Tabrizi, der seit Mai als neu gewählter Kreisrat auch Gesundheitsreferent im Landkreis ist. Durch eine Kooperation hätte Schrobenhausen aber einen festen Ansprechpartner, mit entsprechend bekannten Ärzten und einem vertrauten medizinischen Behandlungsprogramm.

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Weil eine Partnerschaft aber im besten Fall aus einem Geben und Nehmen besteht, hätte auch das Augsburger Klinikum einen Vorteil: Nach einer erfolgreich verlaufenen OP könnte der Herz-Patient im Anschluss zur Nachsorge bzw. zur Reha nach Schrobenhausen zurückkommen. Das verschafft dem Klinikum freie Kapazitäten, während der Patient wieder wohnortnah versorgt werden könnte, verdeutlicht Tabrizi. Allerdings räumt er auch ein, dass es selbst bei einer Kooperation keine 100-prozentige Gewährleistung gibt, ein Bett am Augsburger Klinikum zu bekommen. „Da muss man einfach realistisch sein.“

Schrobenhausen wird akademisches Lehrkrankenhaus

Und es gibt es noch einen weiteren Grund, der für eine Zusammenarbeit spräche: Die medizinische Ausbildung könnte in beiden Häusern absolviert werden. Schrobenhausen könnte dadurch zu einem „akademischen Lehrkrankenhaus“ werden.

Leitender Oberarzt Shahram Tabrizi.
Bild: Kreiskrankenhaus

All das sind im Augenblick Überlegungen, die für eine Zusammenarbeit sprechen würden. Doch über die konkrete Umsetzung muss erst noch gesprochen werden – und das braucht seine Zeit. Denn es sei wichtig, alle Abteilungen ins Boot zu holen. „Das Projekt soll uns ja nicht in zwei Wochen um die Ohren fliegen. Deshalb gehen wir jetzt lieber behutsam an die Sache heran und stecken die jeweiligen Interessen ab, damit sich am Ende alle mitgenommen fühlen“, sagt Tabrizi.

Chancen für Kooperation zwischen Schrobenhausen und Augsburg stehen gut

Den Kontakt zwischen Schrobenhausen und Augsburg hatte Staatssekretär Roland Weigert im Herbst vergangenen Jahres eingefädelt, erzählt Landrat Peter von der Grün. Daraufhin hätten er, Kreisrat Klaus Brems und der damalige Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses, Thomas Rudolf, die Gespräche aufgenommen und die Eckdaten für die Absichtserklärung festgelegt.

Die Chancen, dass aus der grundsätzlichen Bereitschaft in absehbarer Zeit auch eine verbindliche Zusage wird, schätzt Mediziner Shahram Tabrizi als gut ein. Zumindest die ersten Gespräche seien „sehr vielversprechend“ gelaufen.

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