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Neuburg-Schrobenhausen

21.05.2020

Zwei Monate Katastrophenfall: Landratsamt zieht Zwischenbilanz

Über die Lieferung freuen sich Landrat Peter von der Grün, Katharina Huber (r.), Leiterin der FüGK, sowie Susanne Krauss (l.) und Werner Dippong (2.v.r.), beide Mitglieder der FüGK.
Bild: Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen

Zahlreiche Maßnahmen wurden im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen eingesetzt, um die Corona-Pandemie zu bewältigen. Wie entwickelt sich die Lage? Ein Zwischenstand.

Mit der Ausrufung des Katastrophenfalls in Bayern am 16. März 2020 hat die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) im Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen ihre Arbeit aufgenommen. Seit nunmehr zwei Monaten liegt die Bewältigung der Corona-Pandemie im Landkreis in der Verantwortung der FüGK.

Corona-Pandemie im Landkreis: "Eine sehr intensive Zeit"

„Die letzten zehn Wochen waren eine sehr intensive Zeit“, erklärt Landrat Peter von der Grün, der den Rückgang der Neuinfizierten im Landkreis zum Anlass nimmt, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen. Während die so genannte 7-Tage-Inzidenz der Neuinfizierten bei 10,3 liegt (Robert Koch-Institut, Stand: 20.05.2020), wurde Anfang April (10.04.) der bisherige Höchstwert von 66 erreicht. „In einem Großteil unserer Landkreisgemeinden gibt es seit Tagen keine neuen Infektionen“, zeigt sich der Landrat zufrieden.

Vorsicht sei dennoch geboten: „Jetzt gilt es, die Lockerungen zu genießen, ohne die Hygiene- und Abstandsregeln außer Acht zu lassen. Wir haben schon viel erreicht. Trotzdem bitte ich alle Bürgerinnen und Bürger um ihr Verständnis für die weiterhin geltenden Maßnahmen. Wir sollten sie nicht als Einschränkung, sondern als Chance für mehr Normalität wahrnehmen.“

Zwei Monate Katastrophenfall: Landratsamt zieht Zwischenbilanz

Entspannung der Corona-Situation in Neuburg-Schrobenhausen

Die derzeitige Entspannung der Situation macht sich auch in der Führungsgruppe Katastrophenschutz leicht bemerkbar. „Die ersten Wochen sind wir täglich zur Lagebesprechung zusammengekommen und haben mit Hochdruck Vorbereitungen getroffen, den Landkreis für einen möglichen Anstieg der Patientenzahlen zu rüsten“, berichtet von der Grün. „Am Anfang hat keiner von uns abschätzen können, wie sich die Infektionszahlen entwickeln.

Uns war es wichtig, dass alle Vorbereitungen im Vorfeld getroffen sind, um im Notfall sehr schnell handeln zu können.“ Gerade in der Anfangsphase waren Schutzmasken, Desinfektionsmittel, Visiere, Kittel und Handschuhe knapp. Mittlerweile sind viele Produkte lieferbar, sodass die medizinischen und pflegerischen Einrichtungen im Landkreis versorgt werden können. Lediglich Schutzkittel und Schutzanzüge sind aktuell schwer zu bekommen.

Schutzkittel und Schutzanzüge sind aktuell schwer zu bekommen

Insgesamt wurden von der FüGK bislang rund 80.000 FFP2-Masken, 139.000-mal Mund-Nasen-Schutz, 46.000 Handschuhe, 3.900 Liter Desinfektionsmittel, 1.500 Gesichtsschilde, je 1.000 Mehrwegkittel und Schutzanzüge sowie 500 Einweg-Kittel an medizinische und pflegerische Einrichtungen ausgegeben. Unterstützt hat die FüGK auch die Krankenhäuser im Landkreis, indem auch Beatmungsgeräte samt entsprechendem Zubehör für eine mögliche kurzfristige Ausweitung der Beatmungskapazitäten um weitere rund zehn Plätze beschafft wurden.

Darüber hinaus hat die FüGK den Aufbau verschiedenster Einrichtungen zur Lagebewältigung koordiniert. Beispiele hierfür sind die Fieberambulanzen in Neuburg und in Schrobenhausen, die Corona-Teststation und das Not-Krankenhaus in Neuburg sowie die Einrichtung einer Isolierstation in Schrobenhausen für an Demenz erkrankte COVID-19-Patienten. Während die Fieberambulanzen und die Teststation weiterhin in Betrieb bleiben, wurde das Not-Krankenhaus zurückgebaut. Es kann jedoch bei Bedarf binnen 48 Stunden wieder in Betrieb genommen werden. Eine besonders beeindruckende Leistung war die kurzfristige Einrichtung einer Drive-In-Teststation, um kurzfristig rund 120 Personen in wenigen Stunden abzustreichen.

Die Bewältigung dieser Lage ist für die Landkreisverwaltung ein nicht zu unterschätzender Kraftakt. Auch der Landkreis war und ist als Arbeitgeber von den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie betroffen. Da zahlreiche Mitarbeiter aufgrund von Kinderbetreuung, Vorerkrankungen, Angehörigkeit zu einer Risikogruppe, usw. zuhause bleiben mussten, musste auch im Landratsamt mit - zeitweise erheblich - reduziertem Personalstand gearbeitet werden. Zugleich sind die Aufgaben durch Corona angestiegen. Unter anderem wurden Mitarbeiter aus den verschiedensten Bereichen abgezogen, um die FüGK gemäß der Anweisung aus dem Innenministerium mit genügend Personal auszustatten. Zudem machte es diese besondere Situation erforderlich, das Gesundheitsamt massiv personell zu verstärken – ebenfalls aus dem noch vorhandenen Personalstamm. Einsätze am späten Abend, samstags und sonntags, teilweise bis in die frühen Morgenstunden sind dabei nach wie vor keine Seltenheit.

FüGK hatte Unterstützung von BRK, THW und Feuerwehr

„Bei all den Maßnahmen konnte und kann die FüGK auch auf die Kompetenz und tatkräftige Unterstützung der Hilfsorganisationen BRK, THW und Feuerwehr setzen. Ich bin beeindruckt von der Leistungsfähigkeit unserer Helfer, die ihre Zuverlässigkeit auch abends und am Wochenende unter Beweis stellen. Dafür ein großes Dankeschön“, so Landrat Peter von der Grün, der noch einer weiteren Organisation seinen Dank ausspricht: „Auch die Bundeswehr, die wir für die Teststation zur Unterstützung angefordert haben, hat bislang großartige Arbeit geleistet.“

Auch den Bürgerinnen und Bürgern sei in den letzten Wochen viel abverlangt worden, so der Landrat: „Wir mussten uns immer wieder auf neue Rahmenbedingungen einstellen, sei es privat oder beruflich.“ Diese dynamische Situation sei auch im Landratsamt deutlich spürbar. „Um die vielen Fragen aus der Bevölkerung beantworten zu können, haben wir bereits frühzeitig Bürgertelefone im Gesundheitsamt und im Gewerbeamt eingerichtet“, erklärt Peter von der Grün. Ihm ist es ein ganz großes Anliegen, den Bürgerinnen und Bürgern für ihr Verständnis zu danken: „Der Großteil der Bevölkerung hat sich vorbildlich verhalten. Dafür mein großer Dank. Ich habe aber auch die Bitte, die notwendigen Maßnahmen zum Gesundheitsschutz weiterhin auf diese Weise mitzutragen.“

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