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Coronavirus

30.03.2020

Coronavirus: Infos rund um Symptome, Ansteckung und Corona-Behandlung

Ein Coronavirus unter dem Mikroskop: Wir informieren rund um Behandlung, Symptome und Ansteckung.
Bild: NIAID-RML, dpa

Auch in Deutschland gibt es immer mehr Coronavirus-Fälle. Hier bekommen Sie die wichtigsten Informationen rund um Symptome, Ansteckung und Behandlung.

Das neue Coronavirus verbreitet sich weiter. Auch in Deutschland gibt es immer mehr Fälle. Daher liefern wir in diesem Artikel die wichtigsten Informationen - unter anderem rund um Symptome, Behandlung, Ansteckung, Fälle und die Folgen.

Wie gefährlich ist das Virus?

Die Sorge um das Coronavirus wächst. Auch in Europa nimmt die Zahl der Patienten stetig zu. Wie gefährlich ist das Virus? Aktuell, so teilt das Robert-Koch-Institut mit, gebe es nicht genügend Informationen, um die Schwere des Krankheitsverlaufs aussagekräftig einzustufen. Noch gehen Experten deshalb von einer geringen bis mäßigen Gefahr für Deutschland aus. Nach bisherigen Zahlen sterben ein bis zwei Prozent der infizierten Personen.

Damit ist das neue Virus jedoch rund zehnmal so tödlich wie die Grippe. Die Frage, wie ansteckend es tatsächlich ist, kann noch nicht geklärt werden. Offen bleibt auch, wie gut das deutsche Gesundheitssystem auf eine mögliche Infektionswelle vorbereitet ist, wo zeitgleich auch die Grippe grassiert. Michael Bayer, Ärztlicher Direktor des Uniklinikums in Augsburg, sagt: „Beide Erkrankungen weisen ähnliche Symptome auf und müssen voneinander abgegrenzt werden.“

Das Coronavirus, betonte der Berliner Virologe Christian Dorsten kürzlich, könnte zu überfüllten Arztpraxen, voll belegten Intensivstationen und überlasteten Gesundheitsämtern führen. Die Belastung durch Grippe-Patienten beanspruche bereits einen Großteil der Kapazitäten. Deshalb sollte ein Zusammentreffen unbedingt vermieden werden.

Bestätigte Coronavirus-Fälle

Das sind die Coronavirus-Fälle in den einzelnen Bundesländern in Deutschland:

Anzeichen für das Coronavirus: Welche Symptome treten auf?

Die gute Nachricht ist: Dem Robert-Koch-Institut zufolge sind vier von fünf Krankheitsverläufen mild. Infizierte können an Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber leiden. Manche haben auch Durchfall. Grundsätzlich seien Corona-Symptome nicht von denen einer normalen Grippe zu unterscheiden, erklärt Dirk-Matthias Rose, Facharzt für Arbeitsmedizin in Frankfurt am Main. Ob eine Person am Coronavirus erkrankt sei, lasse sich nur durch Labortests herausfinden.

Auch wenn die Mehrzahl der Erkrankungen eher harmlos verläuft, gibt es auch Menschen, die schwer krank werden. Bei einem Teil der Patienten kommt es zu Atembeschwerden und Lungenentzündungen. Der Anteil der Todesfälle an den bestätigten Erkrankungen liegt weltweit bei ein bis zwei Prozent. Betroffen waren bisher vor allem Patienten, die älter waren oder an einer chronischen Grunderkrankung litten. Aktuelle Untersuchungen legen zudem nahe, dass das Virus Männer stärker trifft als Frauen. Bislang sind in Deutschland noch keine Menschen am Coronavirus gestorben.

Kann ich zu Hause bleiben, wenn ich Angst habe, mich in der Arbeit mit dem Virus anzustecken? Nein. Ein Verdachtsfall im Unternehmen rechtfertigt nicht, dass andere Kollegen zu Hause bleiben. „Das gehört zum normalen Lebensrisiko“, sagt Mediziner Rose.

Wie läuft die Ansteckung mit dem Coronavirus ab?

In diesen Tagen überlegt man es sich zweimal, ob man eine Türklinke in die Hand nimmt oder im Bus eine Haltestange anfasst. Aber kann man sich so tatsächlich mit dem Coronavirus anstecken? Prinzipiell ja. „Übertragungen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sind durch Schmierinfektionen denkbar“, teilt das Bundesinstitut für Risikobewertung mit. Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt sei dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich.

In der Regel erfolge die Inaktivierung in getrocknetem Zustand innerhalb von Stunden bis einigen Tagen – ganz genau kann man das bisher nicht sagen. Fälle, in denen sich Menschen auf anderen Wegen, etwa über den Verzehr von Lebensmitteln oder durch importiertes Spielzeug infiziert haben, gibt es dem Bundesinstitut zufolge bisher nicht.

Der Hauptübertragungsweg ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts die Tröpfcheninfektion, etwa durch Anhusten oder Anniesen. Auch wenn die Sekrete an die Hände gelangen, mit denen man sich dann ins Gesicht fasst, kann man krank werden. Gründliches Händewaschen ist den Experten zufolge deswegen immens wichtig – nicht nur, um sich vor dem Coronavirus zu schützen, sondern etwa auch vor der Grippe oder Magen-Darm-Erkrankungen.

Was bringen Desinfektionsmittel?

„Das Allerwichtigste ist, dass Sie von Menschen weggehen, die Sie anniesen oder anhusten“, betont Professor Günter Kampf vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Universitätsmedizin Greifswald. Denn hier ist die Gefahr am größten, dass man die volle Ladung Viren abbekommt. Kampf hat sich mit Coronaviren intensiv beschäftigt und empfiehlt vor allem, sich regelmäßig und gründlich die Hände zu waschen. Durch das Einseifen und Abwaschen mit kaltem oder handwarmem Wasser werde der Großteil der Viren – Corona- und Influenzaviren – beseitigt.

Auch rät er dazu, darauf zu achten, sich mit den Händen nicht ins Gesicht zu fassen. „Das machen viele Menschen ganz automatisch. Studien haben gezeigt, dass es im Schnitt 25 Mal in der Stunde sein kann.“ Doch wer mit den Händen ins Gesicht greift, hat das größte Risiko, dass die Viren in die Schleimhäute, also in Nase, Mund und Auge, geraten. Und man muss wissen: Auf Flächen können sich Coronaviren bis zu neun Tage halten, „sie reduzieren sich aber automatisch“. Da Hände viele Flächen berühren und damit Überträger sein können, rät Kampf vom Händeschütteln ab.

Ist es denn nun ratsam, routinemäßig Desinfektionsmittel zu verwenden? „Nein!“, sagt Kampf. Zu den Gels, Tüchern und Sprays rät er nur, wenn es keine Möglichkeit gibt, sich mit Seife und Wasser die Hände zu waschen. Wer welche benutzen will, sollte Produkte mit dem Hinweis „begrenzt viruzid“ verwenden, denn nur sie bekämpften so genannte behüllte Viren, zu denen Corona-, aber auch Influenzaviren gehören. Und wie hilfreich sind Atemmasken? „Atemmasken tragen infizierte Menschen. Dadurch lässt sich die Ausbreitung von Atemwegviren durch Husten und Niesen reduzieren. Daher ist es fraglich, ob sie gesunden Personen als Schutz vor Ansteckung nützen.“

Wie sieht die Behandlung der Coronavirus-Infizierten aus?

Gegen das neuartige Coronavirus gibt es keine spezifische Behandlung. Im Zentrum stehen deswegen unterstützende Maßnahmen, also etwa die Gabe von Sauerstoff oder der Flüssigkeitsausgleich. Antibiotika sind gegen Viren wirkungslos – sie werden allenfalls eingesetzt, um bakterielle Begleitinfektionen einzudämmen.

Professor Dieter Häussinger, gebürtiger Nördlinger, behandelt derzeit zwei Corona-Infizierte in Düsseldorf. Aus den Epidemien mit den Sars- und Mers-Viren habe man positive Erfahrungen mit gewissen Aids-Medikamenten gemacht, berichtet er. „Es besteht eine vorsichtige Hoffnung, dass diese auch bei diesem neuen Virus hilfreich sein könnten. Bewiesen ist das aber noch lange nicht. Trotzdem erhalten unsere hier betreuten Patienten diese Medikamente“, sagt Häussinger.

Seiner Meinung nach wird die Zahl der Infizierten deutlich ansteigen: „Die Dämme sind meines Erachtens gebrochen und das Virus wird sich in Deutschland ausbreiten.“ Für die Gesundheitsbehörden sei das eine große Herausforderung und Belastung. „Sobald die Fallzahlen stark ansteigen, und das wird aller Voraussicht nach der Fall sein, wird man infizierte Personen mit geringen oder gar keinen Symptomen nicht mehr stationär, sondern in Heimquarantäne behandeln müssen“, erläutert Mediziner Häussinger.

Coronavirus-Impfung: Wann gibt es einen Impfstoff?

Wissenschaftler rund um die Welt sind derzeit fieberhaft auf der Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Wann dieser zur Verfügung steht, darüber gibt es unterschiedliche Aussagen. So hat China verkündet, dass es bereits Ende April mit klinischen Tests beginnen will. Was natürlich nicht heißt, dass dann ein Impfstoff zur Verfügung steht. Insgesamt ist es aber gut möglich, dass die Volksrepublik als erster Staat über ein Mittel gegen das Virus verfügen könnte.

Das hat zwei Gründe: Zum einen ist China bislang am stärksten betroffen und sieht sich im Besonderen unter Druck, endlich einen Wirkstoff zu finden. Und zum anderen hat China bekanntlich ein anderes politisches System als die westlichen Demokratien – es funktioniert autoritär und kann bei Bedarf beispielsweise Zulassungsregelungen für Medikamente aussetzen. Das ist zwar moralisch bedenkenswert, kann aber die Entwicklungsgeschwindigkeit des Impfstoffs beschleunigen. Insofern wäre es möglich, dass China im Laufe des Jahres ein Präparat präsentieren kann.

Auch andernorts auf der Welt wird intensiv geforscht, beispielsweise in den USA oder Australien. In Deutschland hat die Tübinger Firma CuraVac den offiziellen Auftrag zu forschen. Im Westen geht man eher davon aus, dass ein Impfstoff vor Jahresende nicht zur Verfügung steht.

Wie funktioniert der Schnelltest?

Der Hausarzt ist für viele, die sich krank fühlen, die erste Anlaufstation. Wer allerdings glaubt, er könne das Coronavirus in sich tragen, dem empfiehlt das Robert-Koch-Institut ausdrücklich, zuerst beim Hausarzt oder einer Bereitschaftspraxis anzurufen. Schließlich geht es darum, keine anderen Patienten anzustecken. Ob der Arzt dann einen molekularbiologischen Test durchführt, liegt in seinem Ermessen. Angezeigt ist dieser bei einem begründeten Covid-19-Verdachtsfall. Das Robert-Koch-Institut hat dafür klare Kriterien definiert. In diesem Fall wird eine Probe aus den Atemwegen genommen – in der Regel ein Abstrich aus dem tiefen Rachen. Im Labor suchen Spezialisten mit einem PCR-Test nach dem Erbmaterial des Sars-CoV-2-Virus. Vereinfacht gesagt wird ein bestimmter Abschnitt des Viren-Erbguts millionenfach kopiert und dann farblich markiert. Positiv ist die Probe, wenn entsprechende Farbsignale vorhanden sind. Unter idealen Bedingungen dauert das im Labor drei bis fünf Stunden. In Bayern sind nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit täglich bis zu 1200 solcher Proben möglich.

Und wer zahlt den Test? Auch das ist klar geregelt: Hat ein Arzt einem Patienten einen Test verordnet, übernimmt die Krankenkasse die Kosten.

Nistet sich Corona dauerhaft ein?

Immer mehr Experten gehen davon aus, dass sich das neue Coronavirus dauerhaft in Deutschland einnisten wird. „In ein paar Jahren werden wir mit einer weiteren grippeartigen Erkrankung leben, die Covid-19 heißt und gegen die wir impfen können. Jetzt gilt es den Übergang zu managen“, sagte der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, der Passauer Neuen Presse.

Derweil fragen sich die Menschen, wie lange der aktuelle Ausbruch wohl noch dauern wird? Nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Coronavirus-Epidemie in ihrem Ursprungsort Wuhan ihren Höhepunkt mittlerweile überschritten. Das Risiko, krank zu werden, würde dort nun sinken, so die WHO. In Europa indes steht man erst am Anfang. Vor wenigen Tagen sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, dass er mit einer Ausbreitung der Krankheit in Deutschland rechne. „Wir befinden uns am Beginn einer Corona-Epidemie in Deutschland“, sagte der CDU-Politiker.

Und teilweise seien die Infektionsketten nicht nachzuvollziehen. Noch ist von einer Epidemie die Rede – die ist räumlich begrenzt. Das Robert-Koch-Institut hatte aber bereits Mitte Februar darauf hingewiesen, dass die Entwicklung es nahelegt, dass es zu einer weltweiten Ausbreitung des Virus – also zu einer Pandemie – kommen könnte.

Wie bereiten sich Firmen vor?

Auch die Wirtschaft trifft Vorkehrungen für eine Ausbreitung des Coronavirus. Die Mitarbeiter vieler bayerischer Unternehmen erhalten Hygienehinweise – vom richtigen Händewaschen bis hin zur Husten- und Nies-Etikette. Dienstreisen werden eingeschränkt. Kuka hat ein Reiseverbot nach China und Südkorea ausgesprochen, alle Besuche aus diesen Ländern werden verschoben. Wer aus betroffenen Regionen von einer Dienstreise zurückkommt, soll nicht direkt an den Arbeitsplatz zurückkehren, sondern nach Absprache zwei Wochen von zu Hause arbeiten.

Auch bei Audi wird Mitarbeitern, die aus China zurückkehren, empfohlen, zwei Wochen mobil von zu Hause zu arbeiten. MAN Diesel & Turbo hat aufgerufen, die Reisetätigkeit auf das dringend Notwendige einzuschränken. Auch für eine Eskalation rüstet man sich. Bei Audi beobachtet ein Koordinationsteam die Lage. „Im Ernstfall käme ein Krisenteam der relevanten Geschäftsbereiche zum Einsatz.“ Vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gibt es ein „Handbuch Betriebliche Pandemieplanung“ mit 179 Seiten, das Firmen Hinweise im Fall einer weltweiten „Seuche“ gibt. Es geht um Atemschutz, „die Bereitstellung von Papiertaschentüchern zum Schneuzen“, Fiebermessung bis hin zur Ausgabe antiviraler Mittel durch den Betriebsarzt und die Bildung eines Krisenstabes.

Werden bald Schulen geschlossen?

Das Bayerische Kultusministerium hat bereits alle bayerischen Schulen informiert, welche Maßnahmen sie ergreifen müssen, sollten Coronavirus-Fälle an einer Schule bekannt werden. Auch wenn im Freistaat bisher nur einzelne Personen in Oberbayern infiziert waren, schließt das Kultusministerium nicht aus, dass weitere Fälle „importiert“ werden können.

Sobald Schulen Kenntnis von Verdachts- oder Kontaktfällen haben, muss die jeweilige Schulleitung unverzüglich Kontakt mit dem zuständigen Gesundheitsamt aufnehmen. Die Aufsichtsbehörde bewertet das Risiko und ordnet Maßnahmen wie Quarantäne oder Schulschließung an.

Bisher plant Bayern keine Schulschließungen. Die Schulen im Freistaat sollen zum Ende der Faschingsferien am kommenden Montag ganz normal öffnen. Sie sehe noch keine Notwendigkeit, wegen des Coronavirus Schulen zu schließen, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Freitag. Die Behörden wollten demnach reagieren, wenn es soweit sei. Das müsse neu überdacht werden, wenn man nicht mehr weiß, woher die Infektionen kommen, sagte Huml.

Bei Kindergärten, Krippen und Horten ist es ähnlich. Entweder schließt die Aufsichtsbehörde die Einrichtung oder der Träger trifft diese Entscheidung vorsorglich selbst, erklärt Peter Jansen, stellvertretender Landesvorsitzender der Katholischen Erziehergemeinschaft. Wenn er beobachtet, dass die Kinder krank sind, müssen sie sofort von den Eltern abgeholt werden. Hat das Kind Corona-typische Symptome, sollte es von einem Arzt untersucht werden und so lange zu Hause bleiben, bis das Ergebnis vorliegt. Die Erzieher sollten außerdem verstärkt auf Hygiene achten, die Kinder häufiger zum Händewaschen schicken und Oberflächen desinfizieren.

Werden nun die Vorräte knapp?

Aus Angst vor dem Coronavirus decken sich immer mehr Menschen in Deutschland mit Lebensmitteln ein, um für den Notfall gerüstet zu sein. Zahlreiche Handelsketten berichteten am Freitag von teilweise deutlich erhöhten Verkaufszahlen bei lange haltbaren Produkten wie Konserven, Nudeln, Toilettenpapier oder Desinfektionsmitteln. Kurzfristig sei es in einigen Läden dadurch auch zu Engpässen gekommen. Dass die Lebensmittel in den Supermärkten und Discountern ausgehen, darüber muss man sich aber trotz der derzeitigen Hamsterkäufe keine Sorgen machen. Die Lieferstrukturen seien gut vorbereitet und die Versorgung der Bevölkerung gewährleistet, teilt der Handelsverband Deutschland mit.

Unabhängig von der aktuellen Situation ist es den Angaben des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zufolge grundsätzlich sinnvoll, für Notsituationen gewappnet zu sein. Wer sich eindecken will, findet auf der Homepage des Bundesamtes einen Ratgeber und eine Checkliste, was am besten geeignet ist. Sinnvoll ist den Experten zufolge ein Vorrat an Wasser und Lebensmitteln, der für zehn Tage reicht. Außerdem ist auf der Checkliste auch eine kleine Hausapotheke aufgeführt, mit Schmerzmitteln, Fieberthermometer und Verbandkasten.

Werden wohl auch bei uns Städte abgeriegelt?

Beispiel Italien: Dort reagierten die Verantwortlichen mit drastischen Maßnahmen auf den Ausbruch des Coronavirus. Ganze Städte wurden in der Lombardei und der Provinz Padua abgeriegelt, Zehntausende unter Quarantäne gestellt. Seitdem wird über Sinn und Verhältnismäßigkeit dieser Maßnahme diskutiert. Käme sie auch in Deutschland infrage?

Alexander Handschuh, Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, ist spürbar bemüht darum, keine Panik aufkommen zu lassen. „Derzeit besteht kein Grund zu der Annahme, dass es in Deutschland zur Abriegelung von Städten oder Gemeinden kommen wird“, sagt er auf Anfrage. Ziel der zuständigen Behörden von Bund, Ländern und Kommunen müsse es sein, den Ausbruch der Krankheit frühzeitig zu erkennen und schnell die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Die Abriegelung ganzer Städte zählt er nicht dazu, auch wenn es grundsätzlich möglich sei, „bei hochansteckenden und extrem gefährlichen Krankheiten die individuelle Bewegungsfreiheit der Menschen zu beschränken“. Eine Abriegelung wäre aber „logistisch extrem schwierig“ und würde eine „immense Einschränkung der individuellen Freiheit bedeuten“.

Lothar Wieler, Präsident des Robert- Koch-Instituts, argumentiert ähnlich. Eine Quarantäne sei nur dann sinnvoll, wenn sie wirklich effektiv gestaltet werden könne – wenn Menschen also zu Hause isoliert und versorgt würden. Im chinesischen Wuhan sei das gelungen. Mit massivem Militäreinsatz.

Coronavirus trifft viele Länder: Kann ich meine Reise stornieren?

Fluggesellschaften haben ihre Flüge nach China eingestellt. Kreuzfahrtunternehmen meiden bei ihren Routen Asien. Was aber ist mit Europa? Nachdem mehrere Orte in der Region Lombardei und der Provinz Padua in Venetien abgeriegelt wurden, empfiehlt das Auswärtige Amt, von Reisen in diese Gebiete abzusehen. Allerdings können (Pauschal)Reisen nur dann storniert werden, wenn das Amt eine offizielle Reisewarnung für diese Gebiete ausspricht. Individualreisende, die Unterkunft und Anreise auf eigene Faust gebucht haben, müssen damit rechnen, dass sie beides nicht kostenlos stornieren können. Das gilt auch für andere von Corona betroffene Gebiete.

Marktführer TUI verweist darauf, dass sich der Veranstalter „immer nach den Empfehlungen des Auswärtigen Amtes“ richte. Wer aus purer Angst von seiner Reise zurücktreten will, muss Stornokosten zahlen. Da hilft auch die Reiseversicherung nicht. Anders sieht es aus, wenn jemand wegen des Virus in Quarantäne muss und seine Reise nicht antreten kann. Die Quarantäne sei ein außergewöhnlicher Umstand, der für den Reisenden unvermeidbar ist. Dann müssen keine Stornokosten bezahlt werden. Allerdings gibt es in so einem Fall keinen Schadenersatz durch den Veranstalter, weil es am Verschulden fehlt, so der renommierte Reiserechtler Prof. Ernst Führich aus Kempten. Wer unsicher ist, sollte sich auf der Seite des Auswärtigen Amts über sein Reiseland informieren.

In Bayern gibt es dafür auch eine telefonische Hotline unter 09131/6808-5101. (sast, li, tafe, huda, mke, mahei, wida, mab, sok, ida, sge, AZ)

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