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Covid-19
25.02.2020

Zwei Menschen in Österreich mit Coronavirus infiziert

Am italienisch-österreichischen Grenzübergang Brenner warten am Sonntag mehrere hundert Bahnpassagiere auf auf ihre Weiterreise.
Foto: Daniel Liebl, /dpa

In Österreich sind sich zwei Menschen am Coronavirus erkrankt. Auch in Kroatien gibt es einen ersten Fall. Wie sich die Menschen angesteckt haben, ist noch offen.

Im österreichischen Bundesland Tirol sind zwei Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Das erklärte Tirols Landeschef Günther Platter am Dienstag gegenüber der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Es sind die ersten Covid-19-Patienten in der Alpenrepublik.

Eine betroffene Person stamme offenbar aus der Lombardei. Noch sei unklar, wo sich die beiden Menschen angesteckt hätten. Die beiden 24-Jährigen seien nicht lebensbedrohlich erkrankt, sondern litten bisher nur an Fieber. Die Patienten hatten sich selbst an die Leitstelle Tirol gewandt und ihre Symptome geschildert. Tests auf den Erreger seien positiv ausgefallen.

Am Sonntagabend wurde zwischenzeitlich der Zugverkehr zwischen Österreich und Italien eingestellt, weil es bei zwei Bahnreisenden den Verdacht auf einer Infizierung mit dem Coronavirus gab.

Coronavirus auch in Kroatien festgestellt

Auch in Kroatien ist erstmals eine Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Der Patient, ein junger Mann, halte sich mit leichten Symptomen in einem Krankenhaus in Zagreb auf, teilte Ministerpräsident Andrej Plenkovic am Dienstag mit. Der junge Mann war vom 19. bis 21. Februar in Italien gewesen, sagte Gesundheitsminister Vili Beros. Es werde nun festgestellt, mit wem er Kontakt hatte. Über den betroffenen Personenkreis werde Quarantäne verhängt.

In Italien breitet sich der Virus immer weiter aus. Auf Sizilien gibt es den ersten Fall in Süditalien, teilte Zivilschutzchef Angelo Borrelli am Dienstag in Rom mit. Auch in Südtirol wurde ein Infizierter gemeldet, in der Toskana zwei. Insgesamt stieg die Zahl der Angesteckten in Italien auf rund 280, am Vorabend waren es noch etwa 220.

Noch ist nicht bekannt, wie es in Italien zu einer so schnellen Ausbreitung kommen konnte

Die meisten Erkrankten meldete die nördliche Region Lombardei, gefolgt von Venetien, der Emilia-Romagana, dem Piemont und Latium. 

Im Süden ging die Angst vor einer Ausbreitung des Virus um. Eine Frau aus Bergamo in der Lombardei sei nun in Palermo positiv getestet worden, erklärte Regionalpräsident Nello Musumeci. Die Frau sei als Touristin mit einer Gruppe unterwegs gewesen. 

Außerdem meldete Südtirol bei einem Mann aus Terlan einen positiven Test. Der Mann war zuvor in der Lombardei - dem Brandherd des Virusausbruchs mit mittlerweile rund 210 Fällen. 

Wie es zu so einem rasanten Ausbruch kommen konnte, ist immer noch nicht bekannt. Italiens Regierungschef Giuseppe Conte machte ein Krankenhaus für die Ausbreitung mitverantwortlich. "Es gab einen Brandherd, und von dort hat es sich verbreitet - auch wegen einer Organisation eines Krankenhauses, wo nicht alles komplett nach sorgfältigem Protokoll verlaufen ist, das man in solchen Fällen empfiehlt", sagte er ohne den Namen der Klinik zu nennen.  

Am Dienstag beraten Gesundheitsminister über die Lage

In einem Krankenhaus in dem mittlerweile abgeriegelten Ort Codogno war ein erkrankter 38-Jähriger behandelt worden, der dann weitere Menschen infiziert haben soll. Die Region Lombardei wehrte sich gegen die Vorwürfe und beschuldigte die Regierung, bei der Organisation der Krise gescheitert zu sein. Zehn Gemeinden südlich von Mailand sind komplett abgeriegelt, die Menschen dürfen nicht rein oder raus. Laut Nachrichtenagentur Ansa wurde nun die Zahl der Checkpoints erhöht, das Miltär helfe bei der Bewachung. 

Am Dienstag kommen die Gesundheitsminister aus Italien, Deutschland, Österreich, Slowenien, Frankreich, Kroatien und der Schweiz zusammen, um über die Lage zu beraten. Dabei wird es auch um die Frage nach möglichen Kontrollen an der Grenze gehen. An dem Treffen nimmt auch EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides teil. Am Mittwoch steht ein Treffen mit der Weltgesundheitsorganisation in Rom an. (dpa/AZ)

Lesen Sie dazu auch: Surreale Szenen in Italien: Wo ist der Patient Null?

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