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Aktuelle Umfrage

27.12.2020

Junge Erwachsene interessieren sich wieder stärker für Autos

Kinderträume einst und in moderner Form. Vorne: Ein Spielzeug-Dodge Charger MKIII von 1970.
Bild: Daniel Wirsching

Der Wunsch nach einem neuen Smartphone hat laut aktueller Umfragen den Traum vom Auto nicht verdrängt. Auch hier änderte die Corona-Pandemie offenbar so manches.

Früher, da vertrieben sich Schüler in der Pause noch die Zeit mit einem Kartenspiel, das man der heutigen Smartphone-Generation erst einmal erklären muss: Autoquartett. Wer das Fahrzeug mit den besten Leistungsdaten vorzuweisen hatte, machte einen Stich. Und wer am Ende die meisten Karten hatte, war der Gewinner. Oder sie spielten mit Matchbox-Autos – und träumten davon, wenigstens eines davon irgendwann einmal als echtes Auto zu besitzen.

Der Traum vom Auto wich in den vergangenen Jahren allerdings oftmals dem vom neuen Smartphone. Ohnehin litt der Ruf des Autos beständig, spätestens seit dem Dieselskandal. Junge Erwachsene demonstrieren heute für den Klimaschutz, nutzen öffentliche Verkehrsmittel und denken nicht an die Anschaffung eines Autos. Für diese These sprechen Veröffentlichungen des Instituts „CAR“ (Center Automotive Research) der Universität Duisburg-Essen zum Neuwagengeschäft: Demnach ist der durchschnittliche Kunde Anfang 50.

Das Image des Autos hat gelitten

Fasziniert das Auto also die Jüngeren so gar nicht mehr? Tatsächlich ist die Annahme vom Automobil als Produkt nur mehr für reifere und gut betuchte Herrschaften zwar populär, aber es fehlt an belastbaren Daten. Nach einer umfassenden Auswertung beklagten Experten des Berliner Innovationszentrums für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel eine „riesige Forschungslücke“ hinsichtlich der „Mobilitätsmuster junger Menschen“. Corona hatten die Fachleute da noch nicht einmal auf der Rechnung.

 

Mit der Pandemie änderte sich einiges: Zumindest lässt das eine repräsentative Umfrage des Online-Autoteilehändlers Daparto, durchgeführt vom Meinungsforschungsinstitut Civey, vermuten. Von dem Umfrageergebnis könnte man sogar die Frage ableiten: Löst das Auto jetzt das iPhone als Statussymbol junger Menschen wieder ab?

Studie zeigt: Jeder dritte junge Erwachsene nutzt wegen Corona häufiger das Auto

Während nämlich alle anderen Altersgruppen mehrheitlich angaben, das Auto seltener zu nutzen, verhalten sich die 18- bis 29-Jährigen anders: Fast jeder Dritte (29,6 Prozent) nutzt nach eigener Aussage das Auto im Alltag häufiger als vor Beginn der Corona-Pandemie. Im Vergleich zur befragten Gruppe der über 65-Jährigen, die als Corona-Risikogruppe gelten, sind es bei den unter 30-Jährigen sogar mehr als doppelt so viele, die jetzt häufiger ins Auto steigen.

Und bei den jungen Deutschen wird nicht nur mehr gefahren, auch über die Anschaffung eines Autos wird verstärkt nachgedacht. Sich aufgrund der Pandemie ein Auto zu kaufen, überlegen aktuell 4,7 Prozent der 18- bis 29-Jährigen. Im Vergleich zu den anderen befragten Altersgruppen belegen sie damit prozentual Platz eins.

Übrigens: Autokäufer in Deutschland bevorzugen nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie vom Samstag dezente Farben. Mehr als drei Viertel der neu zugelassenen Wagen waren 2020 silber/grau, schwarz oder weiß.

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Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

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