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Nach Lawinenunglück

21.02.2012

Prinz Friso im Koma: Fünfjährige Tochter am Krankenbett

Prinz Friso
3 Bilder
Prinz Frisos Frau Mabel und Königin Beatrix auf dem Weg ins Krankenhaus.
Bild: Robert Parigger

Prinz Friso ringt nach dem Lawinenunglück weiterhin mit dem Tod. Seine fünf Jahre alte Tochter besuchte ihn am Krankenbett.

Nach dem Lawinenunglück liegt der niederländische Prinz Johan Friso weiterin im künstlichen Koma. Der 43 Jahre alte Prinz Frsio schwebt nach wie vor in Lebensgefahr. Erstmals hat ihn seine fünf Jahre alte Tochter Zaria am Krankenbett besucht. Prinz Frsio liegt in der Universitätsklinik Innsbruck. Er hat zwei Kinder. Seine Frau Mabel (43) hatte ihn seit dem Unfall täglich zusammen mit Königin Beatrix besucht.

Der zweitälteste Sohn der niederländischen Königin Beatrix (74) war am Freitag beim Skifahren in Österreich von einer Lawine verschüttet worden

Zum Unfallzeitpunkt herrschte Lawinenwarnstufe 4

Frisos Lawinenunfall entsprach nach den bislang vorliegenden Erkenntnissen dem klassischen Muster. Zusammen mit einem 42-jährigen Einheimischen war Prinz Friso abseits der Skipisten im freien Gelände unterwegs. Wenn es einige Tage hintereinander schneit, findet sich dort der Traum aller guten Skifahrer, für den Vorarlberg berühmt ist: viel Neuschnee für Tiefschneeabfahrten. Das ist ungemein reizvoll und gleichzeitig risikoreich.

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Zum Zeitpunkt des Unfalls herrschte in Lech Lawinenwarnstufe 4 auf der fünfteiligen Skala. Die Lawinengefahr ist demnach "groß". Schon in den Tagen zuvor wurden immer wieder Skifahrer verschüttet. Am Donnerstag tötete eine Lawine zwei Tourengeher.

Jedes Jahr sterben in den Alpen mehr als 100 Menschen durch Lawinen. Tiefschneetaugliche Ski und Ausrüstung wie Lawinenpiepser und -airbags sowie Such-Sonden gaukeln vielen Sportlern mehr Sicherheit vor. Doch die Natur bleibt unberechenbar.

Prinz Frisos Begleiter durch Lawinen-Airbag gerettet

Als der Prinz und sein Begleiter in einen kurzen, steilen Hang fahren, lösen sie ein Schneebrett aus. Die obere Schneeschicht auf mehr als 30 Metern Breite und 50 Metern Länge rutscht bergab und reißt die Skifahrer mit. Der Begleiter des Prinzen zündet seinen Lawinen-Airbag im Rucksack. Ein Luftkissen bläht sich auf und hält ihn an der Oberfläche der Schneemassen. Der Prinz wird verschüttet. Bewusstlos liegt er 40 Zentimeter unter der Schneeoberfläche.

Üblicherweise gilt: Lawinenopfer, die in den ersten 15 Minuten gefunden werden, haben halbwegs gute Überlebenschancen. Danach sinken die Chancen wegen des Sauerstoffmangels rapide.

Die alarmierten Retter fliegen mit dem Hubschrauber zur Unfallstelle. Weil Prinz Friso einen Lawinenpiepser bei sich trägt, wird er schnell gefunden und ausgegraben. Trotzdem sind 20 Minuten vergangen. Der Prinz muss wiederbelebt werden. Dann fliegt ihn der Hubschrauber ins Krankenhaus.

Der Geschäftsführer der Skilifte Lech, Michael Manhart, kennt das Bergstück: "Es ist eine kurze, steile Böschung." Allerdings könne man niemanden die Schuld für die Lawine zuweisen. Dass die Lawine abging, sei letztlich das Risiko des Skisports, das sich im freien Gelände niemals ganz ausschließen lasse.

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