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"Punkt 12"
25.07.2019

RTL stößt auf weitere Manipulationen in TV-Beiträgen

Nach den Manipulationsvorfällen bei RTL will Chefredakteur Michael Wulf die Kontrollen im Sender ausweiten.
Foto: Michael Kappeler, dpa (Archiv)

21 Beiträge soll ein RTL-Reporter manipuliert haben. Vor allem Reportagen für das Format "Punkt 12" sind betroffen. Der Sender will nun stärker kontrollieren.

Spätestens seit den Fälschungen des Spiegel-Redakteurs Claas Relotius sind deutsche Medienunternehmen hellhörig geworden, wenn es um Täuschungen geht. Auch beim TV-Sender RTL kam vor knapp sechs Wochen der Verdacht einer Manipulation auf: Sieben Beiträge seien von einem Reporter des Regionalsender RTL Nord laut einer vorläufigen Prüfung manipuliert worden, hatte das Kölner Unternehmen damals mitgeteilt.

Untersuchung: 21 Verdachtsfälle der Fälschung bei RTL

Nun liegt der Zwischenbericht des sechsköpfigen Untersuchungsteams vor: Demnach habe der mittlerweile entlassene Mitarbeiter die Zuschauer und seinen Arbeitgeber stärker als bisher angenommen getäuscht. Neben den sieben bereits beanstandeten Beiträgen seien in den insgesamt 104 Reportagen des Reporters vierzehn weitere Manipulationsfälle aufgedeckt worden.

Laut RTL arbeitete der Reporter über einen Zeitraum von zehn Jahren hinweg vor allem für das Nachrichtenjournal "Punkt 12". Dabei habe er besonders drei Muster angewandt: Zum ersten habe er bei Selbstversuchen über die tatsächliche Dauer getäuscht. Zum zweiten habe er mehrfach Menschen dazu überredet, in Interviews die Unwahrheit zu sagen oder Erlebnisse anderer als die ihren auszugeben. Zum dritten seien in den Beiträgen des Mannes häufig Archivbilder genutzt worden, ohne diese entsprechend kenntlich zu machen.

RTL will Kontrollen verstärken

RTL-Chefredakteur Michael Wulf äußerte sich in der Pressemitteilung erschrocken über die Manipulationen. Als Konsequenz kündigte Wulf an, die stichprobenartigen Kontrollen deutlich auszubauen. Zudem seien Qualitätsmanagement und Abnahmeverfahren des Senders reformiert worden. (AZ)

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