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Pressestimmen
06.02.2019

Tempolimit: Gelten bald überall auf Autobahnen 130 km/h?

Überall nur noch 130 Stundenkilometer? Eine Diskussion über ein mögliches Tempolimit auf Autobahnen schlägt derzeit hohe Wellen.
Foto: Patrick Seeger, dpa (Symbol)

Die Diskussion über ein Tempolimit auf Autobahnen polarisiert. Auch in den Medien findet man höchst unterschiedliche Ansichten darüber. Pro und contra in der Presseschau.

Es ist ein Thema, das polarisiert: ein mögliches Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Auch jetzt schlägt die Diskussion darüber wieder hohe Wellen. Den Anstoß dafür gab eine Klimaschutz-Kommission. Sie zieht in Betracht, dass ein Tempolimit von 130 Stundenkilometern gegen die CO2-Emissionen im Verkehr helfen könnte.

Etwas Konkretes gibt es dazu noch nicht, und doch stößt allein die Überlegung über ein Tempolimit auf Widerstand - auch an höchster Stelle: Ein Tempolimit sei "gegen jeden Menschenverstand", sagt zum Beispiel Verkehrsminister Andreas Scheuer.

Auch die Presse ist in der Diskussion geteilter Meinung. In unserer Presseschau sehen Sie, in welchem Online-Medium welche Position vertreten werden.

Pro - Tempolimit auf Autobahnen: Welche Medien sind dafür?

"Es droht nicht der Untergang des Abendlandes, wenn ein Tempolimit eingeführt wird. Deutschland ist die einzige Industrienation ohne eine solche allgemeine Tempobremse. Viele, die im Ausland erlebt haben, wie dort der Verkehr auf Autobahnen meist entspannter und weniger aggressiv abläuft als bei uns, halten das einer hochentwickelten Kulturnation sogar für angemessener als der hierzulande grassierende PS-Stress." Frankfurter Rundschau

"Was spräche dagegen, die Geschwindigkeit auf deutschen Autobahnen bei, sagen wir, 150 Stundenkilometern zu begrenzen? Eine angenehme Reisegeschwindigkeit wäre immer noch möglich, blinde Raserei aber nicht mehr. Und, mal ganz ehrlich: Schneller kommt man auf unseren Autobahnen im Schnitt ohnehin nie voran." Hannoversche Allgemeine Zeitung

"Ein generelles Tempolimit von 200 km/h wäre deshalb der ideale Mittelweg: Extremes Rasen und viel zu hohe Geschwindigkeiten fallen weg, und die Differenz zwischen Mittlerer und linker Spur sinkt bei normalem Verkehr auf erträgliche 50 bis 80 km/h. Gleichzeitig sind so nahezu alle Autos in der Lage, auch ohne Adrenalinausstoß für die Insassen die linke Spur zu nutzen. Trotzdem kommt jeder zügig nach Hause, wenn die Strecke frei ist." Spiegel

"[...] Unverantwortlich ist es, der ungebremsten Raserei auf deutschen Straßen tatenlos zuzusehen. Unverantwortlich sind jährlich mehr als 400 Tote allein auf deutschen Autobahnen, viele davon durch zu hohes Tempo. Und unverantwortlich ist es, dass der Verkehrssektor bislang viel zu wenig zum Kampf gegen die Erderwärmung beiträgt. Es wäre ein kleiner Eingriff in die Freiheit der deutschen Autofahrer, das eigene Tempo bei 130 Stundenkilometern zu drosseln." Süddeutsche Zeitung

Contra - Tempolimit auf Autobahnen: Und welche Medien sind dagegen?

"Ich habe so ein Gefühl, dass die ­Freuden des Lebens in ­Deutschland abgeschafft werden sollen. ­Eine ­öffentliche Fürsorge ist zu spüren, die leise, leise unsere Freiheit ­beschneidet. Die Freiheit zu essen, was wir wollen. Die Freiheit, 160 km/h auf der ­Autobahn zu fahren." Bild

"Jeden Tag wird ein neuer irrsinniger Vorschlag aufs Tableau gehoben, um das Auto, die individuelle Mobilität und die Automobilindustrie zu beschädigen. Um die Umwelt geht es dabei nicht." Focus

"Eigentlich spricht alles für ein Tempolimit. Vernunft für freie Bürger. Aber Rasen ist ein wenig wie Rauchen: unvernünftig, unsozial, aber manchmal auch irgendwie gut." Südwest Presse

Lesen Sie auch den Kommentar unseres stellvertretenden Chefredakteurs Jürgen Marks: So schlecht ist deutsche Verkehrspolitik.

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