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Hundekrankheit

17.10.2020

Zwingerhusten grassiert: Wie gefährlich ist er für Hunde?

Vorsicht: Der Zwingerhusten verbreitet sich auch ohne Kontakt zu anderen Hunden.
Bild: Schmidt, dpa (Symbol)

Plus In Augsburg und offenbar auch in Teilen der Umgebung verbreitet sich der hochansteckende Zwingerhusten. Was Hundebesitzer jetzt wissen müssen.

Allein der Name klingt furchteinflößend: Zwingerhusten. Diese ansteckende Hunde-Infektionskrankheit greift in Augsburg um sich - und wohl auch in Teilen der Umgebung. Tierarztpraxen verzeichnen einen raschen Anstieg der Infektionen, die schnell von einem Tier aufs andere überspringen: „Normalerweise registrieren wir im Lauf eines Vierteljahres ein oder zwei Hunde mit Zwingerhusten. Zuletzt hatten wir vier oder fünf in einer Woche“, sagt etwa Susanne Krucker, stellvertretende Leiterin der Tierarztpraxis Friedberg-Hochzoll. „Das ist ein auffälliger Anstieg, wie es ihn in den vergangenen Jahren nicht gab.“ Auch aus Stadtbergen ist ein Anstieg der Fälle bekannt, auf Facebook warnen sich Hundebesitzer gegenseitig.

Zwingerhusten ist für Hunde wie eine Erkältung beim Menschen

Wie weit verbreitet die Krankheit ist, die sich mit einer Erkältung beim Menschen vergleichen lässt und sich vor allem durch starken Husten äußert, dazu gibt es keine Statistik. Meldepflichtig ist der Zwingerhusten nicht, deswegen können die Veterinärämter keine Zahlen liefern. Aus dem Landratsamt im Kreis Augsburg heißt es, dass ein Anstieg der Fälle nicht untypisch für die Jahreszeit sei.

Vom Ausmaß ist die Augsburger Tierärztin Susanne Krucker dennoch überrascht. „Ich weiß von Hundeschulen, in denen es ein Hund nach dem anderen bekommen hat.“ Es könne „bis zu einer Woche dauern, bis die ersten Symptome auftreten. Der Hund hat also zunächst möglicherweise gar keine Symptome, trägt das Virus aber weiter.“ Im schlimmsten Fall könne sich bei Hunden Fieber oder eine Lungenentzündung entwickeln. „Die meisten aber erholen sich recht gut vom Zwingerhusten.“

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Wie bei Corona müssen Hunde bei Zwingerhusten in Isolation

Gefährdet sind vor allem junge Hunde, ältere Tiere mit schwachem Immunsystem und Hunde mit viel Kontakt zu Artgenossen. „Die Erreger verbreiten sich durch Tröpfcheninfektion, wenn ein erkrankter Hund etwa Sekret aushustet.“ Ein Hund könne sogar dann erkranken, wenn er gar nicht mit Artgenossen in Kontakt gerät. „Es reicht, wenn er an einer Stelle schnüffelt, wo vorher schon ein kranker Hund war.“

Ähnlich wie Menschen gerade wegen des Coronavirus in Quarantäne müssen, sollten Hundebesitzer auch ihre kranken Vierbeiner isolieren. „Ist ein Hund infiziert, sollte man Kontakt zu anderen Hunden vermeiden“, sagt Tierärztin Krucker. „Die Tiere brauchen Ruhe –und wenn die Symptome schlimmer werden, sollte man unbedingt seinen Tierarzt kontaktieren.“

Impfen bei Hunden wichtig: Tierärztin rät zu Grundimpfungen

Gegen manche Erreger des Zwingerhustens, Parainfluenza oder das canine Adenovirus etwa, gibt es Impfstoffe. Die Erreger sind in den meisten Standardimpfstoffen erhalten. „Ein verantwortungsbewusster Hundehalter“, sagt Krucker, „lässt solche Standardimpfungen vornehmen – und sollte gerade jetzt im Impfbuch prüfen, ob sein Hund richtig geimpft ist.“

Marianne Ruß, Vorsitzende des bayerischen Landesverbands für das Hundewesen, weiß: „Zwingerhusten taucht immer wieder auf. Es ist eine der ansteckendsten Krankheiten, die ein Hund bekommen kann.“ Bisher habe sie – glücklicherweise – keine Kenntnis davon, dass ein rascher Anstieg wie in Augsburg bayernweit zu beobachten ist. Auch sie appelliert an die Verantwortung der Hundebesitzer und Züchter: „Lasst die Grundimpfungen durchführen, vor allem jetzt im Herbst!“.

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