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Krieg in der Ukraine
21.09.2022

Geschichte und Konflikt: Warum der Donbass den Krieg in der Ukraine bestimmt

Die Kampfhandlungen im Donbass werden immer stärker.
Foto: Alexander Ermochenko, dpa (Archivbild)

Der Donbass stellt das Zentrum des Krieges in der Ukraine dar. Für die Ukraine und Russland ist die Region wichtig. Die Geschichte zeigt, warum das so ist.

Der Donbass ist nicht umsonst in aller Munde: Er steht im Zentrum des Krieges in der Ukraine. Russland hat weite Teile der Region eingenommen, doch die Ukrainer konnten mit einer Gegenoffensive wieder Land zurückgewinnen. Doch warum ist der Donbass so wichtig für beide Länder – und bietet derart viel Zündstoff? Ein Blick zurück gibt Aufschluss.

Die Lage des Donbass

Bevor man sich mit der Geschichte beschäftigt, muss man zunächst einen Blick auf die Karte werfen. Der Donbass stellt eine Region im Südosten der Ukraine dar, welche an Russland grenzt. Er wird auch als Donezbecken bezeichnet und vereint die beiden Regionen Donezk und Luhansk. Letztere hatte im Jahr 2016 rund 2,2 Millionen Einwohner, Donezk kam auf 4,2 Millionen. Seitdem fliehen immer mehr Menschen, vor dem Krieg in der Ukraine sollen weniger als vier Millionen Menschen im Donbass gelebt haben.

Spannend ist, dass im Donbass mehrheitlich Russisch gesprochen wird. Das unterscheidet die Region grundlegend vom Rest der Ukraine, in der die ukrainische Sprache dominiert. Nach offiziellen Angaben waren fast 40 Prozent der Bevölkerung in Donezk und Luhansk vor dem Ausbruch des russischen Angriffskrieges ethnische Russinnen oder Russen.

Video: dpa

Warum sieht Russland den Donbass als russisch an?

Der ukrainisch-russische Streit um den Donbass geht weit in die Geschichte der beiden Länder zurück. Letztlich ist er so alt, wie der Wunsch der Ukraine, eine unabhängige Republik zu verkörpern. Im Jahr 1917 wurde nach dem Ende des Zarenreichs die Volksrepublik Ukraine ausgerufen. Hauptstadt wurde Kiew, im Osten reichte die Republik bis nach Charkiw. Die Krim und Teile des Donbass gehörten nicht dazu. Erst zwei Jahre später wurde auf der Pariser Konferenz beschlossen, dass die Ukraine um diese beiden Regionen erweitert werden sollte.

Doch nur drei Jahre nach der Pariser Konferenz wurde die neu geschaffene Ukraine von der UdSSR annektiert. Erst 69 Jahre später wurde das Land wieder unabhängig: im Jahr 1991, nach der Auflösung der Sowjetunion. Die Region stand also in den letzten 100 Jahren länger unter dem Einfluss Russlands, als sie wirklich ein eigenständiges Land darstellte.

Der Donbass während der Sowjetzeit

Der Donbass ist reich an Bodenschätzen, das ist ein Fakt, der die Geschichte der Region immer bestimmt hat. Ab dem 19. Jahrhundert wanderten daher immer mehr Russinnen und Russen mit dem Ziel Ostukraine aus. In der Sowjetzeit war die Region das industrielle Herz der Ukraine. Donezk kam die Rolle als Zentrum der Kohleindustrie zu, Luhansk war im Lokomotivbau führend.

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Die wichtigsten Einnahmequellen der Region waren die Kohleminen. Für sowjetische Verhältnisse fanden die Menschen hier zwar harte, aber auch verhältnismäßig gut bezahlte Jobs. Der Donbass galt daher als reicher als der Westen der Ukraine.

Entwicklung im Donbass nach der Unabhängigkeit der Ukraine

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurden im Donbass viele Kohleminen geschlossen. Die Arbeitslosigkeit in der Region war hoch, bei vielen Einwohnern wuchs ein Groll gegen die Regierung in Kiew. Es kam verstärkt zu Streiks und Demonstrationen. Bei diesen wurde teilweise die Autonomie des Donbass gefordert.

Die ethnischen Spannungen in der Ukraine nahmen zu, im Jahr 1993 wurden in Kiew russische Bücher von Rechtsradikalen verbrannt. Die Klagen der russischen Minderheit im Land nahmen immer mehr zu.

Die Separatisten-Bewegung im Donbass 2014

Im Jahr 2014 eskalierte dann die angespannte Situation im Donbass. Die Euromaidan-Bewegung für mehr Demokratie im Westen fand im Osten wenig Anklang. Ein Protagonist war Ministerpräsident Viktor Janukowitsch, der während seiner Amtszeit ab 2002 große finanzielle Mittel in seine Heimat lenkte: die Ostukraine.

Im Jahr 2014 wurde sein Rücktritt durch die Proteste erzwungen. Im Donbass löste das keine Jubelstürme aus - im Gegenteil. Prorussische Separatisten setzten sich in der Folge gewaltsam gegen die neue Regierung in Kiew zur Wehr. Mithilfe Russlands kämpften sie gegen ukrainische Soldaten und besetzten die Regionen Donezk und Luhansk. In einem umstrittenen Referendum erklärten sie 2014 die unabhängigen Volksrepubliken Donezk und Luhansk. Seitdem gibt es eine Frontlinie zwischen der Ukraine und den prorussischen Separatisten.

Seit Februar 2015 galt eine Waffenruhe, diese wurde aber des Öfteren gebrochen. Immer mehr Menschen flohen aus der Region, der Kreml unterstützte die Separatisten von Moskau aus - unter anderem mit Geld und Waffen. Außerdem konnten Bewohnerinnen und Bewohner der Region im Eilverfahren russische Pässe beantragen. Hunderttausende der russischen Pässe sollen bis zum Beginn des Krieges in der Ukraine ausgestellt worden sein.

Video: dpa Exklusiv

Wie wichtig ist der Donbass für Ukraine und Russland?

Für Russland hat der Donbass an wirtschaftlicher und strategischer Bedeutung nachgelassen. Seitdem die Kohlevorkommen kaum mehr lohnend abgebaut werden können, ist der industrielle Wert gering. Stattdessen geht es eher um einen symbolischen Charakter. Russlands Präsident Wladimir Putin befürchtet seit dem Maidan 2014 eine immer deutlichere Entwicklung der Ukraine nach Westen, welche auch durchaus erkennbar ist. Über den Donbass will er den Anspruch Russlands auf das Land geltend machen.

Die Ukraine strebt seit 2014 nach einer Unabhängigkeit ohne Einschränkungen und einer Öffnung in Richtung Europa. Die erste Unabhängigkeit ab 1917 fand ein jähes Ende - und so soll es aus Sicht von Kiew nicht noch einmal ablaufen. Aus der Sicht der Ukraine sollen die Grenzen so sein, wie sie vor 100 Jahren bei der größten Ausdehnung waren. Der Donbass gehört dazu - genau wie die Krim.

Aktuelle Entwicklungen im Donbass

Russische Separatisten haben mittlerweile Referenden in den Gebieten Luhansk und Donezk angekündigt. In diesen soll im Donbass über einen Anschluss an Russland abgestimmt werden. Die internationale Gemeinschaft reagierte mit Empörung, Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sprach von "Scheinreferenden". Die Lage im Donbass könnte in der Folge der Referenden noch brisanter werden, was durch die Teilmobilmachung der russischen Streitkräfte verstärkt wird. Russland könnte ukrainische Angriffe in Luhansk und Donezk dann als Angriffe auf russisches Staatsgebiet deuten.

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