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Interview
06.04.2023

"Ich binge von einer Serie normalerweise jeden Tag eine Staffel"

"Nutzerinnen und Nutzer wollen Serien 'bingen'", sagt die Literatur- und Medienwissenschaftlerin Maren Lickhardt. Kürzlich ist ihr Buch "Binge Watching" erschienen.
Foto: Rolf Vennenbernd, dpa (Symbolbild)

Medienwissenschaftlerin Maren Lickhardt macht selbst "Binge Watching" – und hat darüber ein Buch geschrieben. Warum das Phänomen besser ist als sein Ruf.

Frau Lickhardt, welche Serie haben Sie zuletzt gebinget, wie man sagt, also mehrere oder alle Folgen hintereinander angesehen?

Maren Lickhardt: Im Moment binge ich "Monk".

Diese etwas ältere US-Fernsehserie um einen Privatdetektiv mit diversen Zwangsstörungen wie Waschzwang?

Lickhardt: Genau. Auch das Angebot der ZDF-Mediathek nehme ich wahr, wo anlässlich des 60-jährigen Sendestarts des ZDF Serien wie "Die Schwarzwaldklinik" abrufbar sind. Das ist sicher nicht nur für mich ein schöner Nostalgie-Trip. Ich binge von einer Serie normalerweise jeden Tag eine Staffel, oft nebenbei. "Monk" ist aber nicht gerade bingeable, kann ich sagen.

Bingeable?

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Lickhardt: Zum Bingen geeignet. So großartig Serien wie "Monk" oder "Die Schwarzwaldklinik" auf ihre je eigene Art sind, so stereotyp und mit vielen sich wiederholenden Szenen sind sie aufgebaut. Ob man das wirklich sechs Stunden hintereinander schauen kann? Na ja, wenn man will, bestimmt. Bei "Monk" merke ich, dass mir die neurotische Hauptfigur allmählich auf die Nerven geht.

Das Phänomen "Binge Watching" hat etwas Negatives an sich. Das englische Wort "binge" lässt sich mit "Gelage" übersetzen, das zugehörige Verb mit "sich mit etwas vollstopfen". Klingt ungesund.

Lickhardt: Man sagt im Deutschen auch "durch-suchten". Man könnte auch "Serien fressen" sagen. Aber man schaltet in der Regel nicht eine Serie ein und bleibt wie ein Süchtiger oder eine Süchtige hängen. Man entscheidet sich meist aktiv dafür, sich zum Beispiel fünf Stunden für eine Serie Zeit zu nehmen.

Aus meiner Kindheit kenne ich den Spruch: Glotz nicht so viel Fernsehen, sonst bekommst du viereckige Augen!

Lickhardt: Das ist beim Binge Watching überwiegend anders, es wird eher als etwas Positives wahrgenommen. Man kann dadurch zeigen, dass man mit bestimmten Serien Kulturgüter kennt und mitreden kann. Man gehört damit zu einer Gemeinschaft. Es bedeutet auch den Erwerb von Bildung. Natürlich sind nicht alle Serien gelungen, aber oft wird ihnen eine hohe Qualität nachgesagt. Aus medienpsychologischen Untersuchungen lässt sich jedenfalls nicht der Untergang des Abendlandes durch den Konsum von Serien oder Binge Watching herauslesen. Das gilt ähnlich für Computerspiele. Und: Keines der Fernsehkinder von damals ist heute deswegen eine gescheiterte Existenz.

Sie schreiben in Ihrem Buch, es habe das Phänomen, sich in Medienkonsum zu verlieren, in den vergangenen 200 Jahren immer wieder gegeben. An welches Beispiel denken Sie da vor allem?

Lickhardt: Es gab im 18. Jahrhundert die sogenannte Lesewut- oder Lesesucht-Debatte. Gelehrte beschwerten sich darüber, dass zu viel, zu wahllos und zu Banales gelesen würde. Das hatte einen frauenfeindlichen Aspekt, denn dieses Leseverhalten wurde besonders Frauen unterstellt. Dabei meinten diese Gelehrten ganz sicher nicht das Lesen an sich, sie waren ja selbst belesen. Ihre Kritik richtete sich eher gegen angeblich triviale Lektüre. Es ging um Werteurteile und die Bestimmung von "gut" und "schlecht".

Maren Lickhardt von der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck.
Foto: Maren Lickhardt

Zuletzt waren wegen schlechter Zahlen und angeblich schlechter Serien Abgesänge auf den Streamingdienst Netflix angestimmt worden. Ist das "goldene Zeitalter der Serien" nach etwas mehr als 20 Jahren – 1999 war die Erstausstrahlung des Mafia-Epos "The Sopranos" im US-Pay-TV-Sender HBO – bereits wieder vorbei?

Lickhardt: Ich glaube, das war immer schon ein falsches Bild. Die sogenannte Qualitätsserie kommt aus dem von Abonnentinnen und Abonnenten finanzierten Fernsehen. HBO verdiente mit relativ wenigen Abonnenten relativ viel Geld und konnte es in hochwertige Serien investieren, um sein Abo-Modell attraktiv zu halten. Heute sind Streaming-Abos auch wegen der größeren Konkurrenz nicht so teuer, mit der Folge, dass die Anbieter stärker auf ein Massenpublikum zielen und weniger Experimente wagen. Es wird daher – neben manchem "Ausstellungsstück" – eher solides Mittelmaß produziert. Ist Ihnen mal aufgefallen, dass man immer von den zehn gleichen Serien spricht, wenn es um "Qualitätsserien" geht?

Was wird uns in zehn Jahren vor die Empfangsgeräte bannen?

Lickhardt: Es wird für die TV-Sender nicht mehr funktionieren, nur klassisches lineares Fernsehen anzubieten. Mediatheken im Internet werden ausgebaut, die Menschen werden eher mehr als weniger streamen. Im Moment gehen Streamingdienste übrigens dazu über, einige neue Serien-Folgen im wöchentlichen Rhythmus zu präsentieren.

Wie früher das Fernsehen?

Lickhardt: Ja. Aber das dürfte kein Trend werden. Nutzerinnen und Nutzer wollen Serien bingen, das lässt sich deutlich feststellen. Es gibt viele, die warten sogar ab, bis alle Folgen komplett abrufbar sind, und schauen sie erst dann.

Kritikerinnen und Kritiker des Rundfunkbeitrags, den alle Haushalte für ARD, ZDF und Deutschlandradio zahlen müssen, fordern Abo-Modelle ähnlich wie die von Streamingdiensten oder im Pay-TV. Würde das funktionieren?

Lickhardt: Das hielte ich für problematisch. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat einen Grundversorgungsauftrag, und man zahlt den Rundfunkbeitrag unter anderem für eine unabhängige Berichterstattung, für ein großes Korrespondentennetz und vieles andere. Es geht hier um unsere Demokratie, und das kann man nicht daran koppeln, wie gut oder schlecht sich manche Menschen unterhalten fühlen und was sie für Unterhaltung zu zahlen bereit sind.

Wie wird Ihr TV- oder Streaming-Programm über Ostern aussehen?

Lickhardt: Ich habe gerade Lust auf alte Fernsehserien! Ansonsten warte ich als riesengroßer "Star-Trek"-Fan sehnlichst auf jede neue Folge von "Picard". Ich hasse es, dass jede Woche nur eine Folge eingestellt wird!

Zur Person Maren Lickhardt, 45, geboren in Boppard (Rheinland-Pfalz), ist assoziierte Professorin am Institut für Germanistik der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck. Kürzlich ist ihr Buch "Binge Watching" (Verlag Klaus Wagenbach, 80 Seiten, 12 Euro) erschienen.

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Die Diskussion ist geschlossen.

07.04.2023

Frau Lickhardt hat Zeit 6 Stunden am Stück Serien zu gucken?

Aber leiderleider geht ihr dann die Hauptfigur auf den Wecker. Vllt doch nur alle zwei Tage eine Folge glotzen und die Freude daran behalten?

Vermutlich wollte sie einfach über irgendwas ein Buch schreiben...

07.04.2023

Gibts eigentlich noch dämlichere Begriffe wie "bingen"? Vermutlich nicht sehr viele.