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Bundestagswahl 2021
26.04.2021

Keine Seitenhiebe: Laschet demonstriert Geschlossenheit mit Söder

Wollen laut Laschet den Weg gemeinsam beschreiten: CDU-Chef und Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (links) und Markus Söder.
Foto: Michael Kappeler, dpa

Der CDU-Chef wischt die Sticheleien des CSU-Vorsitzenden beiseite und konzentriert sich demonstrativ auf die Inhalte.

Trotz der Querelen und Auseinandersetzungen der letzten Tage hält CDU-Chef Armin Laschet am Bündnis mit der CSU und ihrem Vorsitzenden Markus Söder fest. „Wir arbeiten an unseren Themen. Ich bin sicher, dass CDU und CSU zusammen in diesen Wahlkampf gehen“, sagte Laschet am Montag in Berlin nach einer Videokonferenz der Parteispitze. Auf die Nachfrage, ob Söder angesichts der fortwährenden Sticheleien gegen ihn und die CDU überhaupt noch ein vertrauenswürdiger Partner für den Wahlkampf sei, bekräftigte Laschet: „Ja, auf jeden Fall. Wir werden den Wahlkampf zusammen begehen.“

Söder hatte dem Unions-Kanzlerkandidaten Laschet zuletzt vorgeworfen, altmodische Politik mit überkommenen Ansätzen zu machen. Laschet konterte dies mit Hinweis auf das „Modernisierungsjahrzehnt“, das er bereits vor Wochen zusammen mit Gesundheitsminister Jens Spahn in einem allerersten Entwurf für ein mögliches Wahlprogramm skizziert hatte.

Laschet über Söder: "Wir haben sehr viele Übereinstimmungen"

„Ich habe gelesen, dass die CSU sagt, sie sei moderner. Das freut mich“, lächelte Laschet in die Kameras. Er sei verschiedentlich auch schon von der CSU dafür kritisiert worden, dass er zu modern sei. Wenn beide Parteien auf das Thema Modernität setzen würden, dann sei das doch „ein gutes Signal für das Wahljahr“, erklärte der CDU-Vorsitzende.

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Foto: dpa

„Wir haben sehr viele Übereinstimmungen und werden ein gemeinsames Programm machen“, betonte Laschet. Er freue sich sehr darüber, dass Markus Söder bei der für die CDU so wichtigen Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. Juni zugesagt habe, „ebenfalls persönlich mitzukämpfen.“ Das sei hilfreich, „denn da geht es um die Kernfrage: Bleibt das Land regierbar oder sind die Extreme so stark, dass keine neue Regierung gebildet werden kann? In diesem Kampf, insbesondere gegen die AfD, stehen Markus Söder und ich ganz eng beieinander“, betonte der CDU-Spitzenkandidat.

Laschet gibt zu: Nach seiner Wahl zum Kanzlerkandidaten gab es Parteiaustritte

Laschet räumte ein, dass es nach seiner endgültigen Nominierung zum Kanzlerkandidaten der Union Parteiaustritte gegeben habe. Wie viele es seien, sei noch nicht bekannt. Es dauere eine Zeit, bis die Zahlen verbucht seien. „Es gibt Austritte, es gab aber auch Eintritte in der letzten Woche “, sagte der CDU-Vorsitzende.

Armin Laschet bei einer Pressekonferenz zur Kanzlerkandidatenfrage der Union.
Foto: Michael Kappeler, dpa

Laschet betonte, er sei im Moment „in intensiven Gespräche mit den CDU-Landesverbänden“. Es seien bisher sehr gute Gespräche gewesen. Er habe in der vergangenen Woche mit den Kreisvorsitzenden in Hessen und Niedersachsen gesprochen. Diese Woche seien Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg dran. Er habe mit dem CDA-Bundesvorstand Kontakt gehabt und  werde Gespräche mit den ostdeutschen Ländern führen. „Da verbindet sich die Frage der Personalentscheidungen mit den Inhalten, für die wir jetzt stehen, und mit dem Team, das wir aufstellen, um die Bundestagswahl zu gewinnen.“

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27.04.2021

Schon bemerkenswert, wie selbstverständlich Laschet Söders Unterstützung einfordert. Man erinnere sich nur an Berichte über die "Nacht der Entscheidung", wonach Laschet für den Fall einer Kandidatur Söders dessen Unterstützung angeblich verweigert habe.
Natürlich sollten beide jetzt zusammenarbeiten. Aber falls die Berichte zutreffen, wäre eine gewisse Distanz verständlich.
So oder so, Laschet kann in Sachsen-Anhalt jetzt zeigen, wie gut er als Nummer eins bei den Menschen ankommt.

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