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Corona-Pandemie
22.04.2021

Palmer muss Tübinger Corona-Modell beenden

Haben für das Tübinger Modellprojekt gekämpft: Federle und Palmer.
Foto: Marijan Murat, dpa

Der Oberbürgermeister Boris Palmer übt scharfe Kritik an der Entscheidung. Am Tübinger Modell gab es immer wieder Zweifel.

Lisa Federle ist erbost. „Ich habe so genug von den Entscheidungen die sich nicht um die Basis kümmern! Die einfach nur ohne Strategie schließen und keine Perspektive bieten!“, schreibt sie auf Facebook. Die Tübinger Ärztin war in den vergangenen Wochen immer wieder an die Öffentlichkeit gegangen, um ihren eigenen Weg in der Corona-Krise vorzustellen.

Mit Hilfe eines umfangreichen Test-Konzepts sollte in der baden-württembergischen Universitätsstadt gezeigt werden, dass der Lockdown nicht der einzige Weg sei mit dem Virus umzugehen. Nun, nach sechs Wochen, wird dem Tübinger Modell der Stecker gezogen. Zwar ist der Inzidenzwert in der Stadt selbst weiterhin unter 100, doch im Landkreis Tübingen ist er inzwischen auf 180 geklettert. Das Projekt hatte viel Kritik, aber auch viel Lob auf sich gezogen.

Boris Palmer kritisiert die Corona-Notbremse

Oberbürgermeister Boris Palmer zeigt sich enttäuscht: „Ab Montag ist also auch bei uns alles dicht. Theater, Handel, Schulen und Kitas“, schreibt der Grüne auf seiner Facebook-Seite. Die Entscheidung habe die CDU-Wahlkreisabgeordnete Annette Widmann-Mauz der Presse mitgeteilt. Allerdings hatte es auch im grün geführten Sozialministerium in Stuttgart immer wieder Zweifel am Tübinger Modell gegeben.

 

Palmer macht aus seiner Kritik keinen Hehl. „Interessant ist daran: Seit dem 6. April gilt außerhalb von Tübingen die Notbremse. Nur in der Stadt gilt Öffnen mit Testpflichten“, schreibt er. „Kurz gesagt: In der Notbremse steigen die Zahlen ungebremst, unser Modell hält die Zahlen unten. Und der Bundestag hat nun beschlossen, dass wir es so machen müssen, wie alle Gemeinden um uns rum.“ Der zuletzt für die Stadt Tübingen gemeldete Wert lag laut dem Sozialministerium am Mittwoch bei 91,8.

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