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Die zwei schwierigsten Fragen der Corona-Politik

Kommentar Von Gregor Peter Schmitz
28.10.2020

Natürlich kann die Politik temporär fast alles verbieten, was Lebenslust ausmacht. Aber sie zittert vor zwei Fragen: Was ist das für ein Leben - und wie lange dauert es?

Was kann so schlimm sein an einem Déjà-vu – also dem (irreführenden) Eindruck, dass man gerade etwas wieder erlebt, was man schon einmal erlebt hat? Psychologen bieten dafür eine Erklärung: Weil die Angst mitschwingt, dass was sich einmal vermeintlich wiederholt, auch ein zweites, drittes, x-tes Mal wiederkehren kann.

Das erklärt die ungeheure Nervosität quer durch die Republik angesichts der (etwas anderen) Lockdown-Maßnahmen, die nun (wieder) drohen. Zwar bleibt die Unterstützung dafür in Umfragen hoch. Doch wenn die Umfrageinstitute weghören, ist anderes zu hören: Wut, Frust, Verzweiflung, auch Hilflosigkeit. Im März dachten viele Bürger noch, ein wenig Zusammenreißen werde reichen, manche Veränderung war auch aufregend-neu. Und: Der Sommer stand vor der Tür. Jetzt wird es um fünf Uhr dunkel, wie lange alles dauert, ist ungewisser denn je – genau wie die Frage, siehe oben, ob es der letzte Lockdown bleiben wird?

Zweiter Lockdown: Was ist das für ein Leben, wenn man auf alles verzichtet?

Vor allem aber ist die Spaltungsgefahr noch größer: Zwischen den vielen, die sich an die Regeln halten und einer leider gar nicht so kleinen Minderheit, die vieles kaputt machen kann. Und zwischen denen, die wenigstens beruflich nicht bangen müssen – und Branchen wie Kultur oder Restaurants, für die buchstäblich der Vorhang fällt.

Natürlich kann man temporär fast alles verbieten, was Lebenslust ausmacht. Man muss es gerade wohl sogar. Aber was für ein Leben ist das, fragen immer mehr. Das bleibt die Frage, auf die auch die Politik keine Antwort weiß. Sie weiß aber, deswegen diskutiert sie ja so nervös: Mehr Spaltung befeuert Radikale. Das ist leider kein Déjà-vu, sondern gesicherte Erkenntnis.

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Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

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Die Diskussion ist geschlossen.

28.10.2020

Und was ist das erst für ein Leben, wenn man sich infiziert und keine Luft kriegt! Für den stellt sich die Frage nach der Lebenslust erst in zweiter Linie. Wer jetzt so tut, als wäre das Leben nicht mehr lebenswert, nur weil man ein paar Wochen auf Restaurant und Theater verzichten muss – na ja, der ist wirklich arm dran.

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28.10.2020

Das ist Ihre Meinung ich habe eine andere, 0,22 Prozent gegenüber 97,8 Prozent in der Stadt Augsburg.
Kapp eine Million Tote im Jahr in der BRD, davon ca . 12000 Corona Tote in Deutschland, ich halte die Maßnahmen für überzogen.

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28.10.2020

Was ist das für ein Jammern auf hohem Niveau.

Auf was alles müssen Sie verzichten, wenn Sie eine Zeitlang nicht ins Restaurant oder Theater gehen können, Sie Ärmster?

Unsere Eltern und Großeltern haben während und nach dem Krieg auf auf ALLES verzichten müssen und haben nicht gejammert.

Denken Sie lieber an das Allgemeinwohl und nicht an Ihre Lebenslust.

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28.10.2020

Unter Umständen sollten sie mal die Realität im Auge behalten.

Die Zeit nach dem Krieg mit der jetzigen Situation zu vergleichen ist absoluter Quatsch.

Und es geht auch nicht um einen Restaurantbesuch oder eine Theatervorstellung.
Es geht hier um viel mehr als nur um diese Themen.

Es geht hier auch um persönliche Schicksale der Menschen, deren Einnahmen erneut wegbrechen.

Eventuell betrachten sei einmal die ganze Sache aus einem solchen Blickwinkel.

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28.10.2020

Schau einfach genau hin, wer sich nicht an die Regeln hält !!!!

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