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Corona-Pandemie

04.12.2020

Jens Spahn: Ab Januar wird gegen Corona geimpft

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kündigt an, dass die Corona-Impfungen im Januar beginnen.
Bild: Britta Pedersen, dpa

Obwohl ein Hersteller Lieferschwierigkeiten hat, hält die Regierung an ihrem Impf-Fahrplan fest. Eine Münchner Virologin erwartet dennoch einen harten Corona-Winter.

Ein überraschend aufgetretener Lieferengpass für den neuen Impfstoff bremst auch die Corona-Strategie von Bund und Ländern. Großbritannien, die USA und die Europäische Union hätten in den ersten Wochen mit weniger Impfdosen zu rechnen, betonte Gesundheitsminister Jens Spahn. Wie viele Dosen in einem ersten Impf-Schritt verabreicht werden können, ist damit noch unklarer als bisher bereits.

Der amerikanische Pharmakonzern Pfizer musste einräumen, bis Jahresende nur 50 Millionen Impfdosen anstatt der ursprünglich geplanten 100 Millionen ausliefern zu können. Grund dafür sind Verzögerungen beim Aufbau der Lieferketten. Der Wirkstoff muss bei minus 80 Grad gekühlt werden.

Großbritannien will ab Dienstag gegen Corona impfen

Spahn will trotzdem nach Silvester mit der Immunisierung weiter Teile der Bevölkerung beginnen. „Gleichwohl wird es, Stand heute, wenn die Zulassung erfolgt, mit dem Jahreswechsel erste Impfungen in Deutschland geben können“, betonte der CDU-Politiker am Freitag.

 

Noch steht die Freigabe des Impfstoffs, den Pfizer zusammen mit dem deutschen Hersteller Biontech aus Mainz entwickelt hat, durch die europäische Arzneimittel-Agentur aus. Es wird aber damit gerechnet, dass sie bald erfolgen wird. Großbritannien hat dem Mittel bereits die Zulassung erteilt und will am Dienstag mit dem Impfen beginnen.

Corona-Impfung soll freiwillig und kostenlos sein

Nach dem Willen der Bundesregierung sollen hierzulande zuerst Ärztinnen und Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger in Kliniken und Altenheimen geimpft werden sowie alte Menschen, die zur Risikogruppe gehören. Die Bundesländer müssen die dafür nötigen Impfzentren aufbauen und genügend Mediziner für die Kampagne abstellen.

Das Bundesgesundheitsministerium kündigte an, dass die Immunisierung für alle Teilnehmer kostenlos sein wird. Der Sprecher von Kanzlerin Angela Merkel ( CDU) bekräftigte am Freitag noch einmal, dass kein Zwang eingeführt werde. „Die Impfung wird freiwillig sein“, sagte Steffen Seibert. Nach seinen Worten ist es nicht geplant, die Impfbereitschaft durch eine Prämie zu erhöhen. Die Regierung will durch eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit überzeugen.

Neben Pfizer und Biontech haben auch andere Arzneimittelhersteller die Zulassung eines Impfstoffs beantragt oder stehen kurz davor. Deutschland hat sich über Verträge mit den Unternehmen und die europäische Zusammenarbeit den Zugriff auf insgesamt 300 Millionen Impfdosen gesichert. Die Bevölkerung könnte also theoretisch mehrfach gegen den Erreger geschützt werden. Dahinter steckt ein vorausschauender Ansatz, weil nicht klar ist, ob alle Mittel auch eine Zulassung erhalten und wie schnell sie danach geliefert werden können.

Virologin: "Müssen uns auf einen wirklich harten Winter vorbereiten"

Die Münchner Virologin Ulrike Protzer warnt angesichts der weiterhin hohen Zahl an Neuinfektionen vor einem zu sorglosen Umgang mit dem Virus. „Wir müssen uns auf einen wirklich harten Winter vorbereiten“, sagt die Wissenschaftlerin der TU München in einem Interview mit unserer Redaktion.

Auch wenn es um Weihnachten herum Lockerungen gebe, werde im Januar und Februar noch mal eine schwere Zeit kommen: „Ich sehe erst ab Mitte März eine Entspannung.“ Dann würden die Tage wieder länger, die Menschen würden wieder mehr UV-Licht abbekommen – dadurch würden auch alle Atemwegsinfekte zurückgehen. „Außerdem werden wir es bis dahin schaffen, zumindest einen Teil der Bevölkerung zu impfen – wenn alles gut geht.“

 

Staatsregierung rechnet mit täglich 30.000 Corona-Impfungen in Bayern

Die Bayerische Staatsregierung rechnet landesweit mit etwa 30.000 Impfungen täglich. Dies entspricht nach Angaben des Gesundheitsministeriums in München einer durchschnittlichen täglichen Impfkapazität von 300 Personen für jedes Impfzentrum. Würden sich alle rund 13 Millionen Einwohner in Bayern impfen lassen, würde dies mit dieser Kapazität 433 Tage dauern. Die Zahl der Corona-Patienten auf deutschen Intensivstationen hat erstmals die Schwelle von 4000 überschritten.

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