Newsticker
Corona: Zahl der insgesamt gemeldeten Infektionen in Deutschland übersteigt drei Millionen
  1. Startseite
  2. Politik
  3. Untersuchungsausschuss für Scheuer beginnt am 12. Dezember

Maut

27.11.2019

Untersuchungsausschuss für Scheuer beginnt am 12. Dezember

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) muss sich ab dem 12.12. vor einem Untersuchungsausschuss verantworten.
Foto: Michael Kappeler, dpa

Andreas Scheuer (CSU) hat die Maut an zwei Unternehmen vergeben, ohne auf ein Gerichtsurteil zu warten. Nun gibt es einen Untersuchungsausschuss.

Selbst Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat sich angesagt, wenn die Abgeordneten das Fiasko um die Pkw-Maut scharf unter die Lupe nehmen. Die Opposition hat sich mit der Großen Koalition darauf verständigt, dass der Untersuchungsausschuss am 12.Dezember seine Arbeit aufnehmen wird, wie unsere Redaktion erfahren hat. Schäuble wird die Sitzung eröffnen.

„Der Untersuchungsausschuss zum Maut-Debakel kommt“, sagte der FDP-Verkehrspolitiker Christian Jung unserer Redaktion. Am Donnerstag wird der Bundestag nach jetzigem Stand mit den Stimmen der Opposition den U-Ausschuss formal beschließen.

Gescheiterte Maut könnte Steuerzahler Milliarden kosten

Im Fokus stehen dabei aber nicht Jung oder der CDU-Veteran Schäuble, sondern Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Er vergab die Erhebung der Straßensteuer an zwei Mautbetreiber, ohne das Urteil das Europäischen Gerichtshofes (EuGH) abzuwarten. Die Richter kassierten ein halbes Jahr später das CSU-Prestigeprojekt. Der Staatskasse drohen jetzt hohe Entschädigungszahlungen. Die Schätzungen reichen von einem dreistelligen Millionenbetrag bis hin zu zwei Milliarden Euro. Letztlich dürfte ein Schiedsverfahren entscheiden, wie viel Geld die gescheiterte Straßensteuer den Steuerzahler kostet.

Der Untersuchungsausschuss soll vor allem beleuchten, welche Entscheidungen durch das Verkehrsministerium „sowie durch den jeweiligen Bundesverkehrsminister persönlich“ zur Vergabe der Maut geführt haben, wie es im Einsetzungsauftrag heißt. Das Dokument liegt unserer Redaktion vor.

Maut-Debakel: Druck auf Verkehrsminister Andreas Scheuer ist gewaltig

Scheuer ist angesichts der schweren Angriffe der Opposition in die Offensive gegangen und hat dem Bundestag bereits ganze Regalmeter an Akten zur Verfügung gestellt. Der Untersuchungsausschuss kann aber weitere Papiere anfordern und Zeugen vorladen. Der CSU-Minister verteidigt sich damit, dass ihm alle Zögern und Zaudern vorgeworfen hätten, wenn er erst den Richterspruch abgewartet hätte. Zur Wahrheit gehört, dass die EU-Kommission als Hüterin der EU-Verträge und der Generalanwalt am EuGH mit der Maut einverstanden waren. Sowohl deutsche als auch Autofahrer aus dem Ausland sollten sie für die Benutzung der Autobahnen zahlen. Nur die Deutschen hätten sie allerdings über die Anrechnung auf die Kfz-Steuer ersetzt bekommen. Die Europarichter sahen darin eine Diskriminierung der Ausländer und kippten letztlich das Projekt.

Der Druck auf den Verkehrsminister ist gewaltig. „Wenn die Bundesregierung und die CSU nicht derart angeschlagen wären, wäre Scheuer schon heute nicht mehr im Amt“, sagte FDP-Mann Jung. Wie lang sich der Untersuchungsausschuss hinziehen wird, ist völlig offen. Als wahrscheinlich gilt, dass das Schiedsverfahren um die Maut den Ausschuss lange überdauern wird. In der ersten Sitzung werden wohl noch keine Zeugen geladen.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

28.11.2019

Wie ingnorant muss man selber sein, um nach so einer Aktion die sich der Hr. Scheuer bei der Maut geleistet hat, weiter an seinem Amt zu kleben wie ein Kaugummi an der Schuhsohle?

Für mich verliert auch durch sowas die Politik an Glaubwürdigkeit und Ernsthaftigkeit...

Permalink
28.11.2019

Ein Grund für sein beharrliches Festkleben am Amt könnte sein, dass die von ihm lange hofierten Autobosse inzwischen bei einem Politiker, dessen Unfähigkeit so offensichtlich ist, mit lukrativen Jobangeboten sehr zurückhaltend sind.
Für ein Ministeramt reicht's bei der CSU noch immer. Beispiele zu nennen wäre kein Problem . . .

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren