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USA

31.07.2020

Verteidigungsministerium zu Abzugsplänen: "Können auch nicht zaubern“

So sehr man sich in Berlin auch um öffentliches Verständnis für die Entscheidung des US-Präsidenten bemüht – der Bundesregierung ist klar, dass es sich beim Truppenabzug um eine Strafmaßnahme Donald Trumps handelt. Der hält dem Verbündeten seit Jahren vor, zu wenig für die eigene Verteidigung auszugeben.
Bild: Imago

Exklusiv Der Staatssekretär des Verteidigungsministeriums, Thomas Silberhorn, erwartet, dass die Bundesregierung mehr Verantwortung für die eigene Sicherheit übernimmt.

Im Bundesverteidigungsministerium versucht man, den geplanten Truppenabzug der Amerikaner diplomatisch zu kommentieren – doch die Verärgerung über den Schritt ist spürbar. Die Bundesregierung deutet die Pläne als Strafe dafür, dass Deutschland nicht genug in seine Verteidigung investiert.

"Das Zwei-Prozent-Ziel gilt in Washington als nicht verhandelbar, das würde sich auch unter einem neuen Präsidenten nicht ändern", sagt Thomas Silberhorn, Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, unserer Redaktion. "Zu diesem Ziel stehen wir, aber wir können auch nicht zaubern."

Verteidigungsministerium hält die US-Truppenverlegung für strategisch nachvollziehbar

Der CSU-Politiker ist derzeit zu Gesprächen in Washington. Er habe darauf hingewiesen, dass Deutschland sein Verteidigungsbudget seit 2014 um 45 Prozent gesteigert habe. Doch Silberhorn ist auch klar, dass die US-Pläne Konsequenzen haben werden. "Die Erwartung ist, dass Deutschland mehr führt, das äußern Republikaner wie Demokraten", sagt der Staatssekretär. "Schließlich sind die USA seit dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland präsent, jetzt wird erwartet, dass die Bundesregierung mehr Verantwortung für die Sicherheit übernimmt."

Verteidigungsministerium zu Abzugsplänen: "Können auch nicht zaubern“

Grundsätzlich sei die Truppenverlegung aber durchaus auch aus strategischen Gründen nachvollziehbar. "Überlegungen, die amerikanischen Truppen weltweit flexibler aufzustellen, etwa häufiger durch verschiedene Länder rotieren zu lassen, gibt es seit langem", sagt Silberhorn. "Die Verlegung von Truppen aus Deutschland nach Rumänien, Bulgarien und Polen würde dem entsprechen."

Lesen Sie dazu auch: Die Freundschaft zu den USA wird auf die Probe gestellt

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