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Newsticker
Grüne fordern konkrete Schritte zur Aufnahme von bedrohten Russen
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Krieg in der Ukraine
17.03.2022

Deutschland und die Ukraine: Eine Freundschaft unter erschwerten Bedingungen

Feuerwehrleute löschen ein Wohnhaus in Kiew, das von der russischen Armee beschossen wurde.
Foto: Felipe Dana, dpa

Die Deutschen sind beeindruckt von der eigenen "Zeitenwende", die ukrainische Regierung macht Berlin schwere Vorwürfe. Auch andere Länder sehen Kanzler Scholz in der Rolle des Bremsers.

Die blau-gelbe Flagge weht an den Rathäusern im Land. Auf den Bahnhöfen von Berlin bis München stehen Freiwillige, die den ankommenden Flüchtlingen aus der Ukraine ein Bett und vielleicht auch das Gefühl von Sicherheit anbieten. Bundeskanzler Olaf Scholz spricht von einer „Zeitenwende“, weil die Bundesregierung in ihrer Sicherheitspolitik nicht weniger als eine 180-Grad-Wende einläutet. Russlands Krieg gegen die Ukraine hinterlässt auch hierzulande tiefe Spuren. Doch während Deutschland immer noch ganz schwindelig ist von der Geschwindigkeit, in der alte Glaubenssätze über Bord geworfen werden, schildern Dmytro Kuleba und Andrij Melnyk eine ganz andere Sicht auf die Dinge.

Der eine ist ukrainischer Außenminister, der andere der ukrainische Botschafter in Berlin, sie sind regelmäßig in die deutschen TV-Talkshows zugeschaltet, die Floskeln der Diplomatie haben sie längst abgestreift. Der Gegensatz könnte kaum größer sein: Deutschland staunt über sich selbst, die vom Krieg gebeutelte ukrainische Regierung und deren Vertreter hingegen üben heftige Kritik. Der Beziehungsstatus zwischen Berlin und Kiew – er ist kompliziert.

Tausende Menschen demonstrierten in Berlin unter dem Motto "Stoppt den Krieg! Frieden und Solidarität für die Menschen in der Ukraine".
Foto: Paul Zinken, dpa

Die Worte, die die ukrainische Seite wählt, sind drastisch, die Verzweiflung mit Händen zu greifen, für die Bedenken einer Industrienation gibt es wenig Verständnis. „Unsere Kinder werden getötet, unsere Städte wurden dem Erdboden gleichgemacht. Das heißt, Sie sollten zugeben, dass Sie einen Fehler gemacht haben und diesen Fehler korrigieren", sagt Kuleba dieser Tage in der ARD-Talkshow „Anne Will“. Hinter ihm die Wand eines Bunkers. Mit „Fehler“ meint der Minister die deutsche Russlandpolitik, den Umgang der Bundesregierung mit Wladimir Putin.

Für Kuleba ist Deutschland ein Bremser im Ringen mit dem Kreml. Flugverbotszone, sofortiger EU-Beitritt, die Lieferung von Kampfflugzeugen, ein Lieferstopp für russische Energie. „Das russische Gas riecht nach Blut“, sagt er eindringlich. Warum das nicht boykottiert werde? Dazu höre er von anderen Staaten immer nur, „wir machen das wegen Deutschland nicht“. Nicht viel weniger drastisch sind die Worte, die Botschafter Melnyk in Richtung Kanzleramt schleudert: Der deutsche Bundeskanzler sei für ihn ein Mann, dem es an Entschlossenheit im Freiheitskampf fehle. „Mein Präsident hat mit Scholz telefoniert – als ob man mit einer Wand gesprochen hätte.“

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba kritisiert Deutschland scharf.
Foto: dpa

Deutschland gehört zu den größten Geldgebern für die Ukraine

Die einen fühlen sich zu wenig unterstützt, die anderen missverstanden. Dabei war das Band in den vergangenen Jahren eng. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel war es, die bei den stundenlangen Verhandlungen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und seinem ukrainischen Kollegen Petro Poroschenko vermittelte, um einen Plan für den umkämpften Donbass herbeizuführen. Deutschland gehört zu den größten Geldgebern für die Ukraine. Seit 2014 investierte die Bundesregierung rund zwei Milliarden Euro, um das Land zu stabilisieren. Allein aus Mitteln der Entwicklungszusammenarbeit hat Deutschland die Ukraine mit mehr als einer Milliarde Euro unterstützt. Der Bund ist überdies mit bislang 11,5 Millionen Euro auch größter Einzahler in den 2019 von den Vereinten Nationen eingerichteten humanitären Länderfonds Ukraine.

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Doch in Kriegszeiten sieht die Bilanz anders aus. Die USA haben der Ukraine innerhalb eines Jahres Waffen und Ausrüstung im Wert von 1,2 Milliarden Dollar (1,09 Milliarden Euro) geliefert. Staaten wie Estland, Litauen und Slowenien machen sich für eine schnelle Aufnahme der Ukraine in die EU stark. Die Regierungschefs von Polen, Tschechien und Slowenien wagen sogar die Reise nach Kiew. Selbst die Briten, die nicht mehr zur EU gehören, beteiligen sich mit umfangreichen militärischen Lieferungen an der Unterstützungsmission. Mit zunehmender Dauer des russischen Kriegs wachsen daher die Spannungen nicht nur zwischen Deutschland und der Ukraine, sondern auch zwischen den EU-Staaten.

SPD-Außenpolitiker Roth für weitere Waffenlieferungen an Kiew

Zuletzt offenbarten sich die Differenzen beim informellen EU-Gipfel in Versailles, als sich Olaf Scholz abermals gegen ein Embargo für russische Energie sperrte. Die Sanktionen, so betont er regelmäßig, sollen den Kreml treffen und möglichst geringe Auswirkungen auf die europäischen Länder haben. Finnland oder Lettland drängen dagegen auf einen Importstopp. Ist es wirklich vor allem Deutschland, das im Kreis der Gemeinschaft auf der Bremse steht bezüglich noch schärferer Sanktionen? Während Scholz für seinen Anti-Embargo-Kurs offene Unterstützung etwa aus Österreich erhält, befürworten hinter den Kulissen auch einige andere Mitgliedstaaten die Linie aus Berlin und „verstecken sich hinter dem breiten Rücken Deutschlands“, wie es ein EU-Diplomat nennt.

Michael Roth (SPD), Staatsminister im Auswärtigen Amt, spricht sich für weitere Hilfen für die Ukraine aus.
Foto: Martin Schutt, dpa

In Berlin bemüht man sich derweil, die Zweifel an der eigenen Verlässlichkeit auszuräumen – und vor allem gegenüber der Ukraine mit einem konzilianten Ton aufzutreten. Die Regierung weiß, dass die Ukrainer um nicht weniger als ihr Leben kämpfen. „Die zunehmende Brutalität der Angriffe und die Ausdehnung des Kriegsgeschehens auf den Westen des Landes lassen befürchten, dass der Ukraine das Schlimmste erst noch bevorsteht“, sagt Michael Roth (SPD), Chef des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag. „Die Forderungen der Ukraine, weitere Schritte gegen den Aggressor Russland zu ergreifen, sind daher völlig legitim.“ Deswegen dürfe Deutschland jetzt auch nicht nachlassen mit der Unterstützung, „auch und vor allem durch weitere Waffenlieferungen“, so Roth. „Für die Menschen in der Ukraine, die sich so tapfer der russischen Übermacht entgegenstellen, ist diese Unterstützung überlebenswichtig.“ Die internationale Gemeinschaft dürfe sich nicht von Putin einschüchtern lassen. Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin seien nur dann von Erfolg gekrönt, wenn sie vonseiten des Westens mit Härte, Wehrhaftigkeit und Selbstbewusstsein geführt würden. „Es hilft aber nun nichts, in eine öffentliche Debatte darüber einzutreten, welche konkreten weiteren Schritte wir ergreifen werden und welche nicht. Putin muss darüber im Unklaren gelassen werden, was jetzt folgt“, sagt Roth unserer Redaktion. „Das hat im Übrigen auch bei den weitreichenden wirtschaftlichen und finanziellen Sanktionen gewirkt.“

Estland versucht, auf Berlin einzuwirken

Doch nicht nur in der Ukraine wächst die Nervosität. Kaja Kallas versucht es mit einer einfachen Rechnung. „Von Kiew nach Berlin sind es 1300 Kilometer, ebenso von Kiew nach Tallinn“, erklärt die estnische Ministerpräsidentin. Deutschland sei folglich „genauso nah dran“ am Krieg in der Ukraine wie die baltischen Staaten. Und deshalb sollte die Bundesregierung auch dringend mehr tun, um Putin abzuschrecken. „Ein Diktator versteht nur Stärke“, sagt Kallas und spricht damit den meisten Menschen im Osten Europas aus dem Herzen.

Ob im Baltikum, in Polen, der Slowakei oder Rumänien: Überall sind die politischen Führungen zwar erleichtert über die „Zeitenwende“ in Deutschland. Sie begrüßen die sichtbare Abkehr von Russland, die angekündigte Stärkung der Bundeswehr, die Waffenlieferungen an die Ukraine und die Sanktionspolitik. Aber all das ist den Regierungen im Osten deutlich zu wenig. Ein deutscher Boykott russischer Energielieferungen wäre das Mindeste. Gern dürfte es auch ein stärkeres militärisches Engagement in der Ukraine sein. So forderte das estnische Parlament am Montag in einer Resolution die Einrichtung einer von der Nato garantierten Flugverbotszone über der Ukraine. Was die Verantwortlichen in Berlin als möglichen Schritt Richtung Weltkrieg werten, gilt in Tallinn als dringend nötige Vorwärtsverteidigung.

Soldaten der US-Armee fliegen für einen Einsatz nach Europa.
Foto: Stephen B. Morton, dpa

In Washington hingegen wird die Bundesregierung derzeit mit ungewöhnlichem Wohlwollen betrachtet. Lange galt Berlin wegen des Nord Stream 2-Projekts, das von Republikanern und Demokraten gleichermaßen bekämpft wurde, und seiner vergleichsweise geringen Verteidigungsausgaben als Sorgenkind und Bedenkenträger der Allianz. Umso überraschter wurden der Pipeline-Stopp und die Zusage von Waffenlieferungen an die Ukraine in Washington als Kehrtwende gefeiert.

Als Vize-Bundeskanzler Robert Habeck vor zwei Wochen zu seinem Antrittsbesuch in die amerikanische Hauptstadt kam, standen ihm die Türen aller wichtigen Ministerbüros offen. „Ich bin mit kameradschaftlich offenen Armen empfangen worden“, berichtete der Grünen-Politiker beeindruckt: „Die Veränderungen in der Politik führen dazu, dass hier das Vertrauen, aber auch die Erwartungen außergewöhnlich groß sind.“

So sehen die USA das deutsche Engagement

Ob die Bundesregierung freilich die hochgesteckten Erwartungen erfüllen wird, muss sich zeigen. Bei der Verhängung des Einfuhrverbots für russisches Öl äußerte Präsident Joe Biden ausdrücklich Verständnis für die europäischen Verbündeten, die stärker von Energieträgern aus dem Osten abhängig sind und deshalb kein Embargo verhängen könnten. Auch das deutsche Nein zur Lieferung der MiG-29-Kampfjets wurde von der US-Regierung angesichts massiver Bedenken der eigenen Geheimdienste nicht kritisiert.

Mit der Intensivierung des Kriegs dürfte aber der Druck auf die Biden-Administration zunehmen, robustere Schritte zum Schutz der Zivilbevölkerung zu unternehmen. Eine generelle Flugverbotszone über der Ukraine lehnt der Präsident bislang wegen der Gefahr einer Einbeziehung der Nato in die Kampfhandlungen ab. Jedoch fordern auch Demokraten in Washington immer lauter, der Westen müsse zumindest Fluchtkorridore aus der Luft absichern. Sollte Russland Raketen auch auf die andere Seite der Grenze zu Polen abfeuern oder in der Ukraine biologische oder chemische Waffen einsetzen, würde der Konflikt dramatisch eskalieren. Dann dürfte schnell auch der Punkt kommen, an dem die Belastbarkeit der neuen deutschen Russlandpolitik von den Amerikanern auf den Prüfstand gestellt wird.

Hören Sie sich dazu auch unseren Podcast an. Die Augsburgerin Tanja Hoggan-Kloubert spricht über die Angst um ihre Eltern in der Ukraine – und die überwältigende Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung.

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Die Diskussion ist geschlossen.

17.03.2022

@GEORG KR., 08:32 Uhr: „Die pro-ukrainische Stimmung kann sehr schnell kippen …“
Das hoffe ich doch nicht. Die Ukraine wurde überfallen und befindet sich im Krieg, da darf man nicht jeden Satz hinterfragen. Allerdings sollten Selenskyj, Melnyk usw. schon darauf hingewiesen werden, dass in der EU nicht Biden als Anführer der Welt gesehen wird und Selenskyjs „Mauer“ (ARD Videotexttafel 105) zwischen Deutschland und der Ukraine den Ambitionen der Ukraine eines EU-Beitritts nicht gerade förderlich ist.
Davon unabhängig werde ich allerdings weiterhin Sachspenden, wie z. B. warme Kleidung, für die armen Ukrainer leisten.

17.03.2022

Auch ich befürchte, dass die pro-ukrainische Stimmung bei uns bald wieder kippen könnte.
Da habe ich schon Sätze wie etwa "Die kriegen doch alles und für uns wird alles teuerer" im Ohr.
Da sind sich dann bald wieder Viele selbst die Nächsten. Kommt mir irgendwie bekannt vor.

17.03.2022

Auch ich befürchte, dass die pro-ukrainische Stimmung bei uns bald wieder kippen könnte.
Da habe ich schon Sätze wie etwa "Die kriegen doch alles und für uns wird alles teurer" im Ohr.
Da sind sich dann bald wieder Viele selbst die Nächsten. Kommt mir irgendwie bekannt vor.

17.03.2022

https://www.handelszeitung.ch/politik/pandora-papers-zeigen-offshore-geschafte-von-politikern-und-promis

"Auch etwa der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, zahlreiche Vertraute des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Jordaniens König Abdullah II. und viele Prominente wie etwa das Model Claudia Schiffer sind oder waren laut der «Süddeutschen Zeitung» Kunden bei Offshore-Firmen. Der Präsident des EU-Landes Zypern, Nikos Anastasiadis, war demnach selbst aktiv im Offshore-Geschäft tätig mit seiner Kanzlei, die mittlerweile von seinen Töchtern geführt wird."

17.03.2022

Herr Kr., ihre Quelle bezieht sich auf die SZ. In der SZ vom 03.10.2021 steht das mit Selenskyj allerdings etwas anders (vgl. mein Zitat vom 06.03.2022 unter „Friedensdemo: ‚Putin nicht als Ungeheuer stilisieren‘“). Wie auch immer, in der Ukraine ist die Korruption sehr ausgeprägt. Das mindert aber nicht mein Mitgefühl für die von Putins Angriffskrieg Betroffenen.

16.03.2022

Es ist ja verständlich, dass die ukrainischen Politiker in ihrer Lage nun noch das Beste für sich und ihr Land herausholen wollen. Insbesondere der Botschafter sollte aber begreifen, dass ihn die ständigen Unverschämtheiten, Beleidigungen und Provokationen gegenüber der deutschen Regierung seinen Zielen nicht unbedingt näher bringen werden. Der Bundeskanzler ist nämlich nicht dem ukrainischen, sondern dem deutschen Volk verpflichtet und ein (zudem höchst unwahrscheinlicher) militärischer Sieg der Ukraine über Russland kann seitens der Bundesregierung niemals auf Kosten der Sicherheit der deutschen und der europäischen Bevölkerung angestrebt werden.
Die Ukraine galt noch vor wenigen Monaten als korrupter und gescheiterter Staat, mit dem man sich auf Seiten der EU besser nicht näher einlässt. Dafür kann weniger die ukrainische Bevölkerung etwas, sondern vielmehr ihr unfähiges politisches Personal, das sich nun groß aufmandelt.

16.03.2022

Anscheinend sind hier noch andere Fakten nicht bekannt.
Nämlich, dass zum Beitritt in die EU einige Voraussetzungen zu erfüllen sind, das hat der Herr Macron gesagt.
Und alle hier, die glauben schreiben zu müssen, dass es etwas ganz schreckliches ist, wenn keine Durchleitungsgebühren an andere Länder bezahlt werden. Warum sollte man auch Geld zum Fenster heraus werfen? Weil es die bösen Russen sind, die anscheinend auch noch das kleine 1x1 beherrschen? Das ist einfach eine jämmerliche Desinformationskampagne von Menschen, die zwischen kriegslüstern und kriegsgeil zu verorten sein dürften.
Bereits durch die Waffenlieferungen ist der schmale Grat des Kriegseintritts überschritten. Da kann man noch so oft das Gegenteil behaupten.
Aber wer behauptet, dass er tote Kinder, Frauen schrecklich findet und gleichzeitig alles dafür tut den Krieg mit weiteren tausenden Toten möglich zu machen, der oder die kann nicht ernst genommen werden.

16.03.2022

Es ist schon erstaunlich was mit Sprache/Rethorik alles möglich ist.
Man könnte glauben, dass alleine in der Ukraine Kinder und Frauen sterben.
Ich warte eigentlich nur darauf, dass die deutsche Hilfsbereitschaft nachlässt, weil es ja doch Menschen aus einem anderen Land sind, die hier kostenlose Leistungen beziehen. Das war die Lesart bei den anderen Flüchtlingen und da wurden Grenzen dichtgemacht.
Unter dem Applaus von westlich-wertegeleiteten Menschen.
Wie lange wird es dauern?

16.03.2022

Die Ukrainische Regierung liegt vollkommen richtig mit ihren faktenbasierenden Vorwurfen an die Deutschen , die deutschen Regierungen .

Es waren die Deutschen (etwa Steinmeier und Merkel) , welche -nach der Orangenen Revolution - Jahr für Jahr den Beitritt der Ukraine in NATO und EU behindert und torpediert hatten !

Erst 2 (!) Tage ( und das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen!) nach Kriegsbeginn konnte sich die aktuelle Regierung dazu entschließen , Northstream 2 als geopolitischen Fehler zu benennen und folgerichtig zu beerdigen !
Bis dahin war die Gasleitung noch ein "Privat-Projekt" - obwohl immer klar war , daß die Gaspipelinie von Moskau gewollt war , um Polen und die Ukraine von den Durchleitungsgebühren abzuschneiden und damit wirtschaftlichen Schaden zuzufügen !

Es dauerte eine ganze Kriegs-Woche , bis Berlin nicht mehr anders konnte , als endlich - neben 5000 Helmen zu liefern - wenigstens die alten DDR-Haubitzen in Litauen zur Lieferung an die ukrainische Armee freizugeben .
Das war eine das Land erneut lächerlich machende Wiederholung jenes unwürdigen Schauspiels , als die Deutschen sich bis zuletzt nicht nachvollziehbar weigerten , den gegen den IS um ihr Leben kämpfenden Kurden wenigstens Maschinengewehre und Pistolen zu liefern .

Als die US-Regierung genau den richtigen Angriffstag der Russen veröffentlichten , machten sich (linke) Politiker einschließlich eines jetzt wie gewandelt im Fernsehen auftretenden Kevin Kühnast noch über die amerikanischen Warnungen lustig - ganz im Sinne der Moskauer Kleptokratenregierung , vor der auch heute noch Mancheiner in diesem Land buckelt !

Später - wenn dieser schändliche russische Krieg aufgearbeitet werden wird - wird sich sicherlich herausstellen , daß es die Deutschen waren , die aus ihrer seltsamen faktotumhaft bis zuletzt durchgehaltenenen Verehrung für V. Putin - den "starken Mann im Kremel" - die rechtzeitige (also bereits im vergangenen November und Dezember notwendig gewesene) Stationierung westlicher Truppen in der Ukraine als Abwehr-Riegel gegen den als "Manöver" getarnten russischen Truppenaufbau verweigerten !


16.03.2022

Die Ukraine ist eines der korruptesten Länder (Platz 122) und dieses Land will man in die EU aufnehmen, auch der Präsident und einige Regierungsmitglieder sind an oberster Stelle der Korruption. Das wollen sie in der EU haben?? Ich versteh die Welt nicht mehr. Die Kriegstreiber USA hat schon gar nicht das Recht dort Natostützpunkte zu errichten.

16.03.2022

Wir sind nicht in einem neuen kalten Krieg mit der Sowjetunion, sondern eher in der frühen Phase des 2. Weltkrieges.

Man kann es sich nicht aussuchen, wenn irgendwo ein neuer Führer zu laufen beginnt. Die einzige Frage ist nur noch dafür oder dagegen; die Frage wie korrupt sich ein "dagegen" darstellt, ist vollkommen irrelevant.

17.03.2022

"Es waren die Deutschen (etwa Steinmeier und Merkel) , welche -nach der Orangenen Revolution - Jahr für Jahr den Beitritt der Ukraine in NATO und EU behindert und torpediert hatten !"

Aus damaliger Sicht völlig zu recht!

An Mitgliedern, die nur fordern und abkassieren wollen - in der Regel zu Lasten Deutschlands - die sich bei der Beteiligung an Gemeinschaftsaufgaben in vornehmer Zurückhaltung üben und auch sonst auf vielen Politikfeldern (z. B. Rechtsstaatlichkeit) sich jede Einmischung verbitten mangelte es damals wie heute jedenfalls in der EU nicht.

Bei allem Verständnis für ihre schlimme Lage - einige Herren der ukrainischen Administration tun ihrem Land mit ständigen Forderungen und Rumgemecker an Deutschland ganz sicher keinen Gefallen.
Die pro-ukrainische Stimmung kann sehr schnell kippen . . .

Eine eigenartige Übereinstimmung mit Putin, die gerade wegen Ihres martialischen militaristischen Geschwafels auffällt:
Ihnen, der Moskauer Kleptokratenregierung, dem "starken Mann im Kremel" und einigen ukrainischen Regierungsmitgliedern scheint es mit der Ausdehnung des Krieges auf ganz Europa nicht schnell genug zu gehen.

Davor mögen uns einige oder eine*r der zahlreichen auf dieser Erde verehrten Götter*innen bewahren.

16.03.2022

Flugverbot ist evident ein humanitäres Gebot der Stunde. Das Flugverbot im Einklang mit dem Völkerrecht zu deklarieren ist allerdings Angelegenheit der souveränen Ukraine. Auch dabei zu bestimmen, für welche Flugobjekte von woher es gelten soll (wahrscheinlich einschließlich Donbass, das dann allerdings von der Ukraine wohl seinerseits nicht mehr unter Raketenbeschuss genommen werden darf, Krim, Asowsches Meer, Schwarzmeer, Belarus). Ist das eigentlich schon geschehen? Das Flugverbot wäre keine Kriegshandlung. Wäre es so, hätten wir in Deutschland bereits den Kriegszustand, da wir ein Flugverbot für unser Gebiet deklariert haben (sogar ganz ohne unmittelbaren humanitären Zweck und durchaus in 'feindlicher' Absicht). Zur Kontrolle und Sicherung eines von der Ukraine definierten inländischen Luftraums darf die Ukraine ganz legitim um ausländische Hilfe bitten und sie annehmen. Das gilt für jede humanitäre Notsituation, auch im Kriegsfall. Und sie dem humanitär notleidenden Staat zu leisten ist eine humanitäre Pflicht der angerufenen Staatengemeinschaft, egal ob die der Bevölkerung den Tod bringenden Flugobjekte von Aliens aus dem Weltall kommen oder von einem nicht vorhandenen Land im Nirgendwo (weil Russland ja bekanntlich das nicht tut, humanitäre Not verursachen). Feindbild für den humanitären Instrument der Luftraumsperre sind nicht Staaten oder Individuen, Feindbild ist die drohende Eskalierung humanitären Leids. Das für die humanitär notwendige Kontrolle und Sicherung des Luftraums einzusetzende militärische Gerät und Personal macht die Hilfeleistung auch in Kriegszeiten zu keiner Kriegshandlung. Partei nimmt man dabei für die bedrängten Menschen. Es ist zu offensichtlich einfach Schiss vor der putinesken Drohung: wer Russland bei der Erreichung der Ziele seiner "militärischen Sonderoperation" behindert, bekommt eine noch nie dagewesene Quittung. Vielleicht ist es auch ein Schiss vor dem Denken des eigenen Militärs, das nun mal in humanitären Feinbildern nicht denkt, sondern militärisch denkt. Wäre nicht soviel Schiss im Spiel, würde die Findigkeit Wege der Hilfe finden. Dass der Westen genau wegen diesem Schiss angeprangert wird aus der Ukraine, ist verständlich - und nötig für unser Nachdenken.

16.03.2022

Adlige standen dem Krieg immer schon aufgeschlossener gegenüber als das gemeine Volk. Denn während die Soldaten im Schützgraben standen und auf dem Feld verreckten, verfolgten die tapferen Herren Offiziere das Geschehen in den Stäben eher aus sicherer Entfernung und feierten dann abends im Offizierskasino.

16.03.2022

Objektive Berichterstattung wäre gefragt und nicht nur einfache Wiedergabe der UA Forderungen wie Flugverbotszone, Öl- und Gasembargo durch Deu und mehr Lieferungen von Waffen an die Ukraine. Jeden Tag derselbe Forderungstenor. Und unsere lieben Nachbarn im Osten beziehen Gas durch Rückpumpen von rus. Gas, dass entweder über Nordstream 1 oder die UA geliefert wird.
Da passt doch Einiges nicht zusammen. Wenn denn Gasembargo , dann gibst auch kein Gas mehr für Polen usw. da frieren die zuerst.
Die USA wissen schon, warum sie keine Flugverbotszone über der UA einrichten und deren Luftwaffe wäre auch die Einzige, die das bewerkstelligen könnte. Die UA hat schon seit Langem gewusst, dass die NATO im Ernstfall nicht direkt eingreifen wird; ihr wurde aber fälschlicherweise suggeriert, dass sie sich bereits als Teil der NATO fühlte. Deshalb auch die Ablehnung der MInsk 2 Vereinbarungen mit Rückendeckung des Westens.

16.03.2022

Jochen H. ist wieder aktiv, d.h. die russische Desinformations- und Verunsicherungskampagne läuft wieder.
Diktatoren wie Putin riechen Angst und Schwäche. Deshalb verstehen sie auch nur Schläge. Die soll er bekommen.

16.03.2022

Wo, Herr Michael W., sehen sie in dem Beitrag eine russische Desinformations- und Verunsicherungskampagne?
Ist doch ziemlich sachlich.
Und wenn sie glauben und auch fordern, dass Putin Schläge bekommen sollte, dann sollte er sie genau von ihnen bekommen.
Also rein ins Auto, ich hoffe dass das live übertragen wird.
Und falls sie antworten wollen, dass das hier total unsachlich ist, la, ich gebe ihnen recht. Genau so unsachlich wie ihr Beitrag.