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Krieg in der Ukraine
26.02.2022

Expertin fürchtet Guerillakrieg: "Die Ukrainer werden nicht aufgeben"

Ukrainische Soldaten beziehen Stellung vor einer Militäreinrichtung, während Feuerwehrleute zwei brennende Autos löschen. Eine Ukraine-Expertin rechnet nicht damit, dass sich die Mehrheit der Bevölkerung einer russischen Besatzung beugen wird.
Foto: Emilio Morenatti/AP, dpa

Brigitta Triebel leitet das Auslandsbüro der Konrad-Adenauer-Stiftung in Charkiw. Sie hat das Land inzwischen verlassen. Wie schätzt sie den Widerstand vor Ort ein?

Während die westliche Welt vom Krieg in der Ukraine in dieser Woche völlig überrascht wurde, waren die Menschen vor Ort schon längst mit der bitteren Realität konfrontiert. Kurz nach dem Jahreswechsel berichtete Brigitta Triebel im Gespräch mit Blick auf den Konflikt im Donbass über die Verlegung von schwerem Kriegsgerät und tausenden von Binnenflüchtlingen.

Triebel leitet das Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in der Ukraine. Bis vor kurzem hielt sie sich mit ihrer Familie in Charkiw auf, der nach Kiew mit 1,5 Millionen Menschen zweitgrößten Stadt der Ukraine im Nordosten des Landes, 40 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Die KAS hat dort eine Niederlassung, eine weitere in Kiew. Einen großflächigen Angriff hatte Triebel zunächst noch ausgeschlossen. Mitte des Monats allerdings verließ sie die Ukraine. „Es war bereits abzusehen, dass eine Ausreise im Ernstfall sehr schwer sein wird. Das hat sich leider jetzt auch bewahrheitet“, sagte sie bei einem weiteren Telefonat mit unserer Redaktion.

Dr. Brigitta Triebel, geboren 1984 in Eisenach, studierte Kulturwissenschaften, Politikwissenschaft und Ost- und Südosteuropäische Geschichte in Leipzig und in Bratislava (Slowakei). Sie promovierte zur Geschichte des Kalten Krieges an der Universität Leipzig und ist seit 2020 Leiterin des Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Charkiw (Ukraine).
Foto: Privat

Auch wenn die Menschen in der Ukraine die Zeichen deutlich vor Augen hatten, mit einem Krieg hatte kaum jemand gerechnet. „Eine umfassende Invasion, wie wir sie jetzt erleben, galt ja immer als das unwahrscheinlichste Szenario. Mich hat das Geschehen schockiert und auch viele Ukrainerinnen und Ukrainer haben nicht damit gerechnet“, erzählt Triebel, Jahrgang 1984, die an der Uni Leipzig zur Geschichte des Kalten Krieges promoviert hat.

Video: AFP

Als Bundeskanzler Olaf Scholz in Moskau den russischen Präsidenten Wladimir Putin besuchte und die Nachricht vom Teilabzug an der ukrainischen Grenze die Runde machte, habe es noch ein wenig Hoffnung gegeben. „Viele Menschen dachten: Okay, es gibt jetzt vielleicht doch eine Deeskalation. Es wird vielleicht schwierige Verhandlungen geben, aber am Ende dann eine diplomatische Lösung“, sagt Triebel. Diese Hoffnung habe sich aber relativ schnell wieder eingetrübt.

Eine Familie sitzt in einer U-Bahn-Station in Kiew, die als Luftschutzbunker genutzt wird.
Foto: Emilio Morenatti, AP/dpa

Putin suchte einen Vorwand für den Einmarsch in die Ukraine

Die Politik in Deutschland war noch immer im Putin-Kuschel-Modus, da ahnten die Menschen vor Ort bereits das Schlimmste. „Die Desinformationskampagnen der russischen Seite steigerten sich – und das war das Signal, vor dem die Experten vorher gewarnt hatten: Wenn Putin versucht, einen Vorwand für einen Einmarsch zu finden, dann muss man mit mehr rechnen“, sagt Triebel. Als dann in der Nacht vom Mittwoch zu Donnerstag die ersten Bomben explodierten, versuchten viele Menschen noch, die Städte zu verlassen.

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Video: AFP

 „Aber dadurch, dass es sehr viele auf einmal probiert haben, waren die Straßen voll und es war dann sehr, sehr schwer, überhaupt aus den Städten herauszukommen“, berichtet Triebel. Viele hätten sich entschieden, in ihren Wohnungen zu bleiben oder sich gegebenenfalls auf eine Datscha zurückzuziehen.

An vielen Orten auf der Welt gehen Menschen auf die Straße, um gegen den russischen Einmarsch zu demonstrieren – hier zum Beispiel in Istanbul.
Foto: Francisco Seco, AP/dpa

Wie es in der Ukraine weitergeht? Triebel weiß es natürlich auch nicht, der russische Präsident ist für niemanden ausrechenbar. Eine Ahnung hat die Leiterin des KAS-Büros trotzdem. „Putin hat die Hauptstadt Kiew in den Blick genommen. Das scheint jetzt das Hauptziel zu sein. Offenbar will er die Hauptstadt gewinnen und auf einen Schlag die politische Führung austauschen. Das ist eigentlich unvorstellbar, scheint aber wahr zu werden“, sagt sie und sieht nicht wirklich einen Hoffnungsstreifen am Horizont. „Man sieht, dass die Ukraine mit ihren begrenzten militärischen Ressourcen wirklich alles versucht, Land und Bevölkerung zu verteidigen. Das wird auch so weitergehen. Die Ukrainer werden nicht aufgeben“ sagt sie.

Leiterin des KAS-Büros in Charkiw hat Angst vor einem Guerillakrieg in der Ukraine

Triebel vermutet, dass die russische Führung es darauf anlegen könnte, ein prorussisches Regime oder eine Besatzungsherrschaft aufzubauen. Das aber werde nur gegen den massiven ukrainischen Widerstand möglich sein. „Russland wird diesen Konflikt womöglich militärisch gewinnen. Aber Russland wird die Ukrainerinnen und Ukrainer nicht auch für sich gewinnen“, sagt Triebel. Das bedeute jedoch, „dass wir mit intensivem zivilem Widerstand rechnen müssen, ja gar mit einem Guerillakrieg“.

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Die russische Seite werde wiederum versuchen, das zu unterdrücken und man müsse deshalb „mit dem Schlimmsten“ rechnen. Einen diplomatischen Ausweg, sagt die Ukraine-Expertin, könne sie sich jedenfalls „im Moment nicht vorstellen“. Zumal sie das Gefühl habe, „dass auch der russischen Seite nicht ganz klar ist, was sie in der Ukraine erwartet. Dass sie nicht mit diesem Widerstand gerechnet hat. Ich denke, Putin unterlag da einigen Fehleinschätzungen.“

„Aber egal ob im Osten oder im Westen, die Mehrheit der Bevölkerung wird eine russisch geführte Ukraine nicht akzeptieren“, bekräftigt Triebel, und am anderen Ende der Leitung hört sich das so an, als ob da auch etwas Stolz auf die ukrainische Bevölkerung mitschwingt.

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27.02.2022

Aber was, bitte schön, ist denn daran verwerflich, auf sein Heimatland stolz zu sein und im schlimmsten Fall, wie er hier eingetreten ist, dann auch für sein Land zu kämpfen, ggf. auch im Untergrund? Ich erinnere an die bewundernswerte französische Résistance während der deutschen Besatzung im 2. Weltkrieg. Leider können die meisten Deutschen mit so etwas wie Nationalstolz nichts anfangen und schimpfen lieber darüber, wie schlecht hier alles läuft. Anstatt glücklich darüber zu sein, daß wir bei uns in Deutschland (fast alles) tun und lassen können, was wir wollen - und nicht von autokratischen Frontmännern drangsaliert werden, wie die bedauernswerten Zivilbevölkerungen in Rußland, Weißrußland, Syrien, China, Iran, Myanmar, Nordkorea, Venezuela, Türkei und einigen weiteren Staaten. Seid stolz auf Euer Land!