Ein gut gefüllter Wassernapf gehört für Hundehalter zum Alltag, damit ihr Vierbeiner immer genug zum Trinken hat. Aber was ist, wenn der Hund plötzlich deutlich mehr trinkt als sonst? Hinter gesteigertem Durst kann mehr stecken als ein bloßer Ausgleich bei Hitze oder viel Bewegung. In manchen Fällen ist er ein ernst zu nehmendes Warnsignal.
Was bedeutet es, wenn ein Hund plötzlich viel trinkt?
Grundsätzlich schwankt der Wasserbedarf eines Hundes je nach Größe, Gewicht, Aktivität und Außentemperatur, wie die Tierarztpraxen von AniCura auf ihrer Webseite aufklären. An warmen Tagen oder nach intensiver Bewegung ist es völlig normal, dass Tiere mehr trinken. Auch eine Futterumstellung – etwa von Nass- auf Trockenfutter – kann den Durst erhöhen. Kritisch wird es jedoch, wenn der gesteigerte Wasserkonsum über mehrere Tage anhält oder mit weiteren Symptomen einhergeht.
Ein solcher gesteigerter Durst tritt häufig gemeinsam mit vermehrtem Urinieren auf und kann auf unterschiedliche Erkrankungen hindeuten. Eine der häufigsten Ursachen ist laut dem Bundesverband für Tiergesundheit Diabetes mellitus. Dabei kann der Körper den Blutzucker nicht mehr richtig regulieren, was zu starkem Durst und häufigem Wasserlassen führt. Wie auch bei Menschen, die mit Diabetes leben, muss bei Hunden zur Behandlung Insulin gespritzt werden.
Übrigens: Auch wenn ein Hund zu wenig trinkt, muss nicht immer gleich eine Krankheit dahinter liegen. Manchmal ist auch nur ein verschmutzter Wassernapf oder Stress das Problem.
Gesteigerter Durst beim Hund: Kann Nierenversagen der Grund sein?
Auch Nierenerkrankungen können eine Ursache dafür sein, dass ein Hund auf einmal mehr trinkt. Bei einer Niereninsuffizienz verlieren laut der Tierklinik Dr. Trillig die Nieren zunehmend ihre Fähigkeit, den Körper von Schadstoffen zu befreien. Das kann dazu führen, dass der Wasserbedarf im Körper steigt.
Eine weitere mögliche Ursache ist das Cushing-Syndrom, das durch eine hormonelle Störung ausgelöst wird. Die Nebennierenrinde produziert zu viel Cortisol. Betroffene Tiere zeigen laut AniCura neben gesteigertem Durst oft auch Heißhunger, Gewichtszunahme und Fellverlust.
Wann sollten sich Hundehalter wegen übermäßigen Durstes bei ihrem Hund Sorgen machen?
Ab wann sollten Hundehalter handeln? Die Experten von AniCura empfehlen, die tägliche Trinkmenge im Blick zu behalten. Ein Hund benötigt etwa 20 bis 100 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht am Tag. Liegt die Aufnahme deutlich darüber oder steigt plötzlich stark an, sollte ein Tierarzt konsultiert werden.
Wichtig ist auch: Selbst wenn der Hund zu viel trinkt, sollte man ihm das Trinken nicht verwehren. Er braucht das Wasser in seinem Organismus, um einen Mangel auszugleichen. Lediglich aus Pfützen sollte man den Hund nicht trinken lassen, da sich darin Erreger befinden können.
Man sollte außerdem einen Tierarzt aufsuchen, wenn neben starkem Durst unter anderem folgende Symptome auftreten:
- häufiges Wasserlassen,
- Gewichtsverlust oder -zunahme,
- Mattigkeit oder Unruhe,
- Erbrechen oder Durchfall.
Tritt eines dieser Symptome zusätzlich auf, sollte man den Hund beim Tierarzt untersuchen lassen. Denn viele der zugrunde liegenden Erkrankungen sind gut behandelbar, wenn sie rechtzeitig erkannt werden.
Übrigens: Auch auf die Anzeichen versteckter Schmerzen sollte man beim Hund achten, um Krankheiten frühzeitig zu erkennen.
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