In unserer Serie „Hungrig auf die Welt“ wollen wir Ihr Fernweh füttern. Regelmäßig ein schöner Reisemoment und ein Rezept – für einen schönen Abend. Oder eine etwas andere Pause im Homeoffice. Aber kosten Sie selbst …
Der Sehnsuchtsmoment für Sizilien
Natürlich schluckt man erst mal, wenn man auf die Preisübersicht an der Seilbahn des Ätna sieht. Aber was hätte man verpasst, wenn man sich dieses Erlebnis verkniffen hätte? Man hätte die Dimensionen des Vulkans nicht begriffen und auch nicht, wie sehr der sizilianische Alltag im Umfeld von „a muntagna“, dominiert wird. Diese riesigen, schwarzen Lavafelder, die Abwesenheit jeglichen Lebens, hier und da raucht es aus der Erde - nur Marienkäfer lieben das warme Nichts hier oben auf rund 3000 Meter Höhe. Denn man muss nur ein wenig in die Tiefe graben und schon wird es warm, heiß, heißer. Und immer steht die Frage im Raum, wann passiert der nächste Ausbruch?
Das Rezept für sizilianische Sardellen-Kartoffel-Pastete
Die Zutaten für sizilianische Sardellen-Kartoffel-Pastete (Timballo di alici e patate): für 4 Personen. Zubereitungszeit: 1 Stunde 20 Minuten. 800g frische Sardellen, 400g festkochende
Kartoffeln, geschält und in 3 mm dünne Scheiben geschnitten, grobes Meersalz, 60 g mollica secca, fein gerieben, 30 g Mandeln, grob gehackt, 1 große rosa Knoblauchzehe, klein geschnitten, 15 g glatte Petersilie, gehackt, plus Blätter zum Garnieren, 200 g Kirschtomaten, klein gehackt, 50 g Pecorino, grob gehackt, 1 EL Zitronat, Abrieb von 1 Bio-Zitrone, 1 TL Fenchelsamen, Meersalzflocken frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, Olivenöl extra vergine, etwa Biancolilla, 1 Zitronenspalte zum Garnieren.
So geht’s: Die Sardellen unter fließendem Wasser entschuppen und entgräten – oder besser gleich küchenfertig kaufen. Als Alternative können auch Sardinen verwendet werden. Die Kartoffeln etwa 5 Minuten in gesalzenem, kochendem Wasser vorgaren. Dann mit kaltem Wasser abschrecken. In einer Schüssel mollica (Erklärung und Anleitung siehe unten), Mandeln, Knoblauch, Petersilie, Tomaten, Pecorino, Zitronat, Zitronenabrieb und Fenchelsamen gründlich vermischen. Die Masse mit Salzflocken und Pfeffer abschmecken. Den Ofen auf 200°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Eine runde Ofenform (25 cm Ø) einölen und mit Backpapier auslegen.
Dann unten die Hälfte der Sardellen mit dem Kopfende zur Mitte einlegen. Darauf die Hälfte der Kartoffelscheiben verteilen, leicht salzen und pfeffern, dann die Hälfte der Semmel-Tomaten-Brösel darüberstreuen. Alles noch einmal wiederholen und mit den Semmel-Tomaten-Bröseln abschließen. Gründlich pfeffern und großzügig mit Olivenöl beträufeln.
Die Pastete im Ofen 25 Minuten auf der zweiten Schiene von unten backen. Anschließend in 10 Minuten auf der mittleren Schiene fertig backen. Den Timballo erst leicht abkühlen lassen, dann stürzen, mit Zitronenspalte und Petersilienblättern garniert servieren.
Übrigens: Mit mollica (geriebene Krume von altbackenen Brotwaren) kochten traditionell die armen Sizilianer. Manchmal vermischt mit Olivenöl und geröstet, ersetzte es den teuren Pecorino-Käse. Man unterscheidet mollica fresca und mollica secca, die zusätzlich aus Rinde von dem altbackenen Brot besteht und noch mehr den deutschen Semmelnbröseln ähnelt.
Das Rezept stammt aus dem Buch: Cettina Vicenzino: Sizilien in meiner Küche. Dorling & Kindersley, 236 Seiten, 29,95 Euro.
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