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Lagerlechfeld

29.12.2020

Abschied von der Kirche St. Martin in Lagerlechfeld

Bischof Bertram Meier nimmt das Altartuch in der Kirche St. Martin in Lagerlechfeld ab.
Bild: Ronny Schneider

Plus Bischof Bertram Meier kommt zur sogenannten Profanierung des Gotteshauses in Lagerlechfeld. Was es damit auf sich hat.

Mit einem Gottesdienst mit Bischof Bertram Meier nahm die Pfarrgemeinde Lagerlechfeld Abschied von ihrer Kirche St. Martin. "Es ist ein historischer und denkwürdier Tag", sagte Gemeindepfarrer Thomas Demel. Bischof Bertram Meier führte den spirituellen Akt der Profanierung der Kirche, also der Herausnahme aus dem Heiligen, mit Pfarrern und Diakonen als Konzelebranten durch.

"Profanierung klingt wie eine Beerdigung, doch sie soll zu einer neuen Auferstehung werden. Denn nach dem Umbau wird wieder ein Kirchenraum entstehen, der mit neuem Leben der Gemeinde erfüllt werden soll", sagte der Augsburger Bischof. In den kommenden etwa eineinhalb Jahren wird das "Zelt Gottes", wie es wegen seiner Architektur oft bezeichnet wurde, grundlegend umgebaut.

Im bisherigen Kirchenraum wird ein Depot für kirchliche Kunstgegenstände der Diözese eingerichtet. Darüber wird eine Decke eingezogen und der obere Raum wird dann neu als verkleinerte Kirche für die Gottesdienste der Gemeinde eingeweiht. Diese Entscheidung fiel schon vor mehr als vier Jahren in einem Referendum. Nach einer Versammlung der Kirchengemeinde im Mai 2016 stimmten etwa zwei Drittel der Gemeindemitglieder dieser Lösung zu.

Kirche in Lagerlechfeld wurde ursprünglich groß konzipiert

Bischof Bertram bedankte sich besonders beim Kirchenpfleger Erwin Merz für den konstruktiven Dialog, der zu dieser Lösung führte. Die Kirche St. Martin wurde im Jahre 1967 sehr groß konzipiert, weil sie nicht nur für die neu gegründete selbstständige Gemeinde, sondern auch als Standortkirche der Militärseelsorge für den Bundeswehrfliegerhorst Lechfeld gebaut wurde. "Die politische Wende mit dem Rückzug des Personals der Bundeswehr war auch eine Wende in der Geschichte der Kirche St. Martin", sagte der Bischof. Das Gotteshaus, das früher durch seine Jazzmessen ein Anziehungspunkt war, wurde für die Gemeinde zu groß und wirtschaftlich nicht mehr tragbar. Die Sanierung des Daches und die hohen Energiekosten kann die Kirchengemeinde nicht mehr aufbringen. Die Kosten für das künftige Depot werden von der Diözese getragen. Nun wird die Kirche zu einer Baustelle und die Gemeinde findet vorübergehend ihre Heimat in der Mutterkirche Maria Hilf in Klosterlechfeld.

Augsburger Bischof Bertram Meier spendet Trost

"Diese Kirche wird geschlossen, aber der Himmel bleibt offen, und es wird danach eine neue Nutzung als sakralen Raum und nicht nur als Kunstdepot geben", tröstete der Bischof die Kirchenbesucher über ihre Wehmut mit vielen Erinnerungen hinweg.

Die 42 Jahre alte Sandtner-Orgel verlässt die Lagerlechfelder Kirche St. Martin und wird in Norwegen in der Nähe von Oslo wieder aufgebaut.
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Bild: Uwe Bolten

"Die Kirche bleibt im Dorf, sie wird nicht abgerissen, sondern nur verkleinert und wieder neu belebt", sagte Bertram Meier, bevor er mit dem Abschiedsgebet das Kreuz und die Insignien vom Altar nahm. Musikalisch wurde der feierliche Gottesdienst vom Kirchenchor St. Martin unter der Leitung von Katharina Hartl sowie den Instrumentalistinnen Ulrike Rath, Elisabeth Lidl und Josefine Welz umrahmt.

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