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Großaitingen

23.10.2020

Bäume gefällt: Großaitingens Bürgermeister entschuldigt sich bei Kindern

Am Oberen Singoldweg in Großaitingen wurde gebaut. Dafür mussten Bäume weichen.
Bild: Hieronymus Schneider

Plus Im Sommer hatte Erwin Goßner Kindern versprochen, dass die Bäume am Oberen Singoldweg bleiben. Warum sie nun doch weichen mussten.

Der Bürgermeister von Großaitingen, Erwin Goßner, hat betont, dass es nie Absicht der Gemeinde Großaitingen gewesen sei, die Bäume am Oberen Singoldweg wegen der geplanten Tiefbaumaßnahmen anzutasten, und deshalb habe er sich gegenüber einer Kinderaktion zur Rettung der Bäume auch dahingehend festgelegt. Nun müsse er aber die Expertise der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts Augsburg respektieren.

Die besagt, dass vier von den Bäumen aufgrund ihres Zustands nicht verkehrssicher seien. Goßner habe sich bei den Kindern für sein irrtümliches Versprechen entschuldigt und geeignete Ersatzpflanzungen angekündigt. Das gelte auch für die Freiflächen an den Sportplätzen und für das Baugebiet Reinhartshofen, wo zwei Eichen weichen müssen. „Der Bebauungsplan 'Am Sigerathweg' sieht die Möglichkeit einer Vielzahl von Pflanzungen vor, die diesen Verlust etwas kompensieren“, sagte Goßner.

Zum Start des ersten Bauabschnitts hatten Kinder einen Aufruf gestartet, um Bäume zu retten. „Die Bäume am Oberen Singoldweg werden wegen dieser Baumaßnahmen nicht gefällt, es sind sogar drei Neupflanzungen vorgesehen. Das wurde vom Gemeinderat ausdrücklich mitgeteilt“, sagte Goßner damals zu der Plakataktion.

Gemeinde Großaitingen stimmt für Doppelmitgliedschaft

Werner Burkhart, der Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes, und Karin Hauber, stellvertretende Geschäftsführerin des Naturparkvereins, überzeugten die Gemeinderäte vom Sinn einer Doppelmitgliedschaft in ihren Organisationen. Burkhart verwies auf die Kompetenz des 1994 gegründeten Landschaftspflegeverbandes, dessen Vorsitzender der Langerringer Ex-Bürgermeister Konrad Dobler als Nachfolger des früheren Wehringer Bürgermeisters Hans Merk ist. Neben dem Landkreis sind bereits 19 Städte, Märkte und Gemeinden sowie 13 juristische und rund 50 natürliche Personen in diesem Verband, der sich für eine ökologische Landschaft mit Biotopen, Weideprojekten oder Renaturierung von Flüssen und Bächen einsetzt. Bekannt sind spezielle Artenschutzprojekte wie der Schutz der Wiesenbrüter-Wildvögel im Gennachmoos oder die Fluss-Schotterheiden am Lech.

Werner Burkhart vom Landschaftspflegeverband und Karin Hauber vom Naturparkverein Augsburg - Westliche Wälder überzeugten den Gemeinderat vom Sinn einer Mitgliedschaft.
Bild: Ronny Schneider

Der Verein Naturpark Augsburg - Westliche Wälder steht für naturbetonte Erholung durch ein weit verzweigtes Wander- und Radwanderwegenetz, Naturführungen für Schulen und Kindergärten im Naturparkhaus in Oberschönenfeld, Ausgleich der Interessen von Landwirtschaft, Jagd und Freizeit und vielem mehr. Bei einer Doppelmitgliedschaft reduziert sich der Mitgliedsbeitrag von 65 auf 39 Cent pro Einwohner. Mit diesem Beitrag, staatlichen Zuschüssen und Spenden werden dann die im Gemeindegebiet anfallenden Maßnahmen ohne zusätzliche Kosten für die Gemeinde finanziert. Der Gemeinderat stimmte mit deutlicher Mehrheit bei nur drei Gegenstimmen für den Beitritt zum Landschaftspflegeverband und einstimmig für die Mitgliedschaft im Naturparkverein.

Tagesmütter sind in Großaitingen gefragt

Im laufenden Kindergartenjahr ist die Gemeinde auf die Betreuung durch Tagespflegepersonen angewiesen, da die Nachfrage nach Plätzen für unter dreijährige Kinder sehr hoch war und in den Kindergärten nur eine sehr begrenzte Anzahl von Plätzen in der Krippe angeboten werden konnte. Derzeit werden zwölf Kinder mit Wohnsitz in Großaitingen von Tagespflegepersonen betreut. Um dies auch in Zukunft zu gewährleisten, beschloss der Rat einstimmig, die Förderung auch auf auswärtig tätige Tagesmütter auszuweiten. Bei 15 Kindern liegen die prognostizierten Kosten bei etwa 9000 Euro im Jahr. Je nach Buchungszeit würde das Defizit für einen Krippenplatz zwischen 6000 und 15.600 Euro jährlich betragen. Im Haushalt 2020 ist von September bis Dezember ein Ansatz von 5000 Euro eingeplant.

Hohes Darlehen für die Singoldschützen

Der Gemeinderat billigte in der jüngsten Sitzung den überarbeiteten Planungsentwurf des Büros Moschner und Ölschläger zur erneuten öffentlichen Auslegung. Das Baugebiet wird durch eine Stichstraße mit dem Sigerathweg verbunden, die erschließende Ringstraße wird eine Einbahnstraße. Der Bebauungsplan kann im beschleunigten Verfahren verwirklicht werden. Es gab noch eine weitere Entscheidung: Die Singoldschützen Großaitingen erhalten von der Gemeinde für die geplanten Baumaßnahmen ein zinsloses Darlehen in Höhe von 200.000 Euro mit einer Laufzeit von zwei Jahren.

Verwaltung arbeitet regulär weiter

Abschließend erläuterte Bürgermeister Erwin Goßner die momentane Situation aufgrund der steigenden Covid-19-Infektionen. In der Verwaltung habe sich noch nichts geändert. Der Parteiverkehr erfolgt nach wie vor regulär zu den üblichen Zeiten, für längere Gespräche wird eine Terminvereinbarung empfohlen. Die Verwaltung arbeitet in voller Personalstärke und ohne Schichtbetrieb. Die Liegenschaften der Gemeinde könnten die Vereine und Organisationen mit ihren selbst auferlegten Hygienevorschriften weiterhin nutzen, versprach Goßner unter der Einschränkung: „Sollte der Landkreis seine Sporthallen schließen, wird dies die Gemeinde Großaitingen ebenfalls tun. Es soll hier kein Sonderweg beschritten werden.“ Kindertagesstätten, Schulen und die Offene Ganztagesschule erhielten ihre Anweisungen und Empfehlungen direkt von den zuständigen Ministerien und handelten dementsprechend eigenverantwortlich, stellte Goßner fest.

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