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Gemeinderat
11.06.2019

Es geht jetzt hoch hinaus in Kleinaitingen

Dieses Gebäude an der Ecke Hauptstraße/Raiffeisenstraße in Kleinaitingen soll abgerissen werden.
Foto: Michael Lindner

Im Altortbereich von Kleinaitingen können nun bis zu 13,5 Meter hohe Gebäude errichtet werden. Diskussionen gibt es im Gremium ebenfalls wegen zweier geplanter Doppelhäuser. So ist der Stand beim Bürgerbus.

Wie groß darf ein Gebäude im Altortbereich von Kleinaitingen sein? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Gemeinderat bereits vor mehreren Wochen (wir berichteten). Grund war die Bauvoranfrage eines Bauunternehmers, der an der Ecke Hauptstraße/Raiffeisenstraße ein zweigeschossiges Gebäude mit insgesamt sechs Wohnungen und einer Firsthöhe von 13,4 Meter, gemessen vom Fußboden, errichten wollte. Eine Entscheidung wurde damals vertagt, da zuerst Vergleichswerte vorliegen sollten. Nun hat der Gemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung eine Entscheidung getroffen.

Die Firsthöhe der umliegenden Gebäude liege meist bei 11,5 bis zwölf Meter, im Ausnahmefall bei knapp 12,5 Meter. Eine Maximalhöhe ist im derzeit in Aufstellung befindlichen Bebauungsplan für den Altortbereich aber nicht vorgesehen. Bürgermeister Rupert Fiehl sah die jetzige Bauvoranfrage genau wie Gemeinderat Herbert Schmid positiv, da dadurch Wohnraum geschaffen werde. Im Gremium wurde diskutiert, wie hoch die maximal erlaubte Firsthöhe sein soll. Dritte Bürgermeisterin Marga Dorfmiller-Kapetanopulos war der Meinung, dass es nicht mehr als 13,5 Meter sein sollten. Diesem Vorschlag stimmten alle Gemeinderäte außer Thomas Heiß zu. Diese maximale Firsthöhe wurde in den Bebauungsplanentwurf aufgenommen. Der Bauvoranfrage für das Gebäude an der Hauptstraße wurde anschließend einstimmig das gemeindliche Einvernehmen erteilt.

Zwei Doppelhäuser in Kleinaitingen rufen Diskussionen im Gemeinderat hervor

Längere Diskussionen gab es bei der Bauvoranfrage für zwei Doppelhäuser in der Frühlingstraße 48 und der Gartenstraße 20. Auf den jeweils knapp 1000 Quadratmeter großen Grundstücken sind laut Bebauungsplan Einfamilienhäuser vorgesehen. Diese großen Flächen seien allerdings besser nutzbar, erklärte Gemeinderat Dieter Heiß.

Thomas Heiß war ebenfalls der Meinung, dass eine Abweichung im Sinne der Nachverdichtung sinnvoll sei, allerdings habe er Bedenken wegen der Ausrichtung der Häuser. Diese sollen laut Bauvoranfrage nicht giebelständig, sondern traufständig errichtet werden – und damit im Gegensatz zu allen anderen dortigen Gebäuden stehen. „Das sieht schon ein bisschen befremdlich aus, wenn die Gebäude aus der Reihe tanzen“, sagte Bürgermeister Fiehl. Artur Dachs war ebenfalls der Meinung, dass „das halt nicht passt“. Der Gemeinderat stimmte der Errichtung der Doppelhäuser zu, allerdings müssen die beiden Gebäude giebelständig gebaut werden.

Neue Satzung über Straßennamen und Hausnummern

Eine neue Satzung über das Anbringen und die Festlegung von Straßennamen und Hausnummern an Gebäuden gibt es nun in Kleinaitingen. „Das hört sich banal an, aber es gibt deswegen teilweise Streitigkeiten“, sagte Bürgermeister Fiehl. Aus diesem Grund schlug die Verwaltung den Erlass einer solchen Satzung vor. Gemeinderätin Dorfmiller-Kapetanopulos sprach von einer „Regelwut“ und stimmte gegen die Satzung, die trotz zweier Gegenstimmen erlassen wurde.

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Fiehl stellte die Ergebnisse der Bürgerbefragung im Rahmen des Sozialraumprojekts „Wir daheim auf dem Lechfeld“ vor (wir berichteten). Zweiter Bürgermeister Artur Dachs interpretierte die Ergebnisse in der Form, dass die Welt in Kleinaitingen eigentlich in Ordnung und die Bedarfe grundsätzlich gedeckt seien.

Bürgermeister Fiehl informierte den Gemeinderat über den Stand beim Projekt Bürgerbus. Wie berichtet, plant die Lechfeldgemeinde zusammen mit Großaitingen und Oberottmarshausen die Anschaffung eines Bürgerbusses. Bürgerbusse werden als Ergänzung des öffentlichen Nahverkehrs in ländlichen Regionen von mehreren Seiten als notwendig erachtet. Inzwischen sei der Fahrplan und die Route grob ausgearbeitet, ein Förderantrag für das auf eine Erprobungsphase von zunächst drei Jahren ausgelegte Projekt liege beim Landratsamt. Fiehl geht davon aus, dass der Landkreis für den Bürgerbus 60 Prozent der nicht gedeckten laufenden Betriebskosten sowohl für die Anschaffung als auch den laufenden Betrieb während der Probephase bezuschusst.

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