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Bild: Claudia Deeney
Bild: Claudia Deeney

Kürbisse und Ringelblumen sind nicht nur schön farbenfroh sondern schmecken gut, erklären Suneyla Roider und Karin Schwedler im Yin-Yang Garten.

Königsbrunn
12.09.2018

Gemüsebeete in zentraler Stadtlage

Von Claudia Deeney

„Königsbrunn, mein Garten“ heißt die Initiative, die an der alten B17 kleine, naturbelassene Gärten pflegt. Wie das funktioniert.

Am Europaplatz bietet sich vorbeispazierenden Königsbrunnern regelmäßig ein erstaunliches Bild. Um die zehn Personen kommen mindestens alle 14 Tage an den zentralen Platz der Stadt, um dort zu garteln. Neben den Gästen, die auf den Freisitzen von Restaurant und Eisdiele ihre Bestellungen genießen, pflegen die Mitglieder der Initiative „Königsbrunn, mein Garten“ ihre Beete und ernten jetzt, Anfang September ihr Gemüse.

Kiloweise Kartoffeln und Karotten wurden ausgebuddelt, die Johannisbeertomaten in den Gemüsetippis wurden eingesammelt, und Salatköpfe geerntet. Da blieben Spaziergänger auch neugierig stehen und fragten mal nach, was da eigentlich vor sich geht. Zumal sich Laien beim Anblick der Beete vielleicht schon so ihre Gedanken gemacht haben. Denn das herausstehende Kraut der Kartoffeln war schon ganz braun und sah irgendwie ziemlich wüst aus.

„Ja, aber die Schätze liegen darunter“, sagt Sunyela Roider und lacht. Die Initiatorin der Permakultur-Initiative kennt sich bestens aus und erklärt: „Die Kartoffeln sind erst richtig erntereif, wenn das Kraut oben braun ist, dann lässt man sie noch gut zwei Wochen in der Erde, sonst ist die Schale glitschig.“ Die Gartler haben alles richtig gemacht: Die Schalen sind schön trocken, die Kartoffeln groß und die Erntehelfer haben ihren Spaß und machen sich gegenseitig immer wieder auf besondere Exemplare aufmerksam. Aber nur ernten geht natürlich nicht. Auch die Reste werden entfernt und werden zu Kompost weiterverarbeitet.

Die Grundidee ist es, Vielfalt zu schaffen

Das ist ganz im Sinne des Kreislaufs der Natur, eines der Eckpfeiler der Permakultur. Sunyela Roider, die sich auf dem Gebiet immer weiter fortbildet und beispielsweise einen 14-tägigen Permakultur-Design-Kurs in Emersacker absolvierte, führt aus: „Permakultur ist ökologisches Gärtnern in der Stadt.“ Die Grundidee sei Vielfalt zu schaffen und ein System aufzubauen, dass sich gegenseitig befruchtet und zwar im Einklang mit der Natur. Die Stadt Andernach in Rheinland-Pfalz ist dabei das große Vorbild der Bürgerinitiative. Die Stadt wird gerne als „essbare Stadt“ bezeichnet, weil es so viele Flächen gibt wo das Stadtgärtnern betrieben wird.

Die Stadt Königsbrunn unterstützt Roider und ihr Team, wie sie dankbar erzählt. Allerdings gibt es in der Brunnenstadt noch nicht genug Mitmacher, um das Projekt neben den bisher drei bestehenden Anpflanzungen weiter auszubauen. „Wenn mehr Menschen sich uns anschließen, dann bekommen wir auch noch zusätzliche Flächen, die wir bewirtschaften können“, sagt Sunyela Roider. Einen grünen Daumen brauche man dafür nicht. Jeder wird angelernt und bevor die Gärtner ans Werk gehen gibt es eine Besprechung. Auch Mittagessen ist meist mit eingeplant, da die Zeitbörse als Kooperationspartner das Projekt ebenfalls unterstützt und sich ums leibliche Wohl Gärtner kümmert.

Eine runde Sache also, genau wie die orangefarbenen Kürbisse, die die Gruppe im Yin-Yang-Garten gegenüber dem Café Müller erntet. Dort gibt es auch Ringelblumen, die nicht nur immer wieder nachwachsen und schön gelb aussehen, sondern auch regelmäßig gepflückt und weiterverarbeitet werden. Und zwar zu Ölen für Salat und Tinkturen für die Haut. Vor allem freuen sich die Stadtgärtner, dass eine wichtige Regel bisher sehr gut eingehalten wird: Ernten darf nur, wer auch gesät hat.

Mittlerweile hat Roider ihr Netz immer weiter gespannt und viele Firmen und Einzelpersonen als Helfer und Unterstützer gewonnen. Um das Netzwerk noch bekannter zu machen, stellen sich die Gärtner und die zahlreichen Kooperationspartner am Marktsonntag auf dem Europaplatz den Besuchern vor.

Informationen Wer sich informieren möchte kann dies unter www.koenigsbrunn-mein-garten@t-online.de oder telefonisch bei Sabine Schwarzmann (Umweltstation Augsburg) 0821/324-6084

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