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Königsbrunn

10.07.2020

Nach Kiosk-Brand: Wann elektrische Geräte gefährlich werden können

Als die Feuerwehr Königsbrunn am Ilseesee war, brannte der Kiosk bereits lichterloh.
Bild: Feuerwehr Königsbrunn

Plus Am Ilsesee in Königsbrunn war offenbar ein Defekt an einem Küchengerät schuld, dass ein Kiosk ausbrannte. Experten der Feuerwehr geben Tipp, wie sich jeder schützen kann.

Ein Schaden von rund 35.000 Euro, ein Haufen aus Schutt und Asche und der Schock: Das bleibt nach dem Brand am Ilsesee. Dort stand in der Nacht auf Mittwoch der Kiosk von Kadir Kelekci in Flammen. Das Feuer wurde vermutlich durch einen Defekt an einem Küchengerät ausgelöst. Die Brandstatistik bestätigt: Elektrizität und speziell der Kabelbrand sind seit 15 Jahren Spitzenreiter bei den Brandursachen. Wie sich jeder schützen kann, wissen die Experten der Feuerwehr.

Grundsätzlich sollten elektrische Geräte nur unter Aufsicht betrieben werden. Wer sie nicht mehr benötigt, sollte sie vom Netz nehmen, weiß Jürgen Weiß vom Landesfeuerwehrverband. Das bestätigt Thomas Hiermayer von der Feuerwehr Königsbrunn. Die Grundregel gelte auch für Geräte in der Garage und im Keller. Defekte Kabel sollten immer sofort ausgetauscht werden, sagt Hiermayer.

Feuerwehr rät: Elektronische Geräte müssen sauber gehalten werden

Und ganz wichtig: Geräte, die mit elektrischem Strom betrieben werden, müssen sauber gehalten werden. Hiermayer und seine Kollegen erleben es immer wieder: Im nicht regelmäßig gereinigten Toaster beginnen plötzlich die Krümel zu brennen. Auch zu viel Staub und Flusen im Wäschetrockner können sich entzünden. Dann bahnt sich ein Unglück an.

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Ein weiterer Tipp vom Königsbrunner Feuerwehrmann: Elektroinstallationen sollten immer vom Fachmann ausgeführt werden. Den braucht freilich niemand, wenn eine Mehrfachsteckdose ans Stromnetz gesteckt wird. Aber: Wer zu viele Verbraucher ans Netz nimmt, oder sogar noch weitere Mehrfachsteckdosen anschließt, provoziert eine gefährliche Überhitzung. Die kann auch an Steckdosenleisten entstehen. Die dünnen Anschlussleitungen werden überlastet.

Was das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer erkannt hat: Die Überlastungen führen nicht immer sofort in einem Brand. Vielmehr schwächen sie die Substanz der Stromleitungen über die Zeit hinweg. Die höhere Wärmebelastung lässt Isolierungen der Leitungen porös werden und damit steigt die Gefahr eines Schwelbrands.

Ein Defekt am Kühlschrank führte zum Brand im Schloss Emersacker

Jürgen Weiß vom Landesfeuerwehrverband rät generell zu Steckern mit einem eigenen Kippschalter. Noch besser sind seiner Meinung nach Modelle mit einem Überspannungsschutz. Die sind in der Regel für 15 bis 20 Euro zu haben – die Anschaffung stünde in keinem Verhältnis zu einem Schaden, der entstehen kann.

Der war vor zwei Jahren verheerend: Er ging im Schloss in Emersacker im nördlichen Landkreis in die Millionen. In einer Pilskneipe hatte ein Defekt an einem Kühlschrank nachts das Feuer ausgelöst. Das Gerät birgt gleich mehrere Gefahren.

Das größte Problem liegt laut der Augsburger Berufsfeuerwehr darin, dass der Kühlschrank andauernd mit Strom versorgt ist, um die Lebensmittel zu kühlen. Damit das Gerät nicht überhitzt, gibt es die Lüftung. Dennoch heizt sich der Kühlschrank an seiner Rückseite auf. Hat sich dort Staub abgesetzt, dann reiche der kleinste Funken, um ein Feuer zu entfachen.

Die Rückseite von Kühlschränken heizt sich auf. Das kann gefährlich werden.
Bild: Florian Schuh, dpa-tmn (Symbolbild)

Fachmann sagt: Ältere Geräte sollten häufiger überprüft werden

Auch die reine Überhitzung könne einen Brand auslösen. Das passiere zum Beispiel, wenn der Kühlschrank falsch stehe und die Luft dahinter nicht zirkulieren könne oder wenn die Lüftungsschlitze verstopft seien. Ein technischer Defekt, wie ein durchgeschmortes Kabel, könne genauso ein Feuer verursachen. Die Feuerwehr rät generell, den Kühlschrank regelmäßig einem Elektro-Check zu unterziehen. Das übernimmt ein Elektriker. Dabei werde ein Kurzschluss durchgespielt, um zu überprüfen, wie das Gerät reagiert.

Außerdem prüfe der Fachmann, ob die Lüftung offen und sauber ist. Ein Tipp: Je älter das Gerät, desto öfter sollte die Prüfung gemacht werden. Grundsätzlich bestehe nämlich bei älteren Kühlschränken mehr Gefahr, weil sie auch schon länger in Gebrauch seien. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, solle dem Kühlschrank über eine kürzere Phase eine Ruhepause gönnen.

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