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Formel 1

02.07.2020

Sebastian Vettel von Ferrari-Aus überrascht

Sebastian Vettel steht möglicherweise seine vorerst letzte Saison in der Formel 1 bevor.
Bild: Mark Sutton, MSN POOL/AP/dpa

Der deutsche Rennfahrer widerspricht vor dem Auftakt in Spielberg den Teamverantwortlichen. Von einer gemeinsamen Entscheidung ist keine Rede mehr.

Es wirkt alles ein wenig improvisiert. Wie zu Zeiten, in denen die Formel 1 noch kein Milliardengeschäft war. Normalerweise stehen an den Rennstrecken dieser Welt große Motorhomes, in denen die Teams für das Wochenende untergebracht sind. Mit allem erdenklichen Luxus und eigenen Räumlichkeiten für die Fahrer. Es gibt Räume für Sponsoren und Medienvertreter, die meisten Teams haben ihre Häuser auf Zeit mehrstöckig ausgelegt. Nun aber, für den Corona-Wiederbeginn, ist alles mehrere Nummern kleiner. Im Fahrerlager von Spielberg erinnert vieles an einen Campingplatz. Bei Ferrari stehen mehrere blasse Container, auf deren Vorderseite großflächig die Bilder der beiden Fahrer gemalt sind. Charles Leclerc links, Sebastian Vettel rechts. Dazwischen liegt ein grüner Bodenbelag, auf dem weiße Campingstühle und Sonnenschirme stehen. Nur das Nötigste eben in ungewöhnlichen Zeiten. Für die Formel 1 ist ein solcher Rückschritt nicht einfach.

Als Sebastian Vettel am Donnerstag zur Streckenbesichtigung aufbricht, ist vieles wie gewohnt. Er ist mit seinen Ingenieuren unterwegs, insgesamt acht Mann. Vettel trägt eine schwarze Hose – und eine rote Maske im Gesicht. Da ist sie wieder, die Erinnerung an die ungewöhnliche Zeit. Die Formel 1 ist während Corona nicht die Formel 1 von früher. An der Strecke sind viel weniger Leute beschäftigt, auch nur sehr wenige Journalisten. Pressekonferenz finden nur virtuell statt, Begegnungen zwischen den Teams soll es nicht geben. Die Tribünen in Spielberg sind bei der Streckenbesichtigung leer. Das werden sie auch am Sonntag sein. Keine 200.000 Fans wie vergangenes Jahr. Die Zeltplätze sind verwaist, kein Meer aus Orange. Keine Niederländer also, die ihrem Max Verstappen die Daumen drücken.

Sebastian Vettel steht vor der Wahl: Pause einlegen oder Wechsel zu Mercedes

Für Vettel ist die Wiederaufnahme eine gute Nachricht. Andernfalls hätte er nicht mehr die Möglichkeit gehabt, noch einmal für Ferrari zu fahren. Sein Vertrag läuft am Ende dieses Jahres aus. Am Donnerstag gesteht er ein, dass er von der Nachricht Ferraris im Mai sehr überrascht gewesen sei, dass eine Verlängerung mit ihm nicht mehr geplant sei. „Wir hatten nie eine Diskussion. Es lag nie ein Angebot auf dem Tisch“, sagt der Rennfahrer, der am Freitag seinen 33. Geburtstag feiert. Damals war von Ferrari-Seite die Rede von einer gemeinsamen Entscheidung gewesen. Dem widerspricht der viermalige Weltmeister nun. Da scheinen sich tiefe Risse aufzutun. Ob so überhaupt Erfolge auf der Strecke möglich sind? Vettel muss sich darauf einstellen, dass er nur noch Nummer zwei im Team ist. Ferrari hat mehr als klar gemacht, dass Charles Leclerc der Mann der Zukunft ist. Ihn wird Ferrari voll unterstützen. Vettel aber wird sich zu behaupten wissen. Zumal es womöglich sogar seine vorerst letzte Saison in der Formel 1 sein wird. Einige Experten gehen davon aus, dass Vettel 2021 pausieren wird. Eine Art Sabbatical.

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Ihm scheint die Zeit während der Corona-Pause zu Hause auf seinem umgebauten Bauernhof in der Schweiz gefallen zu haben. Er hatte ständig seine Familie um sich, das war er nicht gewohnt. Kein Reisestress, dafür Familienidylle. Andererseits hat er das Rennfahren vermisst. Die Alternative zur Pause oder zum Ende in der Formel 1 scheint nur noch ein Wechsel zu Mercedes zu sein. Dort laufen die Verträge von Lewis Hamilton und Valtteri Bottas aus. Vettel selbst lässt am Donnerstag seine Zukunft offen. „Ich will nichts übereilen“, sagt er. Es sei nun wichtig, die richtige Entscheidung für sich und seine Karriere zu treffen. „Ich bin immer noch motiviert und bereit, mehr zu erreichen“, sagt Vettel. Aber das ist nur bei einem Topteam möglich. Und da sind die Plätze begrenzt.

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