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Eishockey
24.09.2022

Summit Series: Vor 50 Jahren siegte Kanada über die Sowjetunion

Phil Esposito (in Rot) war einer der Stars des kanadischen Teams der „Summit Series“. Bei Russland überzeugte Vladislav Tretiak im Tor.
Foto: imago sportfotodienst

Vor 50 Jahren wollten Kanada und Russland klären, welches Land besser Eishockey spielt. Acht Duelle sollten entscheiden - eingerahmt von einem komplexen politischen Geflecht.

Gebannt verfolgte Kanada im September 1972 eine Serie von Eishockeyspielen, die in die Geschichte eingingen. Vor 50 Jahren trafen die besten Eishockeyspieler Kanadas und der Sowjetunion aufeinander. In der berühmten „Summit Series“ sollte entschieden werden, wer das beste Hockey spielte: Kanadas NHL-Stars oder die sowjetischen Staatsamateure. Erst das achte Spiel brachte die Entscheidung zugunsten Kanadas. Das Ereignis hat sich in die Seele des Landes eingegraben. Jetzt wird dieser atemberaubenden Spiele gedacht. Denn es war mehr als Hockey.

„Andere Teams, andere Spieler in anderen Zeiten waren vielleicht besser. Aber die 1972-Spielserie ist der wichtigste Augenblick der Eishockeygeschichte. Und er ist einer der wichtigsten Augenblicke in Kanadas Geschichte“, meint heute Ken Dryden. Er war neben Tony Esposito einer der Torleute im Team Canada. Mit den Montreal Canadians gewann er in den 1970er Jahren sechsmal den Stanley Cup, später war er liberaler Abgeordneter des kanadischen Parlaments und Sozialminister.

Aus Kanada kommt das Eishockey

Kanada ist das „Mutterland des Eishockey“, das in Kanada schlicht „Hockey“ genannt wird. 2008 schrieb die International Ice Hockey Federation offiziell das „erste organisierte Eishockeyspiel“ in einer Halle Kanada zu: Schauplatz war am 3. März 1875 der Victoria Skating Rink in Montreal. 1892 stiftete Generalgouverneur Lord Stanley, der Vertreter der britischen Krone in Kanada, einen Pokal für das beste kanadische Hockeyteam, den Stanley Cup, der zur Trophäe der 1917 in Montreal gegründeten National Hockey League (NHL) wurde.

Die kanadischen Teams dominierten über Jahrzehnte Weltmeisterschaften und Olympische Spiele. Mitte der 1950er Jahre aber betraten die sowjetischen Spieler die Eisfläche und sie beherrschten ab den frühen 1960er Jahren bis zum Untergang der Sowjetunion die internationale Szene. Kanada fühlte sich benachteiligt, weil es keine Profis, sondern nur Amateure zu den Wettbewerben schicken durfte, die gegen die „Staatsamateure“ der Sowjetunion keine Chance hatten. „Wir haben das Spiel geschaffen. Wir waren die besten Spieler der Welt, aber sie, nicht wir wurden Weltmeister genannt“, beschreibt Dryden die Frustration in Kanada über das Übergewicht der sowjetischen Staatsamateure angesichts des Spielverbots für die NHL-Profis.

Die Summit Series sollte zeigen, wer das beste Hockey spielte

Dies führte zu einem Ereignis, an das auch heute noch jeder zurückdenkt, der sich für Hockeygeschichte interessiert: die berühmten „Summit Series“. Die Gipfelserie mit vier Spielen in Kanada und dann vier in Moskau, zu der Kanada mit seinen Profis antreten durfte, sollte zeigen, wer das beste Hockey spielt.

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Die Spielserie war mehr als ein Sportereignis. Inmitten des Kalten Kriegs war es „,wir‘ gegen ,sie‘, die freie Welt gegen den Kommunismus, das Gute gegen das Böse“, beschrieb die Zeitung Globe and Mail Jahre später die damalige Stimmung in Kanada. Vier Jahre zuvor hatten die von der Sowjetunion geführten Warschauer Pakt-Truppen die Tschechoslowakei besetzt. Aber Premierminister Pierre Trudeau besuchte im Mai 1971 Moskau und sprach mit dem russischen Regierungschef Alexej Kosygin, dieser wiederum kam fünf Monate später nach Kanada. Ein Thema der Gespräche waren kulturelle, wissenschaftliche und sportliche Kontakte zwischen beiden Ländern.

In Deutschland betrieb Willy Brandt die neue Ostpolitik. Die Russen machten sich Sorgen über die Annäherung der USA und Chinas, damals ein Feind der Sowjetunion. In diesem Feld internationaler Spannungen und Annäherungsversuche wurden die „Summit Series“ geplant.

Die Kanadier waren beim Eishockey von Beginn an siegessicher

Die Kanadier erwarteten einen Spaziergang. Aber am 2. September begann die Serie mit einem Schock. In Anwesenheit von Premierminister Pierre Trudeau lag Team Canada in Montreal zwar bereits nach sechs Minuten 2:0 in Front, das Spiel endete aber mit einer 3:7-Niederlage. Spieler wie Waleri Charlamov, Wladimir Petrov, Boris Michailov und Alexander Maltsev und Wladislaw Tretjak im Tor demonstrierten Eishockey in Perfektion und ließen die Kanadier alt aussehen. Tony und Phil Esposito, Ken Dryden, Ron Ellis, Yvan Cournoyer, Bobby Clarke und Paul Henderson hatten Mühe zu begreifen, was mit ihnen geschah. Es rächte sich, dass die NHL und die Hockey-Verantwortlichen die Entwicklung des sowjetischen Eishockey nicht genau beobachtet und nicht ernst genommen hatten.

Nach dem fünften Spiel, dem ersten in Moskau, standen drei Siegen der Sowjetunion nur ein Erfolg Kanadas und ein Unentschieden gegenüber. Aber die Kanadier fanden die Kraft, sich aufzubäumen, gewannen die Spiele sechs und sieben, wobei im sechsten Spiel der Kanadier Bobby Clarke mit einem Stockschlag den Sowjetstar Charlamow verletzte, sodass dieser im folgenden Spiel nicht antreten konnte und im Finale nicht fit war.

In Anwesenheit von KP-Chef Leonid Breschnew gewannen die Kanadier den Thriller am 28. September mit 6:5. Ein Tor von Paul Henderson 34 Sekunden vor Spielende entschied das Kräftemessen zugunsten der NHL-Profis. Der Schrei des Fernsehkommentators „Henderson has scored for Canada“ – Henderson trifft für Kanada – hat sich in das kollektive Gedächtnis des Landes eingegraben. Es ist vergleichbar mit Herbert Zimmermanns „Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen –Rahn schießt – Tor, Tor, Tor“ beim Finale der Fußball-WM 1954 zwischen Deutschland und Ungarn.

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