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FC Augsburg

22.11.2020

Die Moral des FCA wird belohnt

Spätes Glück: Durch seinen Treffer kurz vor Abpfiff sicherte Daniel Caligiuri dem FC Augsburg in Mönchengladbach einen Punkt. Für die Augsburger Mitspieler ein Anlass, den Torschützen einmal richtig durchzuschütteln.
Bild: Getty Images

Der FCA gibt in Mönchengladbach trotz Rückstands und Unterzahl nicht auf und holt einen Punkt. Was Sport-Geschäftsführer Reuter jetzt von der Mannschaft fordert.

Heiko Herrlich stand noch lange am Spielfeldrand. Er wartete geduldig, bis er bei den Interviews mit den Fernsehsendern an der Reihe war. Immer wieder blickte er nach oben auf die Anzeigetafel im Borussia-Park. Dort sendete die Stadion-Regie die Höhepunkte des vorherigen 1:1 des FC Augsburg bei Borussia Mönchengladbach. Diese waren geprägt von Chancen der Gastgeber.

Vor allem von einem schludrig damit umgehenden Breel Emobolo. Da der Angreifer aber sowohl mit dem Fuß als auch mit dem Kopf unpräzise wie ein großflächiger Rasensprenger agierte, blieb dem FCA ein Punkt. Und weil die Mannschaft trotz Unterzahl an sich glaubte und nicht aufgeben wollte. Belohnt durch den späten Ausgleich von Daniel Caligiuri (88.), nachdem Florian Neuhaus die Borussia früh in Führung gebracht hatte (5.).

FCA-Trainer Herrlich ärgert sich über Platzverweis

Herrlich also starrte nach oben und sah dort auch zwei Gelbe Karten gegen Raphael Framberger. Eine Hinausstellung nach gut zehn Minuten Einsatzzeit ist kaum lobenswert. Vor allem die erste Verwarnung erzürnte Herrlich, während des Spiels hatte er aufgebracht von „einem Witz“ gesprochen. Hinterher sagte er: „Aus meiner Sicht war es nicht nötig, hier Gelb zu zeigen.“ Framberger war von der Seite in seinen Gegenspieler gerauscht. Er hatte zwar den Ball getroffen, allerdings auch die Beine von Hannes Wolf. Die Entscheidung war vertretbar. Nichts zu diskutieren gab es bei Frambergers zweitem Foul an Breel Embolo. „Diese Karte war absolut berechtigt“, sagte Herrlich. Mit der Folge, dass seine Mannschaft 25 Minuten in Unterzahl spielen musste.

Das kann in Gladbach zu großen Problemen führen. Tat es aber nicht, weil die Gladbacher nicht mehr trafen und sich kurz vor Schluss nicht gegen einen Gegentreffer wehrten. Wie schon häufig in dieser Saison, etwa in der Champions League beim 2:2 gegen Real Madrid. „Das ist ein schmerzhafter Lernprozess, weil wir wieder Punkte liegen lassen“, sagte Borussias Trainer Marco Rose. Sein Gegenüber hatte drei Wechsel vorgenommen im Vergleich zur vergangenen 0:3-Niederlage gegen Hertha BSC. Florian Niederlechner kehrte in die Startelf zurück und bildete mit dem ebenfalls neu im Team stehenden Alfred Finnbogason eine Doppelspitze. Im Mittelfeld ersetzte Rani Khedira den krank fehlenden Carlos Gruezo, der wegen Fiebers die Reise an den Niederrhein nicht angetreten hatte. An Covid-19 allerdings leidet er nicht, seine beiden letzten Tests fielen negativ aus.

FC Augsburg durch das 1:1 zurück in der Spur

An ehemaliger Wirkungsstätte durfte Tobias Strobl ran – und das mit einer ordentlichen Leistung. „Wir haben immer an unsere Chance geglaubt“, sagte der Mittelfeldspieler, „wir haben das gemacht, was uns auch zuvor stark gemacht hat“. Robust und kompakt traten die Augsburger auf, wie häufig in dieser Saison. Außer freilich im letzten Heimspiel gegen Hertha BSC, das enttäuschend war.

Mit dem 1:1 sind die Augsburger zurück in der Spur. „Dieser Punkt ist wichtig für die Moral“, freute sich Stefan Reuter, „die Mannschaft hat das richtig gut gemacht“. Der Sport-Geschäftsführer forderte aber auch: „Wir dürfen jetzt nicht nachlassen.“ Vor allem nicht, da jetzt Gegner kommen, die in der Tabelle hinter dem FCA liegen. Die vermeintlich schwersten Brocken haben die Augsburger an den ersten acht Spieltagen abgearbeitet. „Wir dürfen aber nicht glauben, dass das Selbstläufer werden. Für uns gibt es keine leichten Gegner“, sagte Reuter. Dem stimmte Finnbogason zu: „Es wäre ein Riesenfehler zu denken, dass es jetzt leichter wird.“

Der Stürmer hatte nach 19 Sekunden eine große Chance, scheiterte aber an Yann Sommer. Die frühe Führung hätte vielleicht sogar zu mehr als nur einem Punkt führen können. Auch diese Szene wird Herrlich auf der Anzeigetafel gesehen haben.

Mönchengladbach Sommer – Lainer, Ginter, Elvedi, Wendt – Kramer, Neuhaus (89. Zakaria) – Herrmann (67. Lazaro), Stindl (78. Thuram), Wolf – Embolo

Augsburg Gikiewicz – Gumny (54. Framberger), Gouweleeuw, Uduokhai, Iago – Khedira, Strobl – Caligiuri, Vargas (82. M. Richter) – Finnbogason (65. Hahn), Niederlechner (65. Gregoritsch)

Tore 1:0 Neuhaus (5.), 1:1 Caligiuri (88.)

Gelb-Rote Karte Framberger (66./wh. Foul) Schiedsrichter Schmidt (Stuttgart)

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26.11.2020

Gladbach war haushoch überlegen und vergab durch Embolo hochkarätige Chancen. Das Tor von Caliguri war eine starke Einzelleistung.
So wird Gladbach nicht mitspielen können um die Chamions-Ligue-Plätze. Und mit dem nächsten Gegner Freiburg kommt für den FCA
die Stunde der Wahrheit und dann wird man sehen wie man steht.

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