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FC Augsburg

15.04.2015

Ex-Trainer Boysen und der FCA: "Wir hatten große Pläne"

Hans-Jürgen Boysen erinnert sich an seine Zeit beim FCA.
Bild: Daniel Maurer (dpa)

Hans-Jürgen Boysen erlebte beim FC Augsburg als Trainer turbulente Zeiten und musste nach einem halben Jahr wieder gehen. Warum er Markus Weinzierl gut kennt.

Er war zwar nur ein halbes Jahr Trainer beim FC Augsburg, doch da erlebte Hans-Jürgen Boysen sehr unruhige Zeiten beim damaligen Regionalligisten (3. Liga) mit. Sportlich lief es zwar ganz ordentlich, doch nach dem Ausstieg von Hauptsponsor Infomatec drohte der finanzielle Kollaps. Nach dem Zwangsabstieg im Sommer 2000 in die Bayernliga wurde der Vertrag mit dem Fußball-Lehrer wieder aufgelöst. Derzeit ist Boysen ohne ein Vereins-Engagement.

Sie kamen im Januar 2000 zum FC Augsburg und gingen ein halbes Jahr später. Wie sind Ihre Erinnerungen an diese kurze Zeit?

Eigentlich positiv. Ich durfte damals eine ehrgeizige Mannschaft trainieren, zudem habe ich viele nette Menschen kennen gelernt.

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Warum dann die schnelle Trennung?

Das waren turbulente Zeiten für uns alle im Verein. Ich hatte meinen Vertrag in Augsburg bereits um zwei Jahre verlängert, die Planungen für die neue Saison liefen auf Hochtouren. Doch dann kündigte der damalige Hauptsponsor Infomatec seinen Vertrag. Der FCA stand vor dem Abgrund, war fast pleite. Der Zwangsabstieg in die Bayernliga folgte. Dadurch wurde auch mein Arbeitsvertrag nichtig. Ich hatte Glück, konnte sofort bei den Stuttgarter Kickers anfangen. Dort hatte ich übrigens auch Markus Weinzierl als Spieler.

Und trotz der heftigen Turbulenzen sagen Sie, dass Sie in Augsburg eine schöne Zeit hatten.

Das gab es auch. Wir landeten am Ende der Saison 1999/2000 auf Platz acht, das war okay. Im Jahr darauf wollten wir voll angreifen, wir hatten große Pläne. Einige gute Spieler hatten schon zugesagt, doch dann kam alles ganz anders.

Was machen Sie heute?

Ich bin im Moment ohne Trainerjob. Doch arbeitslos bin ich nicht und langweilig ist es mir bisher auch nicht geworden. Ich leite hier im Rhein-Neckar-Raum seit fast 20 Jahren eine Fußballschule für Kinder, das macht großen Spaß. Wir feiern demnächst den 20. Geburtstag. Außerdem habe ich zuletzt beim FC Sevilla, in Valencia und bei den Bayern hospitiert. Ich bin in Sachen Fußball viel unterwegs. Zudem bilde ich mich weiter. Ich absolviere am Kleeblatt-Campus in Fürth, der ersten deutschen Hochschule auf dem Gelände eine Profivereins, einen Studiengang in Fußball-Management.

Was ist dafür der Grund?

Ich hatte in der Vergangenheit zwei Angebote als sportlicher Leiter. Man weiß ja nie, was noch kommt.

Sie trainierten zuletzt Wormatia Worms in der Regionalliga Südwest. Dort waren Sie allerdings nur sechs Monate tätig. Warum?

Ich sag es ganz salopp: Es hat einfach nicht gepasst. Wormatia ist zwar eine Traditionsklub, doch offenbar waren meine Anforderungen für einige Spieler zu groß.

Wollen Sie wieder zurück auf die Trainerbank?

Klar ist das mein Ziel. Ich habe große Lust, wieder als Trainer zu arbeiten.

Zurück zum FCA. Besitzen Sie noch Kontakte nach Augsburg?

Natürlich. Kürzlich war ich beim 30. Geburtstag von Sascha Mölders eingeladen. Es war schön, bekannte Gesichter zu sehen.

Was trauen Sie den Augsburgern in dieser Saison noch zu?

Ich verfolge das Geschehen in Augsburg mit großem Interesse. Trainer Weinzierl und Manager Stefan Reuter leisten ausgezeichnete Arbeit. Die derzeitige Durststrecke nehme ich dem Team nicht übel. Die bisherige Spielzeit verläuft überragend. Für mich ist die Qualifikation für Europa nicht unrealistisch. Der große Coup könnte gelingen. Und wenn das nicht klappen sollte, ist es auch nicht so tragisch. Die Mannschaft hat bisher schon mehr erreicht, als man ihr zugetraut hat.

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