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FC Augsburg

21.04.2019

Reuter ist nach dem 6:0 vom Klassenerhalt überzeugt

Der FCA hat nach dem 6:0 gegen den VfB Stuttgart nun ein dickes Punkte-Polster auf die Abstiegsplätze.
Bild: Tom Weller, dpa

Noch nie hat der FCA eine Mannschaft derart gedemütigt wie den VfB Stuttgart. Wichtiger aber als das Ergebnis: der Klassenerhalt dürfte so gut wie perfekt sein.

Nach dem 6:0 gegen den VfB Stuttgart hat auch Geschäftsführer Stefan Reuter kaum noch Zweifel am Klassenverbleib des FC Augsburg. Vier Spieltage vor Saisonende beträgt der Vorsprung des FCA auf die Stuttgarter zehn Zähler - damit ist ein Abrutschen auf den Relegationsrang nur noch theoretisch möglich. "Es ist ja nicht davon auszugehen, dass die Mannschaften unten alle Spiele gewinnen", sagte Reuter am Sonntagvormittag in der Sendung "Doppelpass" bei Sport1.

Dennoch forderte der Manager von seinem Team und Neu-Trainer Martin Schmidt weiter Leistung und Konzentration. Er verwies dabei auf das Restprogramm mit reizvollen Partien. "Du hast in jedem Spiel nochmal die Motivation zu punkten", sagte er und kündigte an: "Wir wollen es aus eigener Kraft am Freitagabend gegen Leverkusen fix machen."

Dass der Einstand von Coach Schmidt mit den Erfolgen in Frankfurt (3:1) und nun gegen Stuttgart so glänzend gelingt, kam auch für den Ex-Profi und Weltmeister von 1990 überraschend. "Das ist wirklich unglaublich gut und positiv gelaufen", sagte er nach dem höchsten Bundesliga-Sieg der Augsburger. Er lobte bei Schmidt als Nachfolger von Manuel Baum "die Kunst, den Spielern Lockerheit zu vermitteln".

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Noch nie wurde eine Mannschaft vom FCA so gedemütigt wie der VfB am Samstag

Tatsächlich wurde noch nie eine Mannschaft vom FCA derart gedemütigt wie der VfB Stuttgart am Samstag. Die Partie, die zuvor als Abstiegsfinale bezeichnet wurde, entwickelte sich später zu einer Art Testspiel, bei dem der Kleine vom Großen die Hucke vollbekommt. Jedenfalls war in keiner Phase des Spiels zu spüren, dass sich da zwei Teams auf Augenhöhe begegnen sollten. Das lag vor allem an der Heimelf, die vor Spiellaune nur so sprühte und nie Zweifel aufkommen ließ, wer am Ende als Sieger den Platz verlassen wird.

Der VfB wurde dabei in eine Statistenrolle gedrängt, der nur den Watschenmann spielen durfte. Selbst der rund 5000-köpfige Anhang des VfB stellte nach 30 Minuten seine Anfeuerungsrufe ein. Zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 3:0 durch Tore von Rani Khedira (11.), Andre Hahn (18.) und Philipp Max (29.). Nach der Pause drehte Augsburg weiter auf und Marco Richter (53. und 68.) sowie erneut Max sorgten für den höchsten Bundesligasieg in der Geschichte des FCA - und zugleich für den Klassenerhalt.

Natürlich ist der noch nicht amtlich, aber der FCA kann nur noch dann absteigen, wenn der VfB Stuttgart alle seine vier restlichen Spiele gewinnt und der FCA alle verliert. Davon geht aber niemand aus, wenngleich Augsburgs neuer Trainer Martin Schmidt am Samstag noch warnte: "Wir sind da noch nicht durch. Man hat bei einer Tour de France auch schon gesehen, dass einer sich kurz vor dem Ziel als Erster noch sich in Sicherheit wiegt und dann noch überholt wird."

Aber die Freude war natürlich auch beim Trainer riesig: "Wir wollten die Stadt wieder zum Lachen bringen. Das haben wir uns vorgenommen und das hat auch geklappt." Und die Stadt - beziehungsweise die FCA-Fans - bedankten sich schon während des Spiels mit einem unglaublichen Support und einem Höllenlärm, der die Spieler auf dem Rasen nach vorne peitschte.

Martin Schmidt dachte aber auch schon an die Partie gegen Bayer Leverkusen: "Das ist auch ein Resultat, das verpflichtet und das wir am Freitag gegen Leverkusen bestätigen müssen. Das Schlimmste wäre, wenn jetzt ein Einbruch kommt, aber ich werde mit meinem Team so arbeiten, dass es nicht dazu kommt."

Wie FCA-Trainer Schmidt trotz großer Personalsorgen mutig bleibt

Dabei hatte Schmidt vor der Partie große Personalsorgen. Torwart Gregor Kobel zog sich gegen Frankfurt eine leichte Gehirnerschütterung zu und konnte ebensowenig spielen wie Ja-Cheol Koo (krank) oder dessen südkoreanischer Landsmann Dong-Won Ji (Knieprobleme). Dann erreichte den FCA noch zwei Tage vor dem Spiel die Hiobsbotschaft, dass Alfred Finnbogason bis zum Saisonende ausfällt.

Bei einer Kontrolluntersuchung, stellte man bei ihm fest, dass eine Sehne an der Außenseite der Wade eingerissen ist. Deshalb wurde der Isländer sofort operiert. Das bedeutet, dass Finnbogason zwei bis drei Monate nicht spielen kann und für ihn auf jeden Fall die Saison beendet ist.

Umso schöner war es für den Trainer, dass sein Team trotz dieser Ausfälle Stuttgart vom Rasen gefegt hat. Allerdings sieht der Trainer noch weiteres Potential: "Es gibt schon noch einiges zu tun. Wir haben hinten auch noch einige Wackler gehabt. Es war auch heute kein schönes Spiel, es war ein schnelles Spiel, aber das Resultat war natürlich schön."

Aber der leichte Ansatz einer Kritik war auch eher Jammern auf hohem Niveau an diesem Samstag. Die Bilanz von Schmidt liest sich sensationell: Zwei Spiele, zwei Siege und 9:1 Tore. Da strahlte natürlich auch Manager Stefan Reuter über das ganze Gesicht: "Ich muss dem Trainer ein Wahnsinnskompliment machen. Obwohl er jeden Tag eine andere Verletztengeschichte hört, geht er trotzdem mutig und mit einem Lächeln an die Aufgabe. Das ist extrem wichtig. Damit hat er bei den Jungs einen Nerv getroffen." Also mit dem Trainerwechsel alles richtig gemacht? "Wir trafen nur Entscheidungen, von denen wir überzeugt sind. Aber dass das so aufgeht, das haben wir uns nicht zu träumen gewagt." (mit dpa)

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23.04.2019

Erstaunlich, wie einzelne Kandidaten explodierten, nach dem Trainerwechsel.
Gregoritsch, Max und Richter wachsen ja förmlich über sich hinaus.
Baum ist sicher kein schlechter Trainer, nur scheint er die Jungs überfrachtet zu haben, das hat sie belastet.
Nach den jetzigen Ergebnissen kam der Trainerwechsel fast zu spät.

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