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FC Augsburg

07.02.2018

Warum FCA-Spieler Rani Khedira nicht zur WM fährt

Rani Khedira bleibt am Boden. Der FCA-Profi lehnte ein Angebot ab, mit Tunesien zur WM zu fahren.
Bild: Klaus Rainer Krieger

Der Mittelfeldspieler des FC Augsburg hätte im Frühsommer für Tunesien in Russland spielen können. Doch der gebürtige Stuttgarter sagt ab und nennt mehrere Gründe.

Das Angebot, das Rani Khedira Mitte November erhielt, war für den Bundesliga-Profi des FC Augsburg mehr als verlockend. Der tunesische Fußball-Nationaltrainer Nabil Maaloul hätte ihn gerne mit zur Weltmeisterschaft nach Russland genommen. Tunesien hat sich erstmals seit 2006 wieder für eine WM qualifiziert. Fast drei Monate überlegte Khedira. Gestern gab er seine Entscheidung bekannt – er sagte am Dienstag bei einem Telefonat ab.

Es sei ein langer Prozess gewesen, berichtete der Deutsch-Tunesier bei der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel am Freitag (20.30 Uhr) bei RB Leipzig. „Ich habe mir viele Gedanken gemacht, auch, da mein Papa ein stolzer Tunesier ist“, sagte Khedira. Er trage beide Nationen - Deutschland und auch Tunesien - in seinem Herzen.

Das ab dem Viertelfinale möglichen Bruder-Duell des 24-jährigen FCA-Khedira mit seinem 30-jährigen Bruder Sami, dem Juventus-Khedira, der beim DFB-Team eine feste Größe ist, fällt also aus.

Der in Stuttgart geborene FCA-Profi führte mehrere Gründe an, auf seine persönliche WM-Premiere zu verzichten – der wichtigste seien die Sprachschwierigkeiten. „Ich bin in Deutschland geboren und aufgewachsen. Ich spreche nur Deutsch“, sagte er. Sein Spiel auf dem Platz sei aber sehr auf Kommunikation aufgebaut. „Zwei Monate Vorbereitung und vielleicht zwei Spiele bis zur WM reichen nicht, um einen richtigen Bezug zu den Teamkollegen aufzubauen“, meinte der Mittelfeldspieler. Der afrikanische Fußball sei „anders“ als der europäische. Darum befürchtet er, dass er so nicht mit seiner besten Leistung helfen könne. Zumal die Erwartungshaltung der heißblütigen tunesischen Fans an den Bundesligaspieler enorm gewesen wären.

Khedira will Fairness zeigen

Khedira wolle aber auch fair gegenüber den anderen tunesischen Spielern sein. Diese hätten sich in der Qualifikation schließlich „den Arsch aufgerissen“, um sich für die WM zu qualifizieren. „Ich würde einem Spieler den Platz klauen“, sagte Khedira. Rani Khedira hatte beim DFB zwar für die Jugendteams von der U15 bis zur U19 gespielt, doch da er kein A-Länderspiel bestritten hatte, wäre ein Wechsel möglich gewesen. Ins Blickfeld des tunesischen Trainers hatte sich Rani Khedira erst beim FCA gespielt. Im Sommer war er ablösefrei von Leipzig nach Augsburg gewechselt und hat einen Vertrag bis 2021 unterschrieben.

Und bei ihm ist der Transfer anders abgelaufen als bei Daniel Opare. Auch wenn Rani Khedira mit Denny Khedira auch seinen Bruder als Berater hat. Wie Opare. „Anfang Juni habe ich meinen Urlaub unterbrochen und bin hierher geflogen“, erzählte Khedira. Schon im Mai sei aber mit Leipzig abgesprochen gewesen, dass sein Vertrag nicht verlängert wird. Denn bei RB hatte der defensive Mittelfeldspieler, der in der 2. Liga noch zum Stammpersonal der Sachsen gehörte, nach dem Aufstieg in die Bundesliga gerade einmal 152 Minuten – in der ganzen Saison. In Augsburg traf er sich mit Manager Stefan Reuter und dem technischen Direktor Stephan Schwarz. Mit Trainer Manuel Baum, der im Urlaub war, führte er hinterher ein „langes Telefonat“. Es war wohl ein sehr Fruchtbares.

Beim FCA zeigt Khedira sein Können

In Augsburg bewies Khedira seine Bundesligatauglichkeit, spielt regelmäßig. Trainer Baum liebt die Flexibilität des Mittelfeldspielers. Khedira kann im defensiven Mittelfeld neben Daniel Baier auf der Sechser-Position spielen oder etwas vorgezogen auch auf der Acht. Und in der Fünferkette spielte der kopfballstarke Defensivallrounder auch schon den dritten Innenverteidiger. „Wir sind froh, dass er wieder da ist nach seiner Gelbsperre“, sagt Baum. Gegen Frankfurt ersetzte ihn Jan Morávek. Doch es sieht alles danach aus, dass Khedira in Leipzig in die Startelf zurückkehrt.

Sicher fehlen wird in Leipzig hingegen Marco Richter. Das Augsburger Eigengewächs, das gegen Eintracht Frankfurt sein erstes Bundesliga-Tor erzielte, muss mit einer Innenbandverletzung am Sprunggelenk pausieren.

Khedira sieht seiner Rückkehr gelassen entgegen. Dass er sich aber wie Georg Teigl (inzwischen nach Braunschweig ausgeliehen), der 2016 auch von RB zum FCA gewechselt war, in der vergangenen Saison von den RB-Fans feiern lässt und damit bei vielen FCA-Fans in Ungnade fiel, schließt er aus: „Ich würde mich jetzt nicht nach einem verlorenen Spiel da hinstellen und vor der Kurve jubeln.“

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