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FC Augsburg

18.03.2015

Warum Gerd Schwickert den FCA nach einer Saison wieder verließ

Gerd Schwickert (links der ehemalige Präsident Siegfried Grabowski) trainierte in der Saison 1998/99 den FC Augsburg. Heute ist er als Talentsichter für den SC Freiburg tätig.
Bild: Fritz Rödl

Gerd Schwickert war beim FC Augsburg Geschäftsführer und Trainer in Personalunion. Warum er den damaligen Regionalligisten so schnell wieder verließ.

Er arbeitete nur eine Saison beim FC Augsburg. Doch das war für Gerd Schwickert, 65, eine aufregende Zeit. Siegfried Grabowski löste Reiner Gauger als Präsident beim damaligen Regionalligisten ab, der gebürtige Saarländer Schwickert wurde als Geschäftsführer eingestellt und übernahm auch noch den Trainerjob. Es war eine schwierige Aufgabe, die der ehemalige Bundesligaprofi und Fußball-Lehrer zu bewältigen hatte. Heute arbeitet er beim SC Freiburg als Scout. Jenem Klub, bei dem der FCA am Samstag (15.30 Uhr) gastiert. In unserer Serie Sportgespräch unterhielten wir uns mit Schwickert.

Hallo Herr Schwickert, wo erreichen wir Sie gerade?

Schwickert: Ich bin zu Hause in Homburg an der Saar, bereite mich auf eine Polen-Reise vor.

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Was machen Sie in Polen?

Schwickert: Dort findet in den nächsten Tagen ein Qualifikationsturnier für die U-17-Europameisterschaft statt. Ich bin für den SC Freiburg unterwegs. Bei den Breisgauern arbeite ich seit mehr als sieben Jahren als Talentscout.

Wie kamen die Verbindungen nach Freiburg zustande?

Schwickert: Über den ehemaligen, leider schon verstorbenen Präsidenten Stocker. Wir kannten uns sehr gut. Der SC Freiburg baute gerade seine Scouting-Abteilung auf, Stocker hat mich gefragt, ob ich mir diese Tätigkeit vorstellen könnte. Ich sagte zu und habe es bisher auch nicht bereut. Der SC Freiburg ist ein hervorragend geführter Klub, der großen Wert auf den Nachwuchs legt. Ich arbeite übrigens eng mit Alfons Higl, einem weiteren ehemaligen Augsburger, zusammen.

Sie waren in der Saison 1998/99 beim FCA. Wie kam’s zur Verbindung mit dem damaligen Regionalligisten.

Schwickert: Ein Bekannter brachte mich bei Herbert Dischinger, dem Chef beim damaligen Hauptsponsor Sortimo, ins Gespräch. Der FCA suchte ursprünglich einen Geschäftsführer. Ich stellte mich dort vor, drei Tage später bekam ich die Zusage. Aber dann gab es doch noch Probleme.

Welcher Art?

Schwickert: Ich erinnere mich noch genau, ich sollte am 1. Mai in Augsburg den Vertrag unterschreiben. Inzwischen war allerdings Sortimo als Hauptsponsor ausgestiegen und Siegfried Grabowski zum neuen Präsidenten gewählt worden. Er sagte mir, der FCA könne mich nicht bezahlen.

Wie haben Sie reagiert?

Schwickert: Für mich war das ein Schock, ich hatte den Umzug aus dem Saarland nach Bayern schon organisiert. Schließlich haben wir uns dann doch geeinigt. Neben dem Job des Geschäftsführers übernahm ich das Traineramt mit.

Sportlich lief es damals für Sie und Ihre Mannschaft aber auch nicht richtig rund. Was waren die Gründe?

Schwickert: Das sehe ich nicht so. Natürlich hatten wir Probleme. Spieler wie Dieter Eckstein waren plötzlich weg. Der Klassenerhalt war das Ziel, und den haben wir erreicht.

Trotzdem war nach einem Jahr in Augsburg wieder Schluss.

Schwickert: Die Zusammenarbeit mit der Vereinsführung war, sagen wir es mal so, nicht optimal. Deshalb haben wir einen Schlussstrich gezogen. Privat dagegen hat es mir in Augsburg sehr gut gefallen. Ich habe viele nette Leute kennengelernt.

Wie intensiv verfolgen Sie die Entwicklung des FC Augsburg?

Schwickert: Sehr genau. Man hat zu meiner Zeit schon mal gemerkt, was in dieser Stadt fußballerisch möglich ist. Herr Seinsch hat die Dinge in die Hand genommen. Der Erfolg kommt natürlich nicht von ungefähr. Ich war im Januar in Belek, habe verschiedene Bundesligisten beim Training beobachtet. Doch so intensiv wie Markus Weinzierl mit seiner Mannschaft trainiert, habe ich das bei keinem anderen Team gesehen.

Interview: Herbert Schmoll

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