Ex-FCA-Trainer Markus Weinzierl hat den FC Augsburg im Gespräch mit unserer Redaktion wegen des Umgangs mit seinen Nachfolgern Sandro Wagner und Jess Thorup kritisiert. Der 51-Jährige sagte: „Sandro Wagner wurde mit großen Zielen und Tönen verpflichtet. Ihn dann im November mit einer üppigen Abfindung, es waren ja drei Millionen Euro im Gespräch, wieder zu entlassen, halte ich für einen Verein wie den FC Augsburg für sehr schwierig.“
Schon das Aus für Wagners Vorgänger Jess Thorup habe ihm nicht gefallen: „Erst einmal war die Entlassung von Jess Thorup sportlich und menschlich in meinen Augen nicht nachvollziehbar. Der FCA hatte die Saison als Zwölfter beendet.“ Der Däne war nach Punkten der erfolgreichste Augsburger Trainer der Bundesligahistorie. Nach dem Saisonende hatte der FCA aber dennoch die Trennung von Thorup verkündet, auch Sportdirektor Marinko Jurendic musste im Sommer 2025 gehen. Wenig später gab Augsburg die Verpflichtung von Sandro Wagner bekannt.
Das FCA-Spiel in Liverpool jährt sich zum zehnten Mal: „Ich fühlte Stolz pur“
Weinzierl war zweimal FCA-Coach: von Juli 2012 bis Juni 2016 sowie ein zweites Mal von April 2021 bis Juni 2022. Mit dem Verein schaffte er den größten Erfolg der Vereinsgeschichte, zur Saison 2015/16 gelang der Einzug in die Europa League. Das vielleicht größte Spiel der Augsburger Vereinsgeschichte jährt sich nun zum zehnten Mal, am 25. Februar 2016 spielte der FCA mit Weinzierl beim FC Liverpool in der Europa League. Über das Spiel sagte Weinzierl: „Es war ein ganz besonderer Moment. Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Ich habe mich bei der Auslosung schon riesig gefreut. Der Gang durch den Spielertunnel in die Anfield Road hinein war einfach nur überwältigend, und ich fühlte Stolz pur.“
Schon das erste Ende beim FCA 2016 geriet wenig harmonisch, erst nach Saisonende stand der von Weinzierl gewünschte Wechsel zum FC Schalke fest. Der zweite Abgang wurde sogar noch geräuschvoller: Im Juni 2022 war Weinzierl im Unfrieden vom Verein geschieden, hatte sein Aus nach dem letzten Saisonspiel vor laufenden Kameras verkündet. Über seine zweite Amtszeit sagte er: „Es ist viel passiert, aber darüber will ich nicht mehr sprechen. Ich habe dem FCA, Klaus Hofmann, Walther Seinsch, Peter Bircks und Stefan Reuter unheimlich viel zu verdanken.“ Bemerkenswert: Den aktuellen Geschäftsführer Michael Ströll erwähnt Weinzierl explizit nicht. Über sein geräuschvolles zweites Ende beim FCA sagt Weinzierl: „Zum Schluss wollte und konnte ich nicht mehr. Deshalb auch dieser emotionale Abgang.“
Beim FC Bayern wird Weinzierl bald als Nachwuchsleiter abgelöst werden
Weinzierl, der nach seiner zweiten Station in Augsburg in der Saison 2022/23 für 13 Spiele den 1. FC Nürnberg trainiert hatte, arbeitet seit September 2024 als sportlicher Leiter des Bayern-Nachwuchsleistungszentrums. In dieser Funktion soll er nun abgelöst werden. Auf die Frage hin, ob er das nachvollziehen könne, antwortete er: „Ja. Ich kenne die Gedanken dahinter und für mich ist alles gut. Ich übergebe zufrieden mit einer sehr guten persönlichen Bilanz.“ Bezüglich seiner Zukunft beim Rekordmeister sagte Weinzierl: „Wir sind in guten Gesprächen, aber mehr gibt es aktuell noch nicht zu sagen.“
„Da war nur Gänsehaut pur“: Das komplette Interview mit Markus Weinzierl anlässlich des zehnten Jubiläums des Spiels in Liverpool lesen Sie hier.
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