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Bundesliga
23.10.2021

FC Bayern schlägt Hoffenheim 4:0 - Debatte um Kimmichs Impfstatus

Bayerns Robert Lewandowski (r) jubelt mit Thomas Müller nach seinem Treffer.
Foto: Sven Hoppe/dpa

Gegen blasse Gäste und vor 60.000 Zuschauern lassen die Münchner keinen Zweifel aufkommen. Joshua Kimmich sorgt abseits des Platzes für Aufsehen.

Dass in der Allianz Arena Tickets ungenützt bleiben, kommt in etwa so häufig vor wie Schneefall im Hochsommer – an diesem Samstagnachmittag war es aber so weit. Nach 19 Monaten, in denen die Münchner Allianz Arena pandemiebedingt bestenfalls teilweise besetzt war, hätte der deutsche Meister nun wieder sämtliche 75.000 Karten verkaufen können. Am Ende waren es „nur“ 60.000 Fans, die sich den 4:0-Sieg gegen die TSG Hoffenheim im Stadion ansahen. Immerhin: Nach den Geisterspielen oder dem Teilbetrieb mutete die Partie nun wieder wie ein richtiges Heimspiel an.

Fast schon paradox wirkte es, dass ausgerechnet der Trainer des FC Bayern zu diesem Anlass nicht dabei sein konnte: Der an Corona erkrankte Julian Nagelsmann, der immer noch Rekordcoach der Hoffenheimer in der Bundesliga ist (191 Punkte in 116 Spielen), sah sich die Partie notgedrungen von der heimischen Couch aus an. Dino Toppmöller vertrat seinen Chef wie schon beim 4:0-Sieg in Lissabon unter der Woche. In der Startelf der Münchner gab es drei Wechsel: Statt Niklas Süle, Kingsley Coman und Leroy Sané begannen Neuzugang Omar Richards, Serge Gnabry und Jamal Musiala.

Vertritt weiter den fehlenden Julian Nagelsmann: Bayern-Co-Trainer Dino Toppmöller.
Foto: Pedro Fiuza/ZUMA Press Wire/dpa

Die Bayern, die in den vorherigen zehn Spielen 49 Tore erzielt hatten, machten von Beginn klar, in welche Richtung sich dieses Spiel zu entwickeln hatte und setzten die Gäste unter Druck. Nach zwei Minuten wäre der Ball erstmals beinahe im Kasten von TSG-Keeper Oliver Baumann gelegen, doch Lewandowski lupfte den Ball hauchdünn am Pfosten vorbei. Sechs Minuten erstmals Torjubel: Ex-TSG-Profi Gnabry schoss zur vermeintlichen Führung ein – wegen eines Foulspiels im Vorfeld nahm Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck die Entscheidung nach VAR-Sichtung den Treffer wieder zurück.

Erst beim zweiten Jubel der Bayern-Fans sollte die Freude auch nachhaltigen Wert haben. Nach einer starken Kombination über Musiala und Müller war es erneut Gnabry, der einschob – und diesmal zählte der Treffer (16.). Das 2:0 war ebenso unausweichlich wie logisch: Müller behauptete sich in einem Sprintduell, legte den Ball ab auf Robert Lewandowski – und der Pole hämmerte den Ball aus 20 Metern in die Maschen (30.). Hoffenheim präsentierte sich offensiv harmlos und defensiv überfordert vom ständigen Angriffswirbel der Münchner – das 2:0 zur Pause war schmeichelhaft. Baumann rettete etwa aus kurzer Distanz gegen Lewandowski (43.).

Im zweiten Durchgang schaltete der FC Bayern einen Gang zurück und lud bis dahin blasse Hoffenheimer zum Mitspielen ein. Über Skov und Kramaric näherten sich die Kraichgauer dem Bayern-Tor zwar an – ernsthaft in Bedrängnis konnten sie die Bayern-Defensive aber nicht bringen. Coman (75.) hatte die große Chance zum 3:0, setzte den Ball aus kurzer Distanz aber über die Latte. Eric-Maxim Choupo-Moting hatte nach seiner Einwechslung per Kopf eine gute Chance, die aber von Baumann entschärft wurde (81.). Nach einem verunglückten Abwehrversuch der Hoffenheimer klappte es aber im zweiten Versuch: Der kamerunische Stürmer schoss zum verdienten 3:0 ein  (82.). Später legte Kingsley Coman noch das standesgemäße 4:0 nach (87.). Lewandowski hatte sogar noch die Gelgenheit auf den fünften Treffer, vergab aber leichtfertig (88.).

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Bayerns Joshua Kimmich (r), Leroy Sane (hinten) und Thomas Müller halten den Ball hoch. Co-Trainer Dino Toppmöller beobachtet das Warm-Up.
Foto: Matthias Balk/dpa

Für Aufsehen sorgte abseits des Spiels ein Bericht der Bild. Demnach hat sich Joshua Kimmich bisher einer Impfung gegen Corona verweigert – jener Kimmich, der zusammen mit Mitspieler Leon Goretzka die Initiative „We kick Corona“ ins Leben rief, mit der bislang 3,7 Millionen Euro an Spendengeldern für soziale Projekte gesammelt wurden. Dem Bericht zufolge will der Nationalspieler die Langzeitfolgen des Impfstoffes abwarten, ehe er sich immunisieren lassen möchte. Auf der Homepage des Projektes wird Kimmich wie folgt zitiert: „Jeder Einzelne von uns kann dafür sorgen, dass sich das Coronavirus nicht weiter ausbreitet, aber nur gemeinsam können wir unseren Teil zur Gesundung der Gesellschaft beitragen.“

Nationalspieler Joshua Kimmich noch nicht gegen Corona geimpft

Sein Trainer Julian Nagelsmann hatte sich nach seiner Corona-Infektion wie folgt geäußert: „Wie die Verläufe sind, wenn man nicht geimpft ist, kann man in den Kliniken gerne erfragen. Deswegen plädiere ich dafür und bin nach wie vor der Meinung, dass es gut ist, sich impfen zu lassen, aber werde niemals einen Menschen, der bei gesundem Menschenverstand ist, dazu zwingen." Der FC Bayern gab bezüglich Kimmich bislang keine Stellungnahme ab.

Das übernahm der Nationalspieler selbst. Im Anschluss an das Spiel gegen Hoffenheim bestätigte Joshua Kimmich die Berichte der Bild. "Ja, das stimmt", sagte Kimmich. Er sei nicht gegen das Coronavirus geimpft, weil er Bedenken habe wegen möglicher Langzeitfolgen. Seine Verantwortung nehme er wahr, indem er sich regelmäßig testen lasse und sich an die Hygienemaßnahmen halte. 

Dass er sich noch impfen lasse, schloß Kimmich aber nicht kategorisch aus. "Es kann auch sein, dass ich das noch tue", sagte er im Gespräch mit Patrick Wasserziehr.

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