Newsticker
Corona-Zahlen: Inzidenz in Deutschland sinkt weiter
  1. Startseite
  2. Sport
  3. FC Bayern
  4. FC Bayern: Als Hansi Flick beim FC Bayern noch hinterfragt wurde

FC Bayern
08.01.2021

Als Hansi Flick beim FC Bayern noch hinterfragt wurde

Hansi Flick machte den FC Bayern zum Triple-Sieger. Am Anfang lief es aber gar nicht so rund.
Foto: Tom Weller, dpa

Als die Bayern das letzte Mal in Gladbach antraten, bahnte sich Ungeheuerliches an. Die Vorzeichen haben sich geändert, doch etwas macht der Borussia Hoffnung.

Es war der Zeitpunkt gekommen, Hansi Flick zu hinterfragen. War der neue Trainer des FC Bayern doch nicht der Heilsbringer, als der er anfangs erschien? Einfach die Hand auflegen und aus störrischem Kovac-Fußball wurde attraktives Offensivspiel – so leicht ging es dann doch nicht. Einer 1:2-Niederlage gegen Leverkusen folgte Anfang Dezember ein 1:2 in Mönchengladbach. Nach den beiden Pleiten rangierten die Bayern auf dem siebten Rang, sieben Punkte hinter dem Tabellenführer aus Mönchengladbach. Verrückte Zeit. Eine, in der Schalker Fußballer noch Spiele gewannen und sogar vor den Münchner rangierten.

Die Gladbacher konnten das Tempo letztlich nicht so hochhalten wie im Dezember 2019, am Ende landeten sie auf dem vierten Platz, 17 Punkte hinter dem FC Bayern. Vor dem Spiel am Freitagabend (20.30 Uhr, DAZN) sind es bereits wieder 12 Zähler, die sie von den Münchnern trennen. Zwar gelang es der Mannschaft, sich in einer Champions-League-Gruppe mit Real Madrid und Inter Mailand für das Achtelfinale zu qualifizieren, in der Bundesliga aber verlor die Mannschaft wegen eines schwachen Dezembers den Anschluss.

So feierten die Gladbacher Spieler den Treffer zum 2:1 gegen den FC Bayern München durch Ramy Bensebaini (r).
Foto: Marius Becker, dpa

Ramy Bensebaini hatte im Dezember 2019 beide Treffer gegen die Münchner erzielt. Bevor er nun aber beim 1:0-Sieg gegen Bielefeld sein Comeback feierte, musste er sechs Ligaspiele wegen einer Corona-Erkrankung pausieren. Marcus Thuram nahm sich vor Weihnachten mit seiner Spuckattacke gegen Hoffenheim selbst aus dem Spielbetrieb, und weil auch noch Jonas Hofmann mit einem Muskelbündelriss ausfiel, machte es sich bemerkbar, dass der Gladbacher Kader für eine Saison unter Volllast-Betrieb nur bedingt geeignet ist.

Die Bayern bieten Möglichkeiten an _ man muss sie aber auch nutzen

Nun sind zumindest Bensebaini sowie Hofmann wieder einsatzbereit und Rose rechnet sich auch darum Chancen aus, die Münchner abermals zu bezwingen: "Wir können die Bayern schlagen, aber wir werden dafür 90 Minuten lang die Überzeugung brauchen, dies auch zu schaffen." Selbstverständlich ist auch ihm nicht entgangenen, dass die Münchner zuletzt acht Mal in Folge in Rückstand geraten sind. Natürlich weiß auch er, dass die hochaufrückende Abwehrreihe Räume bietet, in die es hineinzustoßen gilt. Aber: Der Tabellenführer hat eben auch keine der vergangenen acht Partien verloren.

Trotzdem fände Hansi Flick es freilich recht gut, sich nun mal nicht auf die Comeback-Qualitäten seiner Mannschaft verlassen zu müssen Nach 0:2-Rückstand: Bayern überrollen Mainz. "Uns im Trainerteam gefallen die Rückstände nicht", stellte der Münchner Coach in der Pressekonferenz klar. An der Qualität des Teams liege es aber keinesfalls, dass mittlerweile schon 21 Gegentore zu Buche stehen. Es hätten einfach alle "Luft nach oben". Das gilt insbesondere für Benjamin Pavard, der nach seiner ersten beachtlichen Saison im Dress der Münchner seit Monaten durchhängt.

Benjamin Pavard hinkt beim FC Bayern seiner Form hinterher

Das habe auch damit zu tun, dass er vergangene Saison nach einer Verletzung schnell wieder zur Mannschaft gestoßen sei, um beim Champions-League-Finalturnier dabei zu sein. Nun fehle ihm etwas "die Bereitschaft, rauf und runter zu marschieren", so Flick. Gegen Mainz machte Joshua Kimmich vor, wie das so auszusehen hat, doch der Trainer hat sich für das Spiel gegen Gladbach bereits festgelegt. Kimmich werde "auf der Sechs" spielen, also im zentralen Mittelfeld.

Alphonso Davies ist auf dem Weg zu alter Stärke.
Foto: Tobias Hase, dpa

So hat Flick nur die Problemzone rechts hinten zu kaschieren. Auf sämtlichen anderen Positionen findet sich Personal, das sich in guter Form befindet. Kingsley Coman hat sich nach einer Oberschenkelzerrung wieder fit gemeldet, Leroy Sané deutete gegen Mainz seine herausragenden Fähigkeiten an, der vor Weihnachten lange Zeit verletzte Alphonso Davies ist dabei, seine Formsuche zu beenden – Flick kann optimistisch auf die kommenden Aufgaben schauen. Einen Sieg gegen Gladbach vorausgesetzt, gerät die Partie am Samstag zwischen Leipzig und Dortmund zumindest für den BVB schon zum K.-o.-Spiel um die Meisterschaft.

Anders als die Bayern des Dezembers 2019 ist es derzeit kaum einer Mannschaft zuzutrauen, einen großen Rückstand auf den Tabellenführer aufzuholen. Wie sehr sich doch die Maßstäbe in etwas mehr als einem Jahr verschieben können. Und wie sehr sie es wohl tun, wenn doch die Gladbacher gegen den FC Bayern gewinnen.

Lesen Sie auch:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren