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Fußball
23.01.2018

So funktionieren Dopingkontrollen im Fußball

So sehen die versiegelbaren Transportzylinder der Nationalen Anti-Doping-Agentur aus. Wettkampfkontrollen gibt es bis in die Dritte Liga.
Foto: Marius Becker, dpa (Symbolfoto)

Wegen einer Dopingkontrolle verpasst FCA-Profi Philipp Max den Heimflug mit seiner Mannschaft. Doch wie laufen die Proben in der Bundesliga eigentlich ab? Fragen und Antworten.

Einen Tag später als geplant kehrte Philipp Max nach Augsburg zurück. Während der Tross des FC Augsburg bereits am späten Samstagabend Zuhause war, verharrte der Linksverteidiger in Mönchengladbach. Eine Dopingkontrolle zwang den Fußballer dazu. Erst am Sonntagmorgen flog er von Düsseldorf aus zurück nach München, beim Auslaufen in Augsburg weilte Max wieder unter seinen Mitspielern. Doch wie oft wird ein Bundesliga-Profi kontrolliert? Wie sieht das Prozedere genau aus? Fragen und Antworten.

Wie werden Fußballer kontrolliert?

Zuständig ist die Nationale Anti-Doping Agentur (Nada). Sie arbeitet eng mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) zusammen, der eine Anti-Doping-Richtlinie herausgibt. Die Nada führt Wettkampfkontrollen bei Spielen von der ersten bis zur dritten Liga durch, außerdem in der Junioren- und der Frauen-Bundesliga. Kontrolliert wird auch im DFB-Pokal und unangekündigt beim Training. Die Spieler müssen in der Regel Urinproben abgeben, international auch Blutproben.

Wie oft werden Spieler kontrolliert?

Die Nada stützt ihr Kontrollsystem auf unberechenbare Zielkontrollen. Heißt: Spieler werden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Im Jahr 2016 wurden im Profifußball 2145 Proben genommen (Training: 663; Wettkampf: 1482). Das klingt zunächst nach einer stattlichen Zahl, Dopingkontrollen im Fußball kommen im Vergleich zu anderen Sportarten und der Anzahl der Sportler aber selten vor. Mancher Kicker wird kein einziges Mal im Jahr kontrolliert, andere ein- bis dreimal.

Werden Nationalspieler öfter kontrolliert?

Nicht unbedingt. Allerdings werden A-Kader-Athleten in ein verschärftes Anti-Doping-Programm aufgenommen. Befinden sie sich in diesem Testpool der Nada, müssen sie offiziell täglich von 6 bis 23 Uhr für Kontrolleure erreichbar sein. Ein normaler Bundesligaprofi hingegen muss seinem Klub nur seinen Aufenthaltsort mitteilen, damit die Nada ihn gegebenenfalls kontrollieren könnte. Wie läuft die Kontrolle während eines Bundesligaspiels ab?

Der DFB legt fest, bei welchem Spiel kontrolliert wird, bei knapp einem Drittel der Bundesligabegegnungen prüft die Nada. In der Halbzeit werden jeweils zwei Spieler gelost, nach dem Schlusspfiff werden sie direkt auf dem Spielfeld von zwei Begleitpersonen („Chaperons“) abgeholt und in den Untersuchungsraum geführt. Dort müssen sie mindestens 90 Milliliter Urin für die A- und B-Probe abgeben. Entscheidend dabei ist das spezifische Gewicht des Urins. Hat der Spieler extrem viel getrunken, kann die Flüssigkeit zu „dünn“, also zu wenig konzentriert, sein. Auch daran kann es liegen, dass Spieler mitunter Stunden für eine Probe benötigen.

Welche Mittel sind verboten?

Verboten sind alle Substanzen und Methoden – Stichwort: Genetisches Doping –, die in der Dopingliste der Welt Anti-Doping Agentur (Wada) aufgeführt sind. Die Nada veröffentlicht jährlich eine aktualisierte Fassung und teilt die Änderungen den Bundesligaklubs mit. Unter Umständen dürfen die Spieler Mittel nehmen, die an sich verboten sind: zu therapeutischen Zwecken, kurz TUE genannt (Therapeutic Use Exemptions). Spieler können dies beantragen. Allerdings ist dies selten nötig, weil etwa die Werte unerlaubter Substanzen in Asthmamitteln hoch angesetzt werden. Weiteres Beispiel: Cortison, prinzipiell verboten, darf punktuell gespritzt werden, solange der Stoff nicht in die Blutbahn gerät.

Was hat es mit der Kölner Liste auf sich?

Neben der Wada-Liste gibt diese zweite Liste darüber Auskunft, welche Nahrungsergänzungsmittel unbedenklich sind. So raten hiesige Ärzte von der Einnahme von Zusätzen aus dem Ausland ab, da diese durch Hormone verunreinigt sein könnten.

Wie sichern sich die Spieler ab?

Kurz in die Apotheke springen und sich einen Hustensaft holen, wäre fahrlässig. Grundsätzlich sind die Spieler selbst dafür verantwortlich, was sie zu sich nehmen. In der Regel fragen die Profis bei ihrem Teamarzt nach, ehe sie ein Mittel einnehmen. Beim FC Augsburg berät Dr. Andreas Weigel als Doping-Beauftragter die Fußball-Profis.

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